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Student und Tüftler: Marcus Bausen entwickelt App für Staus und Blitzer

Marcus Bausen, Student am Koblenzer Institut für Informationsmanagement, hat eine Stau- und Blitzer-App entwickelt, mittlerweile wird sie schon deutschlandweit genutzt. Foto: Adrian Müller Marcus Bausen, Student am Koblenzer Institut für Informationsmanagement, hat eine Stau- und Blitzer-App entwickelt, mittlerweile wird sie schon deutschlandweit genutzt. Foto: Adrian Müller

An der Uni Koblenz-Landau treiben sich findige Tüftler herum. Einer von Ihnen ist Marcus Bausen. Der Student vom Institut für Informationsmanagement hat eine “Blitzer-App” entwickelt, die kontinuierlich Blitzer- und Stauwarnungen für den Kreis Ahrweiler auf das Smartphone ausgibt. Seit Kurzem gibt es eine aktualisierte Version, mit der Blitzer und Staus deutschlandweit erfasst werden.

Den Kampf gegen Blitzer hat Marcus Bausen aus Bad Neuenahr  unfreiwillig angetreten: Vor gut zwei Jahren bog der 24-Jährige mit seinem Auto zu rasant in eine Straße ein, da blitzte es. Der damalige Auszubildende, der gerade seine Probezeit hinter sich gebracht hatte, wurde mit einem Bußgeld samt Führerscheinentzug für vier Wochen vom Ordnungsamt zur Räson gerufen. “Da man als Azubi nicht sonderlich liquide ist, hat mich das nicht nur wütend, sondern auch ein bisschen ärmer gemacht”, erinnert sich Bausen – inzwischen mit einem Lächeln.

Deutschlandweit eine gefragte Applikation

Aus der Not machte der nebenberuflich tätige Mediengestalter eine Tugend: Er entwickelte ein Konzept für einen Blitzer- und Staumeldeservice. Nach einige Bastel- und Programmierstunden entstand daraus die App “MeldungenKreisAW” , die Meldungen für Verkehrsteilnehmer aus dem Kreis Ahrweiler zur Verfügung stellt. Mit einem Update, das Bausen umsetzte, kann man sich jetzt auch deutschlandweit über Blitzer- und Staumeldungen informieren. 30 Kreise sind schon in Bausens System erfasst, darunter beispielsweise die Kreise Koblenz, Köln, Bonn, Passau und das sächsische Vogtland.

Technisch funktioniert das so: Die App greift Meldungen und Daten aus Facebook-Gruppen ab, die von den Nutzern mit allen wichtigen Infos zu Blitzern, Staus, Verkehrswarnungen oder Unfällen gefüttert werden. Wer die App nutzen möchte, muss nicht in dem sozialen Netzwerk angemeldet sein. Wer allerdings selbst Meldungen teilen möchte, benötigt ein Facebook-Profil. Alle zwei Minuten aktualisieren sich die Infos automatisch. Unter www.meldungenkreis.de kann man die App kostenfrei runterladen. Bisher war das schon 20.000 Mal der Fall.

Auch eine beliebte App braucht Marketing

Die Programmierfähigkeiten hat sich Marcus Bausen, der zuvor eine Ausbildung zum Fachinformatiker absolviert hat, autodidaktisch beigebracht. Mittlerweile zahlt sich die Tüftel-Leidenschaft des App-Entwicklers aus: Anzeigenkunden schalten Werbung auf der Webseite der App – eine kleine Aufwandsentschädigung und Finanzierungshilfe. Um seine Applikation für Werbekunden noch attraktiver zu machen, hat er sich zudem Unterstützung beim Gründungsbüro am Campus Koblenz gesucht. “Meine Entwicklung wurde mit Interesse aufgenommen. Vor allem was das Marketing und die Akquise von Werbekunden angeht, habe ich  viele nützliche Tipps bekommen”, erinnert sich Bausen. Seine Entwicklung ist beliebt: Sowohl im App- als auch im Google-Play-Store haben Nutzer die Blitzer-App mit bis zu 4,5 Punkten bewertet. Um sie in Zukunft noch bedienungsfreundlicher zu  gestalten, möchte Bausen die App mit GPS synchronisieren: “So kann die App den aktuellen Standort des Verkehrsteilnehmers direkt orten, ohne dass er sich durch Voreinstellungen klicken muss.”

Sandra Erber

5 Kommentare

  1. Frank Hofmann sagt

    Alles schön und gut, nur leider sind diese “Blitzer APPS” verboten und das scheint dem jungen Mann nicht so ganz klar zu sein.
    Jeder der diese APP benutzt, macht sich dadurch auch strafbar.
    Schon mal daran gedacht ?

    • Müller sagt

      Das ist so nicht richtig! Wer sich VOR dem Fahrtantritt durch die App automatisch informieren lässt, wo derzeit Blitzer stehen, macht nichts Illegales. Tatsächlich macht man sich strafbar, sollte man während der Fahrt automatisiert oder manuell Meldungen abrufen und anzeigen lassen.

  2. Richard Wender sagt

    Hallo Frank, da gebe ich dem Marcus Recht. Solange kein Richter wirklich darüber entschieden hat, ist die Benutzung für mich nicht illegal. Andere Behauptungen wären zu belegen.

    Aber permanente Werbung in einer App und Verkehrssicherheit gehen für mich definitiv nicht zusammen. Das ist kontraproduktiv. Sorry!
    Und eine Neuerfindung ist das Thema Stau- und Blitzerwarnung ja nun wirklich auch nicht mehr. Gibt’s doch schon lange (Blitzer.de). Allein schon der Punkt, dass sich die Warnung nur auf einige wenige Landkreise bezieht, in denen Facebookgruppen ausgewertet werden, macht die App so sinnlos wie sonst irgendwas. Ich will mich beim Autofahren auf das Fahren und den Verkehr konzentrieren und nicht nebenbei noch Facebookbeiträge lesen müssen.

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