Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gesellschaft

Rabea Immer studiert Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Sie ist vor allem von der Vielfältigkeit des Studiengangs begeistert. Foto: Philipp Sittinger

Sozial- und Kommunikationswissenschaften: Zwischen den Disziplinen

Im Studiengang Sozial- und Kommunikationswissenschaften geht es um das große Ganze der Gesellschaft, um Politik, Medien, Wirtschaft und das Verstehen von Zusammenhängen. Rabea Immer ist davon besonders begeistert. Sie studiert im fünften Bachelorsemester und freut sich auf die Erfahrungen in der vielfältigen Arbeitswelt, die Absolventen des Faches offen steht. Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Sozial- und Kommunikationswissenschaften? Mir gefällt vor allem, dass das Fach breit gefächert ist. Ich habe mir zunächst andere Unis angeschaut. Aber an den meisten Standorten gibt es Soziologie, Politikwissenschaft oder Medienwissenschaft als einzelne Fächer. Das Fach Sozial- und Kommunikationswissenschaften hier in Landau bietet von allem etwas. Ich finde dabei die komplexen Zusammenhäng­e zwischen verschiedenen Teilen der Gesellschaft sehr spannend. Man kann sich das große Ganze anschauen. Wie sind Sie auf den Bachelor Sozial- und Kommunikationswissenschaften und den Standort Landau aufmerksam geworden? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene …

Rebekka Smuda forscht in ihrer Dissertation zum alltäglichen Umgang mit Körperhaar. Für die Datenerhebung nutzte sie ein Kosmetikstudio. Foto: Jan Reutelsterz

Feldforschung im Kosmetikstudio: Eine haarige Angelegenheit

Glatt rasiert oder Zottelmähne? Rebekka Smuda beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit dem alltäglichen Umgang mit Körperhaaren. Ihre Daten sammelte die Geschlechterforscherin im Feld während eines Praktikums in einem Kosmetikstudio. Sie weiß: Wer zu einem so privaten Thema forscht, muss Grenzen respektieren und Vertrauen schaffen. Beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Meine Dissertation trägt den Titel (un)behaart – Das Haar als Umschlagstelle von Innen und Außen. Da ich mich auf den alltäglichen Umgang mit Körperhaaren als kulturelle Praktik konzentriere, forsche ich ethnografisch. Meine Daten erhebe ich im Feld, also im aktiven Austausch mit meinen Forschungspartnern, um sie anschließend zu analysieren. Das war zunächst schwierig, weil es sich dabei um ein sehr persönliches und individuelles Thema handelt. Gegenseitiges Vertrauen ist der Schlüssel. Einen geeigneten Zugang habe ich in einem Kosmetikstudio gefunden, wo ich …

In den gemütlichen Gassen von Landau fühlt sich Professor Thomas Müller-Schneider wohl. Er ist mit Leib und Seele Soziologe und forscht zum Thema Liebe und Beziehungen. Foto: Philipp Sittinger

Unsere Profs: Thomas Müller-Schneider

Professor Dr. Thomas Müller-Schneider ist Soziologe durch und durch. Mit großer Leidenschaft analysiert er gesellschaftliche Gefüge. Er weiß, warum Paare glücklicher sind als Singles und arbeitet daran, die Zukunft der Menschheitsgeschichte zu erforschen. Mit seinem Studium in Bamberg stellte der gebürtige Würzburger die Weichen für seine akademische Laufbahn und wurde nach Promotion und Habilitation Anfang 2003 nach Landau berufen. Hier hat der 57-Jährige seinen Platz gefunden. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Wenn eines dieser Klischees zutreffen sollte, dann die Tatsache, dass man als Professor gerne in seiner Bude hockt und liest. Ich verbringe gerne Zeit in der Bibliothek oder zuhause im Lesezimmer und breite Bücher vor mir aus, beschäftige mich mit Texten und gehe in mich. Trotzdem bin ich kein Einsiedler und mag den wissenschaftlichen Austausch außerhalb meiner eigenen vier Wände. Wie waren Sie als Student? Ich war von Anfang an relativ ehrgeizig und habe mein Studium innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen. Es war mir schon immer wichtig, gute Leistungen …

Heute schreibt Campus-Reporterin Esther Guretzke. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Wonach riecht Glück?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute philosophiert Esther Guretzke über ihre Zukunft nach dem Bachelorstudium. Lustlos klicke ich mich durch endlose Stellenanzeigen. Ich vergleiche die Anforderungen, mein Profil, ich überlege, was ich von meinem Job erwarte und was potenzielle Arbeitgeber erwarten. Nach fünf Minuten stelle ich fest, dass ich keine eierlegende Wollmilchsau bin, aber, dass ich mich mit ein paar Kompetenzbegriffen sicherlich als solche zeigen kann. Ja, ich arbeite gerne. Ja, ich bin lernfähig und eine meiner größten Stärken: Ich bin begeisterungsfähig. Schnell und effizient kann ich mich in neue Jobs reinfinden. Die Frage, die ich mir stelle, ist jedoch: Will ich das? Der Bachelor ist beendet und ich stehe vor dieser riesigen Frage, was nun eigentlich passiert. Während ich mir darüber Gedanke mache, dreht sich die Zeit weiter. Sicherlich gibt es Studierende, die genau wissen, was sie nach dem Studium machen möchten. Vielleicht arbeiten sie sogar gezielt auf den einen Job hin. Bei mir ist das nicht so. Ich habe im Urlaub erfahren, …

Arbeiten, mit Freunden kommunizieren, einkaufen - alles geschieht heute online und mit jedem Klick hinterlassen wir eine Spur im Netz. Wie wir unsere Privatsphäre im Internet schützen können, verrät Dr. Michael Möhring im Interview. Foto: unsplash/rawpixel

Herausforderung Datenschutz

Würde Goethes Faust in heutigen Tagen spielen, lautete die Gretchenfrage wohl: „Wie hältst du es mit dem Datenschutz?“ Der Datenschutzbeauftragte des Campus Koblenz, Dr. Michael Möhring, ist Experte auf diesem Gebiet und gibt Tipps, wie man seine Privatsphäre trotz Datenkraken im Internet schützt. Der Datenschutz ist ein wichtiger Teil Ihres beruflichen Lebens. Was interessiert Sie persönlich an diesem Thema? Mich interessiert besonders, wie Informationstechnik und der Umgang mit Daten sich in der Praxis auf das gesellschaftliche Leben auswirken. Ich denke, sich mit der rein technischen Seite der Informatik auseinanderzusetzen, ist nicht genug. Erst das Zusammenspiel mit der Lebenswelt der Menschen macht das Ganze interessant. Das spiegelt sich auch in meiner Tätigkeit als Dozent hier an der Universität wider. Im jährlichen Rhythmus biete ich die Veranstaltungen Datenschutz und Informationsgesellschaft an. Außerhalb der Universität ist mir als Mitglied des Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) das Thema der Wechselbeziehung zwischen Informationstechnik und Gesellschaft ebenfalls wichtig. Was sind Ihre Aufgaben am Campus? Ich bin der Ansprechpartner bei Datenschutzfragen, im wissenschaftlichen Bereich zum Beispiel bei der Erhebung …

Bereits in der Schule wusste Prof. Dr. Werner Sesselmeier was ihn am meisten interessiert: die Wirtschaftswissenschaften. Foto: Lisa Leyerer

Unsere Profs: Werner Sesselmeier

Prof. Dr. Werner Sesselmeier ist vor allem eins: engagiert. Neben seiner Professorenstelle setzt er sich als Prodekan für seinen Fachbereich ein und ist Herausgeber der Zeitschrift Sozialer Fortschritt. Im Interview erzählt der gebürtige Niederbayer, weshalb er sich in Landau pudelwohl fühlt und warum er als Wissenschaftler nicht in einem Elfenbeinturm sitzen möchte. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Meine Frau würde Ihnen bestätigen, dass meine Zerstreutheit tatsächlich mit den Jahren zugenommen hat. Lange über Büchern zu brüten gehört natürlich zu meinem Job. Ich möchte mein Wissen den Studierenden und der Öffentlichkeit weitergeben. Lesen gehört deswegen zu meinem Berufsalltag, wobei es sich dabei nicht um brüten, sondern eher um …

Heute schreibt Campus-Reporterin Constanze Schreiner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Ich püriere gerne

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute sinniert Constanze Schreiner über den Trend zu Brei. Porridge, Chiapudding und Kartoffelbrei stehen bei ihr hoch im Kurs.  Achtung, Vorwarnung, in den nächsten Zeilen geht es um ein Haushaltsgerät. Genauer gesagt um mein liebstes Haushaltsgerät: Einen zugegebenermaßen ziemlich günstigen Ice Cruhsher einer No-Name Marke. Um gleich falschen Bildern im Kopf vorzubeugen: Nein, ich benutze mein favorisiertes Küchengerät nicht primär, um mir Crushed Ice für Gin Tonics und Mojitos zuzubereiten, die ich dann genüsslich auf der Couch liegend schlürfe. Nein, ganz anders: Ich püriere. Aktuell am liebsten Kürbis und Süßkartoffel mit ein wenig Kokosmilch. Zur Freude von Alfons Schubeck gerne mit einer Prise Ingwer. Auch im Sommer lässt mich mein Küchenfreund nicht hängen und rotiert unermüdlich die Schneidemesser, um gefrorenes Obst in eine gesunde Eis-Variante zu verwandeln. Angefangen hat das öffentliche Pürieren mit Smoothies. Mittlerweile gibt es in größeren deutschen Städten Brei-Restaurants, beispielsweise Cafés, deren Key-Dish Porridge ist. Porridge ist der moderne Begriff für Haferschleim, ein „Gericht“, vor dem …

Umweltökonom Prof. Dr. Frör untersucht das Problem der Gewässerversalzung und möchte dem Thema mehr Aufmerksamkeit in Forschung und Gesellschaft verschaffen. Foto: Leyerer

Salz in unserem Wasser: Gefahr für Mensch und Umwelt

Die zunehmende Versalzung von Gewässern ist ein ökologisches Problem. In einer kürzlich veröffentlichten Studie warnen Wissenschaftler um Oliver Frör, Professor für Umweltökonomie in Landau, vor den Konsequenzen für Mensch und Umwelt.  In Ihrem kürzlich erschienenen Artikel in der Fachzeitschrift “Science” haben Sie sich mit 23 weiteren Autoren dem Thema Gewässerversalzung gewidmet. Zu welchen Erkenntnissen sind Sie gelangt? Wir wissen, dass es zahlreiche Ursachen für die zunehmende Versalzung unserer Gewässer gibt, die früher oder später nicht nur die Umwelt, sondern auch uns Menschen stark belasten werden. Ein wesentliches Problem liegt in den Abwässern, die beim Abbau von Salzen im Bergbau entstehen, in Trockengebieten spielt auch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Der Salzgehalt in Flüssen, Seen und im Grundwasser steigt, die Wasserqualität nimmt ab. So werden beispielsweise Abwasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung immer teurer. Wir haben mit Wissenschaftlern aus aller Welt in einer Art Metaanalyse unsere Erkenntnisse aus den verschiedenen Fachgebieten der Natur-, Umwelt- und Sozialwissenschaften zusammengetragen, um den Status Quo der Gewässerversalzung, einem bislang viel zu wenig beachteten Thema, darzustellen und Lösungen aufzuzeigen. Sämtliche Erkenntnisse aus eigenen empirischen Studien …