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Refugees: Grüße in der Box

Angelique Lagerpusch (rechts) hat 2015 den Arbeitskreis Refugees ins Leben gerufen. Foto: Hannah Wagner Angelique Lagerpusch (rechts) hat 2015 den Arbeitskreis Refugees ins Leben gerufen. Foto: Hannah Wagner

Seit acht Monaten gibt es am Campus Koblenz den “Arbeitskreis Refugees”. Ins Leben gerufen hat ihn die Studentin Angelique Lagerpusch. Die derzeitige Hauptaktion der Initiative ist das Packen von WelcomeBoxen für junge Flüchtlinge. Über 150 Pakete konnten in Koblenz schon verteilt werden.

Kaum etwas steht derzeit so im Mittelpunkt des öffentlichen Diskurses wie das Thema Flüchtlinge. Es wird viel analysiert und diskutiert, die rein geistige Auseinandersetzung mit der Thematik war der Studentin Angelique Lagerpusch jedoch nicht genug. Als damalige Referentin für Politische Bildung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) am Campus Koblenz gründete die 27-Jährige im August 2015 die studentische Initiative “Arbeitskreis Refugees”. “Es kamen unglaublich viele Anfragen und Hilfsangebote von verschiedenen Stellen rund um das Thema Flüchtlinge”, erinnert sich Lagerpusch. “Ich habe gesehen, dass bei vielen Leuten ein großes Interesse besteht, aktiv etwas in diesem Bereich anzugehen und sich für Menschenrechte einzusetzen.”

Der "Arbeitskreis Refugees" verteilt WelcomeBoxen an Flüchtlinge in Koblenz. Viele Freiwillige und auch Geflüchtete selbst beteiligen sich an den vielfältigen Aufgaben des Arbeitskreises. Foto: Hannah Wagner

Der “Arbeitskreis Refugees” verteilt WelcomeBoxen an Flüchtlinge in Koblenz. Viele Freiwillige und auch Geflüchtete selbst beteiligen sich an den Aktionen des Arbeitskreises. Foto: Hannah Wagner

Bis zu 15 Personen nehmen an den regelmäßigen Treffen teil: “Wichtig ist uns, dass wir nicht nur für, sondern auch mit den Flüchtlingen arbeiten”, erklärt Lagerpusch. Deshalb gestalten nicht nur Studierende der Koblenzer Hochschulen und Bürger, sondern auch Geflüchtete selbst die Arbeit und die Treffen mit. Die Aufgaben im Arbeitskreis sind sehr vielfältig, für jeden ist etwas Passendes dabei: “Wir stellen während unserer Treffen alle Ideen vor und besprechen sie”, berichtet die Studentin.

Eine Box voll Herzlichkeit fördert das Miteinander

Hauptaktion der Initiative ist seit vergangenem Dezember die “Refugee WelcomeBox”, eine Idee, die aus dem Saarland stammt. Dabei handelt es sich um eine Geschenkbox im Schuhkartonformat als Willkommensgruß für Geflüchtete. Darin finden sich Dinge des täglichen Gebrauchs, zum Beispiel ein Regenschirm, Kosmetikartikel, Schreib- und Malsachen oder Socken. Auch Leckereien wie Süßigkeiten, Tee oder Kaugummis sollen den Neuankömmlingen eine kleine Freude bereiten.

Neben Süßigkeiten und Kosmetikartikeln waren im Winter vor allem warme Accessoires und Schuhe in den liebevoll verpackten WelcomeBoxen zu finden.

Neben Süßigkeiten und Kosmetikartikeln waren im Winter vor allem warme Accessoires und Schuhe in den liebevoll verpackten WelcomeBoxen zu finden. Foto: Hannah Wagner

“Über 150 Boxen haben wir bislang verteilt. Damit hätte ich nicht gerechnet”, freut sich Lagerpusch über die hohe Resonanz. Und es geht noch weiter: Etliche Boxen stapeln sich noch im Keller der Universität und warten auf glückliche Empfänger in den fünf Übergabestationen in Koblenz und der näheren Umgebung. “Eigentlich waren die Boxen ausschließlich für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge gedacht. Inzwischen haben wir die Aktion aber auf alle Kinder und Jugendliche und sogar auf Babys ausgeweitet”, erklärt die Initiatorin. Die Reaktionen auf die WelcomeBoxen waren bisher durchweg positiv: “Wir wurden anschließend zum Tee eingeladen und die Kinder haben uns Süßigkeiten aus ihren Boxen angeboten”, berichtet Lagerpusch.

Fröhliche Farben und flotte Sprüche sorgen bei den Empfängern für gute Laune.

Fröhliche Farben und flotte Sprüche sorgen bei den Empfängern für gute Laune und verleihen den Boxen eine persönliche Note. Foto: Privat

Netzwerken für eine solidarische Gesellschaft

Neben der WelcomeBox haben die Mitglieder des AK Refugees zwei Solidaritäts-Konzerte in der Stadt mit Vorträgen zum Asylgesetz organisiert. Hierbei setzt der Arbeitskreis vor allem auf die Zusammenarbeit mit anderen lokalen Initiativen, wie der Amnesty International Hochschulgruppe am Campus Koblenz, den Studierendeninitiativen “Welcome Dinner” und “Bildungsforum” sowie den Bürgerinitiativen “Refugees Solidarity Koblenz” und “WIRauental”, aber auch mit der überregionalen Organisationen “Jugendliche ohne Grenzen”, einer bundesweiten Selbstorganisation von Geflüchteten.

Weiterhin geplant sind eine Stadtkarte für Flüchtlinge mit Anlaufstellen und Institutionen, ein Netzwerk für Foodsharing und Übersetzer, die Übersetzung der AK-Homepage in verschiedene Sprachen (unter anderem ins Arabische) sowie eine für und von Flüchtlingen selbst organisierte DIY-Party mit Vorträgen, Workshops und Flohmarkt. Lagerpusch verrät ein weiteres Projekt, das gerade anläuft: “Wir arbeiten mit den Initiatoren der Online-Plattform “Flüchtlinge Willkommen” zusammen, die eine Vermittlung von WG-Zimmern an Geflüchtete vorantreibt. Dies wäre eine weitere gute Möglichkeit, die Willkommenskultur in Koblenz zu bereichern.”

Wer selbst eine WelcomeBox packen möchte, findet die Informationen auf der Homepage des Arbeitskreises. Für diejenigen, die sich aktiv einbringen wollen, ist der Arbeitskreis Refugees eine gute Anlaufstelle. Auch die nächsten Termine können bei den Initiatoren erfragt werden: akrefugees@uni-koblenz.de oder via Facebook.

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