Studis & ihre Nebenjobs
Schreibe einen Kommentar

Assistent im Schlaflabor

Lehramtsstudent Alexander Gear verbringt vier bis fünf Nächte im Monat im Schlaflabor und überwacht Patienten mit Schlafproblemen. Foto: Schreiner Lehramtsstudent Alexander Gear verbringt vier bis fünf Nächte im Monat im Schlaflabor und überwacht Patienten mit Schlafproblemen. Foto: Schreiner

Alexander Gear arbeitet neben seinem Studium im Schlaflabor Landau. Dabei hat er nicht nur viel über den menschlichen Schlaf gelernt, sondern schätzt vor allem den Umgang mit den Patienten.

Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei.

Wer sind Sie?

Mein Name ist Alexander Gaer, ich bin 25 Jahre alt und studiere in Landau die Fächer Bildende Kunst und Philosophie für das Lehramt Gymnasium. Momentan bin ich doppelt eingeschrieben und schreibe an meiner Bachelorarbeit in Philosophie.

Was für einen Nebenjob machen Sie?

Ich arbeite vier bis fünf Mal pro Monat im Schlaflabor Landau. Das Schlaflabor wird von Dr. med. Marcus Michel und Dr. med. Jochen Meyer betrieben und ist räumlich an das Vinzentius Krankenhaus angegliedert. Der Schwerpunkt liegt auf der Diagnose und Therapie von Schlafstörungen. Da es ein Schlaflabor ist, arbeite ich entweder in der Spätschicht bis 23 Uhr oder in der Nachtschicht bis 7 Uhr morgens.

Was sind Ihre Aufgaben?

Wenn ich im Schlaflabor ankomme, bereite ich alles für die bevorstehende Nacht vor. Das betrifft sowohl die Gerätschaften wie auch die Zimmer. Wenn die Patienten eintreffen, ist es meine Aufgabe, sie zu begrüßen und über den Ablauf zu informieren. Im Anschluss werden die Patienten „verkabelt“, das heißt, ich befestige die Elektroden, die verschiedene Schlafparameter wie Gehirnströme und Muskelaktivität messen. Zudem installiere ich eine Art Atemmaske, die dazu dient, die Atmung der Patienten während des Schlafs zu überwachen. Dies kann zwischen 30 und 60 Minuten dauern. Wenn die Patienten schlafen, überwache ich die Computer und die Aufnahmen. Sollte sich ein Kabel lösen, befestige ich es wieder, oft wachen die Patienten dabei gar nicht auf. Wenn Patienten zur Toilette müssen, helfe ich ihnen, die Kabel vorübergehend abzunehmen und später wieder anzuschließen. Alle Unregelmäßigkeiten und Besonderheiten, die ich bemerke werden in einem Protokollbogen notiert, der den Ärzten die Diagnose erleichtert. Gegen sechs Uhr morgens werden die Patienten geweckt und ich nehme die Elektroden, die Maske und die Kabel ab. Nachdem ich sie verabschiedet habe, reinige ich die Kabel, Elektroden und Geräte und bereite alles für den Kollegen am folgenden Abend vor. Gegen sieben Uhr habe ich dann auch Feierabend.

Was bereitet Ihnen am meisten Freude bei dieser Arbeit?

Am meisten Freude bereitet mir der Umgang mit den Patienten. Durch meine Arbeit habe ich die Möglichkeit, viele verschiede Menschen kennen zu lernen und spannende Einblicke in verschiedenste Lebensgeschichten zu bekommen. Ohne meinen Nebenjob würde ich den meisten dieser Menschen nie begegnen. Gerade diesen persönlichen Kontakt empfinde ich als sehr bereichernd. Außerdem finde ich es sehr spannend mehr über die Somnologie, so nennt man die Schlafmedizin in der Fachsprache, zu erfahren.

Wie kamen Sie an Ihren Nebenjob?

Ich bin über einen Bekannten an den Job gekommen. Er hat vor mir dort gearbeitet und musste aus persönlichen Gründen aufhören. Ich habe seine Stelle übernommen.

Was verdienen Sie an Ihrem Nebenjob

Ich bin auf 450-Euro-Basis angestellt.

Kann man diesen Job weiter empfehlen? Braucht man bestimmte Voraussetzungen dafür?

Ja, ich würde den Job weiterempfehlen. Allerdings muss man in der Lage sein, auch nachts über lange Zeit aufmerksam und konzentriert sein zu können. Für mich als Nachteule ist das perfekt. Außerdem muss man sehr sorgfältig und zuverlässig sein und Spaß an der Arbeit im Team haben. Wichtig ist auch, dass man keine Angst vor Zwischenmenschlichem hat, da man den Patienten bei der Vorbereitung auf die Nacht und dem Ankleben der Elektroden schon recht nahe kommt. Spaß am Umgang mit vielen verschiedenen Charakteren ist auch von Vorteil.

Wie „studienkompatibel“ ist Ihre Arbeit? Bitte vergeben Sie Sterne von 1 bis 5 (5 Sterne = super kompatibel)

Die Studienkompatibilität würde ich mit drei Sternen bewerten. Da meine Arbeitszeiten abends und nachts sind, kollidieren sie kaum mit Vorlesungszeiten. Allerdings ist es illusorisch, dass man nach einer Nachtschicht am nächsten Tag fit ist. Meist falle ich dann gegen 8 Uhr morgens ins Bett und versuche für den Tag nur wenig anstrengende Aufgaben einzuplanen. Da ich nur vier bis fünf mal im Monat arbeite und ich die Schichten mit meinen Kollegen abspreche, ist das – bei guter Planung – aber kein wirkliches Problem.

von Constanze Schreiner

Schreibe einen Kommentar