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Rein ins Unileben: Studienstart in Koblenz

Raus aus der Schule, rein ins Unileben! Schon der Anblick des großen Hörsaals löste bei vielen der „Erstis“ leuchtende Augen und lächelnde Gesichter aus. Denn für rund 900 Studienanfänger im 1. Fachsemester beginnt jetzt das Studentendasein. Den Startschuss dafür gab die Erstemesterbegrüßung am Campus Koblenz. Neben dem Vizepräsidenten Prof. Dr. J. Felix Hampe und dem Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, bekamen alle vier Fachbereiche und weitere universitäre Einrichtungen Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vorzustellen.

Studenten in Reihe

Die Studierenden lauschen gespannt.

„Wir wollen die natürliche Neugier in Ihnen wecken, sich für unsere Angebote zu begeistern“, wandte sich Vizepräsident Hampe direkt an seine junge Zuhörerschaft und stellte in seiner Rede die Universität vor, die mit ihren mittlerweile rund 15.000 Studierenden an den beiden Campi Koblenz und Landau zu den mittelgroßen Universitäten zählt. Zwar verzeichnete die Universität in den vergangenen Jahren einen enormen Zuwachs, doch Hampe stellte deutlich heraus: „Die Kapazitätsgrenze ist nun erreicht. Denn was Koblenz ausmacht, sind die kurzen Wege, die Vertrautheit untereinander und die enge gemeinsame Arbeit an Projekten, die an den riesigen Massenunis in Deutschland nicht möglich ist.“

Neben der Intimität einer eher kleinen Bildungseinrichtung hob auch OB Hofmann-Göttig die Attraktivität der Stadt heraus. Denn Koblenz zeigt mit seiner langen Geschichte von 2000 Jahren und der Entwicklung hin zu einer modernen jungen Stadt einen ganz besonderen Charakter, der auch vom regen Unileben am und rund um den Campus profitiert. Für Erheiterung im Saal sorgte der OB vor allem mit seinen lebenspraktischen Tipps zum Steuersparen und hieß die Neu-Koblenzer nicht nur zu ihrer Studienzeit willkommen: „Verlieren Sie Ihr Herz an die schönste Stadt an Rhein und Mosel, und bleiben Sie – auch für die Zeit danach!“

Einen Einblick in ihre wissenschaftliche Arbeit bot als Erste Prof. Dr. Ulrike Stadler-Altmann, Prodekanin des Fachbereichs Bildungswissenschaften. Mit ihren anschaulichen Ausführungen zur Schulischen Kohäsion nahm sie ihre Zuhörer mit in die Welt der Methoden, Hypothesen und Forschungsdesigns und erläuterte, warum die Schulpädagogik die Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis bildet.

Vize Hampe

Vizepräsident Prof. Dr. J. Felix Hampe heißt die Studienanfänger willkommen. Fotos: Marta Fröhlich

Direkt aus der Praxis berichtete auch Prof. Dr. Michael Klemm, Dekan des Fachbereichs Philologie/Kulturwissenschaften, indem er erläuterte, was passiert, wenn sich Studenten gerade nicht an die Vorgaben der Studienordnung halten. Frei nach dem Motto „Darf’s ein bisschen mehr sein?“ stellte er das bunte Festival Kaleidoskop vor, mit dem seine Schützlinge bereits im dritten Jahr neben dem eigentlichen Unibetrieb das Kulturleben der Stadt bereichern. Aber auch der Verein Stadttuni, aus der Initiative einiger Kuwis gewachsen, zeugt regelmäßig von Kreativität und Ideenreichtum abseits der vorgeschriebenen Seminarpläne.

Eine ganz andere Perspektive auf die Arbeit einer Universität bot Dr. Wolfgang Imhof, Professor für Organische Chemie im Fachbereich Mathematik/Naturwissenschaften. Was haben Flugzeuge, Fenster und Tankstellen mit der Forschung am Institut in Koblenz zu tun? Sehr viel, denn Prof. Dr. Imhof arbeitet mit seinem Team aktuell an der Entwicklung eines energieeffizienten Verfahrens zur Herstellung neuartiger Monomere und Funktionspolymere auf Polysulfidbasis. Das hört sich erst mal kompliziert an, kann jedoch in naher Zukunft der Industrie zu einem Stoff verhelfen, der hochelastisch, sehr widerstandsfähig und dazu noch selbstheilend ist – und bei seiner Herstellung außerordentlich wenig Energie verbraucht.

Von so anwendungsnahen und innovativen Entwicklungen konnte auch Prof. Dr. Stefan Müller berichten, der aus dem Fachbereich der Informatik sein Forschungsprojekt Augmented Reality mitgebracht hatte. In Anbetracht einer digitalisierten Welt – von der Medizin über die Freizeit bis hin zum Beruf – erscheint die Informatik gar nicht mehr so dröge wie ihr Ruf. So kann die Vision der Augmented Reality uns die Welt als URL erscheinen lassen. Mithilfe eines kleinen Bildschirms – zum Beispiel als Brille oder sogar als Kontaktlinse getragen – bekommt der Mensch, während er sich durch die Welt bewegt, digitale Informationen in sein Blickfeld geliefert. So kann Geschichte vor Ort erzählt werden, der Operateur bekommt einen detaillierten Lageplan des Innenlebens seines Patienten vor ihm auf dem OP-Tisch, und das Kochen bringt mit witziger Gameplay-Optik den letzten Küchenmuffel an den Herd. Das könnte schon bald Realität sein, denn der Fachbereich sieht sich auch als Dienstleister und Entwickler für die Wirtschaft, die die Ideen der Forscher in Produkte umsetzt.

Universitätsmusikdirektor Ron-Dirk Entleutner begrüßt die Erstis mit Musik und stellt das UNI-Vokalensemble vor.

Nach so viel Input kam die musikalische Unterbrechung des UNI-Vokalensembles unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Ron-Dirk Entleutner gerade recht, um die vielen neuen Eindrücke zu verdauen und zu den weiteren Einrichtungen am Campus Koblenz überzuleiten. Entleutner nutzte die Gelegenheit, die vielschichtige Universitätsmusik vorzustellen und neue Musikbegeisterte zu akquirieren. Aber auch das Studierenden-Portal mit seiner hilfreichen Orientierungs-App und der Allgemeine Hochschulsport boten mit rasanten Videos und Präsentationen einen guten Einstieg in ihre Arbeit. Etwas ruhiger ging es da bei der Einführung in die Uni-Bibliothek zu, bei der Dr. Ralf Grunder den Erstsemestern hilfreiche Tipps zum Lesen und Lernen am Campus gab.

Nach den kurzen Vorstellungen des Studierendenwerks, des Frauen- und Studienbüros, des Kompetenzzentrums für Studium und Beruf (KSB) sowie des Interdisziplinären Promotionszentrums (IPZ) sprach Jan-Holger Nahler als Vertreter der Studierendenschaft ein paar Worte über die politischen Organe wie AStA und Stupa und rief die neuen Studierenden zum aktiven politischen Engagement an ihrer Uni auf. Und plötzlich wurde es wuseilg im großen Hörsaal, denn nach der Vorstellung des OPA-Teams – sehr deutlich und mit viel Gelächter wurde der Unterschied zwischen dem Opa und dem OPA (Orientierungsphasenausschuss) hervorgehoben – fanden sich die frischgebackenen Studierenden in ihren Erstigruppen zusammen, um den Campus und die neue Stadt mit tatkräftiger Unterstützung und hilfreichen Tipps der Altstudis zu erobern.

Marta Fröhlich

Herzlich Willkommen an unserer Universität!

Impressionen der Uni-Rallye

Eine beliebte Aktion während der Orientierungswoche ist die Uni-Rallye, bei der die Studierenden in Gruppen den Campus erkunden. UniBlog-Reporter Adrian Müller war mit der Kamera unterwegs.

Die Teamer führen die Studienanfänger zu den einzelnen Stationen.

Die Teamer führen die Studienanfänger zu den einzelnen Stationen. Fotos: Adrian Müller

Damit die Studienstarter auch wissen, zu welcher Gruppe sie gehören, gab es wieder kreativ gestaltete Schilder und Kostüme. Foto: Adrian Müller

Damit die Studienstarter auch wissen, zu welcher Gruppe sie gehören, gab es wieder kreativ gestaltete Schilder und Kostüme.

Beim Rallye-Stand des UniBlog erfinden die Rallye-Teilnehmer originelle Bildunterschriften. F

Beim Rallye-Stand des UniBlogs erfinden die Rallye-Teilnehmer originelle Bildunterschriften.

Ist gar nicht so einfach...

Ist gar nicht so einfach…

Bei der Uni-Rallye ist manchmal auch Sportlichkeit gefragt.

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Wie viele Studierende passen auf einen Steinblock? 1, 2, 3, ...

Wie viele Studierende passen auf einen Steinblock? 1, 2, 3, …

Auf zum Wissensquiz beim Gründungsbüro.

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Nur wer beim packen der Ersti-Tüte keinen Flyer vergisst, erhält bei diesem Spiel die volle Punktzahl.

Nur wer beim Packen der Ersti-Tüte keinen Flyer vergisst, erhält bei diesem Spiel die volle Punktzahl.

Nach der anstrengenden Rallye genießen die Erstsemester hinter dem Sportgebäude die Abendsonne.

Nach der anstrengenden Rallye genießen diese Erstsemester hinter dem Sportgebäude die Abendsonne.

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