Alle Artikel mit dem Schlagwort: Flüchtlinge

Der BioGeoWissenschafts-Student Merlin Brager ist bei der Grünen Jugend in Boppard aktiv. Hier betreut er das Flüchtlingscafé Michael. Foto: Sarah Scheid

Doppelt engagiert für Umwelt und Mitmenschen

Der BioGeoWissenschaftsstudent Merlin Brager engagiert sich ehrenamtlich in Boppard bei der Grünen Jugend und betreut dort das Flüchtlingscafé Michael. Schon früh hat ihn die Arbeit für die Umwelt begeistert. Außerdem hilft er leidenschaftlich gerne anderen Menschen. Er genießt es, mit den Geflüchteten zu interagieren, sie zu unterstützen und zu sehen, wie sie, auch durch seine Hilfe, langsam in Deutschland ankommen. Er ist bei beiden Organisationen schon seit deren Gründung aktiv.

Der Syrer Wael Alhalaki wagte die Flucht nach Deutschland und möchte an der Universität Koblenz-Landau studieren. Im Uniblog erzählt er von seinem neuen Leben hier. Foto: Lisa Engemann

“Ich versuche zu verstehen”: Porträt eines Geflüchteten

Wochenlang war er unterwegs. Zu Fuß durch die Wüste, mit dem Schlauchboot über das Mittelmeer, mit dem Bus durch Deutschland. Zwei Jahre später steht er auf dem Campus Koblenz. Das Hemd ist gebügelt, der Schal sorgfältig um den Hals geknotet. In der Tasche ein Notizbuch mit Vokabeln. Wael Alhalaki ist auf dem Weg zu seinem Sprachkurs. Er kommt aus Syrien und möchte an der Universität Koblenz-Landau studieren. Ein Porträt über einen wissbegierigen jungen Mann.

Die Welcome Dinner-Runde (von links nach rechts): Linda Koch, Jana Adams, Khaled Kalshika und Amir Yahia Aldabbas. Foto: Anna Maria Junghänel

Welcome Dinner: Ein Abendessen mit Geflüchteten

Gemütlich zusammen essen, sich unterhalten und dabei kennenlernen – das ist das Ziel des Koblenzer Projekts Welcome Dinner, bei dem Geflüchtete zusammen mit Einheimischen an einem Tisch sitzen. Die Studentinnen Linda Koch und Jana Adams, Studierende der Kulturwissenschaft am Campus Koblenz, gehören zum Team und möchten Geflüchtete und Interessierte zusammenführen und ihnen die Möglichkeit geben, sich bei einem gemeinsamen Essen auszutauschen.

Angelique Lagerpusch (rechts) hat 2015 den Arbeitskreis Refugees ins Leben gerufen. Foto: Hannah Wagner

Refugees: Grüße in der Box

Seit acht Monaten gibt es am Campus Koblenz den “Arbeitskreis Refugees”. Ins Leben gerufen hat ihn die Studentin Angelique Lagerpusch. Die derzeitige Hauptaktion der Initiative ist das Packen von WelcomeBoxen für junge Flüchtlinge. Über 150 Pakete konnten in Koblenz schon verteilt werden. Kaum etwas steht derzeit so im Mittelpunkt des öffentlichen Diskurses wie das Thema Flüchtlinge. Es wird viel analysiert und diskutiert, die rein geistige Auseinandersetzung mit der Thematik war der Studentin Angelique Lagerpusch jedoch nicht genug. Als damalige Referentin für Politische Bildung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) am Campus Koblenz gründete die 27-Jährige im August 2015 die studentische Initiative “Arbeitskreis Refugees”. “Es kamen unglaublich viele Anfragen und Hilfsangebote von verschiedenen Stellen rund um das Thema Flüchtlinge”, erinnert sich Lagerpusch. “Ich habe gesehen, dass bei vielen Leuten ein großes Interesse besteht, aktiv etwas in diesem Bereich anzugehen und sich für Menschenrechte einzusetzen.” Bis zu 15 Personen nehmen an den regelmäßigen Treffen teil: “Wichtig ist uns, dass wir nicht nur für, sondern auch mit den Flüchtlingen arbeiten”, erklärt Lagerpusch. Deshalb gestalten nicht nur Studierende der Koblenzer Hochschulen und Bürger, sondern …

Germanistik-Dozentin Dr. Kathrin Heintz möchte nicht nur zeigen, wie sich schwierige Themen wie Flucht in den Unterricht integrieren lassen, sondern sie stellt auch einen Kontakt zwischen Studierenden und Flüchtlingen her. Fotos: Lisa Leyerer

Seminar am Puls der Zeit: Flüchtlingskrise im Schulunterricht

„Krieg, Flucht und Folter“, so heißt das Seminar von Dr.des. Kathrin Heintz (34). Ein zu schwieriges Thema für den Schulunterricht? Nein, findet die Germanistik-Dozentin. Sie zeigt angehenden Lehrern am Campus Landau, wie ernste Themen mithilfe von Kinder- und Jugendliteratur im Schulunterricht besprochen werden können. Ein Flüchtlingskind im Schulunterricht gehört immer häufiger zum Alltag von Lehrkräften. Damit angehende Lehrer für das Thema Flucht sensibilisiert werden, lesen die Teilnehmer im Germanistik-Seminar von Dr.des. Kathrin Heintz Texte wie „Ein Hand voller Sterne“ von Rafik Schami oder „Als mein Vater ein Busch wurde und ich meinen Namen verlor“ von Joke van Leeuwen. Die Dozentin ist überzeugt, dass sich mit Bilderbüchern und Erzählungen die grausamen Ereignisse und Konsequenzen eines Krieges kindgerecht in den Unterricht aller Schulformen einbauen lassen. „Kinder bekommen über die Massenmedien sowieso sehr viel mit, auch die Flüchtlingskrise. Aber Erwachsene reden nicht gern darüber, weil sie denken, es sei zu schwierig für Kinder“, berichtet Heintz. Die große Stärke von Literatur sei, dass Kinder durch Geschichten lernen, in eine fremde Perspektive hineinzuschlüpfen. Thema von hoher Relevanz Das Angebot auf …

Eines der Porträts von Martin Lilkendey zeigt den zwölfjährigen Enisa aus dem Kosovo. Foto: Lilkendey

Flüchtlingsschicksale in Nahaufnahme

Martin Lilkendey ist Akademischer Oberrat für künstlerische Praxis und Didaktik am Institut für Kunstwissenschaft. Seine neuste Reihe „Where are we going“ porträtiert Flüchtlinge, die in Köln untergekommen sind. Seit September 2014 fotografiert Martin Lilkendey Personen in einem Kölner Container. Das Set ist ein ganz einfaches: ein schwarzer Hintergrund, ein Stativ mit Kamera und eine Fotoleuchte. Die Bilder sind intensiv. Vor allem wenn man weiß, welche Geschichten die Menschen haben, die der Koblenzer Dozent vor seiner Linse hat: Es sind Flüchtlinge. Seine Reihe “Where are we going” ist zur Zeit im Internet zu sehen. „Ich versuche, den Begriff Flüchtling zu personifizieren, meiner Ansicht nach ist der Begriff zu beschränkt und zu negativ behaftet für die Menschen, die damit gemeint sind“, meint Lilkendey. Seitdem die Medien verstärkt über das Thema berichteten, ist es ihm wichtig, die Problematik mit der Sprache anzugehen, die er am besten spricht. „Xenophobie, also Fremdenangst, führt zu Fremdenhass. Diese Angst verschwindet normalerweise, wenn man sich mit den Menschen beschäftigt, sie kennenlernt, sie ansehen kann“, sagt Lilkendey. Die Fotografie bietet in seinen Augen die …