Studis & ihre Nebenjobs
Kommentare 4

Als Flugbegleiterin um die ganze Welt

Um die Welt reisen und dafür Geld bekommen: Für viele Menschen ist Stewardess ein Traumjob. Foto: Fotolia/maconga Um die Welt reisen und dafür Geld bekommen: Für viele Menschen ist Stewardess ein Traumjob. Foto: Fotolia/maconga

In diesem Teil der Serie “Studierende und ihre Nebenjobs” sprechen wir mit Masterstudentin Dietlind Hinsch. Als Flugbegleiterin reist sie durch die Weltgeschichte und lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen.

Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. UniBlog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei.

Wer sind Sie?

Mein Name ist Dietlind Hinsch. Ich studiere im 1. Master-Semester Kulturwissenschaft in Koblenz. Meinen Bachelor habe ich vor sechs Jahren in Marburg abgeschlossen, ursprünglich komme ich aus Berlin.

Dietlind Hinsch reist als Flugbegleiterin um die Welt. Foto: Privat

Dietlind Hinsch reist als Flugbegleiterin um die Welt. Foto: Privat

Was für einen Nebenjob machen Sie?

Nach meinem Bachelorabschluss wollte ich erst einmal die Welt sehen und ein, zwei Jahre als Flugbegleiterin arbeiten. Daraus wurden jetzt sechs Jahre. Seitdem ich wieder studiere, arbeite ich in Teilzeit.

Was sind Ihre Aufgaben?

Ich  habe ungefähr drei bis vier Flugeinsätze pro Monat. Als Flugbegleiterin bin ich für die Sicherheit und das Wohl der Passagiere verantwortlich. Es steckt schon etwas mehr dahinter, als nur nach Tomatensaft und „Chicken or beef?“ zu fragen. Besonders auf langen Flügen kann es beispielsweise zu medizinischen Notfällen kommen, da die Passagiere die Anstrengung eines langen Fluges oft unterschätzen. Ich perönlich habe schon einige heikle Situationen miterlebt: Von in Ohnmacht gefallenen Passagieren über aufgeschlagene Lippen bis hin zu Asthmaanfällen. Für solche Situationen werden wir speziell geschult, da nicht immer ein Arzt an Bord ist. Ein weiteres Problem können Passagiere sein, die schon mal einen über den Durst trinken, heimlich rauchen oder rumpöbeln. Aber auch hier gibt es für das Flugpersonal entsprechende Schulungen.

Was macht Ihnen am meisten Spaß?

Die Arbeit mit den unterschiedlichsten Menschen und Kulturen und natürlich die Möglichkeit, so viele verschiedene Länder kennen zu lernen. Viele Passagiere teilen ihre Emotionen. Neulich hatte ich ein frisch verheiratetes Paar an Bord. Die Braut hatte ihr Brautkleid und Blumen dabei, wofür wir erst einmal einen sicheren Stauplatz finden mussten. Die beiden waren so liebenswert, haben übers ganze Gesicht gestrahlt und einfach gute Laune verbreitet. Beim Aussteigen haben sie jedem der Crew noch eine Rose geschenkt.

Wie sind Sie zu dem Job gekommen?

Durch Zufall. Ich hab im Radio gehört, dass Personal gesucht wird. Da ich damals sowieso eine Auszeit vom Studium nehmen wollte, habe ich mich beworben.

Können Sie den Job weiterempfehlen, braucht man bestimmte Voraussetzungen?

Wer gut mit Zeitverschiebung und Nachtarbeit zurecht kommt, teamfähig und serviceorientiert ist und gut Englisch und eine weitere Fremdsprache spricht, erfüllt schon mal einige Vorrausetzungen. Man sollte die körperlichen Belastungen allerdings nicht unterschätzen.

Wie studienkompatibel ist der Job? Bitte vergeben Sie Sterne von 1 bis 5 (5 Sterne = super kompatibel).

Es erfordert einiges an Organisation und Planung, mit einem Masterstudiengang funktioniert das aber recht gut, da wir nicht so viele Seminare haben.

Sandra Erber

4 Kommentare

  1. Kathrin Schäfer sagt

    Ich hätte sehr großes Interesse nebenberuflich als Flugbegleiterin zu arbeiten. Da ich Vielflieger bin und sich der Job zeitlich gut mit meinem Studium vereinbaren lässt, wäre es ideal.

  2. Hallo.

    Also 3-4 Flugeinsätze pro Monat hört sich ja nicht so viel an. Aber ich gehe mal davon aus, dass man pro Flugeinsatz schon so 3 Tage einplanen muss. Ich selbst studiere in Landau Sport und Chemie auf Lehramt und kann mir nicht vorstellen, dass irgendwie funktionieren kann, wenn man zwei oder mehr Pflichtseminare hat. Wo bekommt man denn weitere Infos zu den Voraussetzungen (vorallem würde mich das in Hinsicht auf zeitliche Flexibilität interessieren)und gibt es auch Flugbegleiter?

    Viele Grüße

    J.

    • Dietlind Hinsch sagt

      Hi, es stimmt, man muss 1-5 Tage pro Einsatz einplanen. Bei meiner Frima kann man sich den Dienstplan weitestgehend selbst gestalten und so plane ich meine Einsätze, wenn es geht, Freitag bis Sonntag ein. Es erfordert wie gesagt schon etwas Organisation und verständnissvolle Profs sind auch hilfreich. Auf den Webseiten der jeweiligen Fluggesellschaften findest du Infos ob die Airline grade einstellt und zu den Voraussetzungen. Natürlich gibt es auch männliche Flugbegeliter 🙂

  3. D. Schmitt sagt

    Hallo Dietlind,

    das was du machst finde ich spitze!
    Ich interessiere mich auch sehr für die Luftfahrt und könnte mir vorstellen später neben dem Master zu fliegen.
    Welches Modell eignet sich dann eigentlich am besten?
    Vollzeit oder Teilzeit? Kann man sich die Tage selbst raussuchen? Kann man das mit der Airline absprechen?

Schreibe einen Kommentar