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Mit Gepard im Arm unter Namibias Sternenhimmel

Lehramtsstudentin Lisa Kalinowski lernte Namibia in einer Wildtierauffangstation auf besondere Weise kennen und schlief sogar eine Nacht neben einem Gepard. Fotos: Privat Lehramtsstudentin Lisa Kalinowski lernte Namibia in einer Wildtierauffangstation auf besondere Weise kennen und schlief sogar eine Nacht neben einem Gepard. Fotos: Privat

Für einen Monat taucht Lisa Kalinowski in die atemberaubende Welt des afrikanischen Dschungels ein. In der Nähe der Hauptstadt Windhuk – in völliger Abgeschiedenheit – versorgte sie in einer Wildtierauffangstation die Raubtiere Afrikas. Im Uniblog berichtet die 22-jährige Lehramtsstudentin am Campus Koblenz von faszinierenden Begegnungen mit einem schnarchenden Gepard und dem strahlenden Sternenhimmel Afrikas.

Namibia präsentierte sich mir bei meiner Ankunft direkt von seinen vielfältigen Seiten: Paviane saßen mitten auf der Straße, es gab spontane musikalische Tanzeinlagen von Einheimischen und selbstgemachte Gegenstände wurden am Straßenrand verkauft. Ich war überwältigt von der afrikanischen Kultur, die vor allem Gelassenheit ausstrahlt. Allerdings muss man zugeben, dass Armut und Reichtum dicht beieinander liegen. Das war für mich nicht immer leicht zu ertragen.

Sonnenuntergang in der Wildtierauffangstation

Sonnenuntergang in der Wildtierauffangstation.

Zwei Tage verbrachte ich in Windhuk, danach begann mein Abenteuer in der Wildlife Foundation (Wildtierauffangstation). Die Farm lag in völliger Abgeschiedenheit mitten im Busch, etwa eine Stunde von der nächsten Stadt entfernt. Es gab kein warmes Wasser zum Duschen und einseitiges, teils unbekanntes Essen. Für einen Monat musste ich mich vom europäischen Luxus verabschieden. Auf der Wildtierauffangstation gab es ein Farmhaus, in dem wir das Futter für die Tiere zubereiteten, eine Schule für die Kinder der Buschmänner, die dort arbeiteten, und kleine Holzhütten, die um eine Feuerstelle verteilt waren. Diese einfachen Hütten waren unsere Schlafplätze. Ich teilte einen dieser Räume mit drei anderen Volontären. Insgesamt waren wir etwa 20 Freiwillige, die sich um die wilden Tiere kümmerten. Die Helfer reisten von überall auf der Welt an. Dadurch lernte ich auch die kulturelle Vielfalt anderer Länder kennen, was immer wieder spannend war.

Der Löwe zählt als der König unter den afrikanischen Raubtieren.

Der Löwe zählt als der König unter den afrikanischen Raubtieren.

Kein Faulenzen, sondern harte Arbeit

Die Wildtierauffangstation beherbergt verletzte oder verwaiste Tiere aller Art: Neben Pavianen, Erdmännchen, Antilopen, Hyänen und Strauße gab es auch einen Leopard, mehrere Geparden und Löwen. Hier wurden sie gesund gepflegt und anschließend wieder ausgewildert. Allerdings war die Arbeit auf der Farm kein Zuckerschlecken, das bemerkte ich gleich am ersten Tag. Pausen gab es wenig, denn die Tiere mussten schließlich jeden Tag versorgt werden. Meine Aufgaben bestanden darin, das Futter für die Tiere vorzubereiten und auf Fütterungsfahrten mitzufahren, Gehege zu reinigen und die Tiere zu beschäftigen. Die Mittagshitze erschwerte die Arbeit erheblich. Dennoch hatte ich viel Freude daran, da ich die wilden Raubtiere, die ich sonst nur aus dem Zoo kannte, hautnah in ihrem Herkunftsland erleben konnte. Gerade die von Hand aufgezogenen Geparde waren sehr zahm und ließen sich von uns streicheln. Abends ließen wir den anstrengenden Tag am Lagerfeuer ausklingen und lachten und sangen gemeinsam.

Lisa Kalinowski spielt mit Äffchen während ihres Aufenthalts in der Wildtierauffangstation in Namibia

Lisa Kalinowski spielt mit Äffchen während ihres Aufenthalts in der Wildtierauffangstation in Namibia

Unvergessliche Momente

Zu meinem schönsten Erlebnis gehört die Nacht im Gehege eines Gepards. Mit Schlafsack und Isomatte bepackt, legte ich mich gemeinsam mit einer anderen Volontärin ins Gehege. Wir schliefen unter dem freien Himmel. Bereits nach kurzer Zeit schlich sich der junge Gepard heran und legte sich prompt zwischen uns. Solch eine Begegnung hätte ich mir nie erträumen lassen. Ich schlief mit einem schnarchenden Gepard auf der Brust unter einem der schönsten Sternenhimmel der Welt. Diese atemberaubende Nacht war wirklich einzigartig.

Lisa Kalinowski verbrachte eine Nacht mit der schnellsten Raubkatzen der Welt.

Lisa Kalinowski verbrachte eine Nacht neben der schnellsten Raubkatze der Welt.

Auf das Abenteuer Namibia würde ich mich jederzeit wieder einlassen. Es ist nicht nur eine Zeit, in der man eine komplett andere Welt kennen lernt, sondern auch sich selbst neu entdeckt und das komfortable Leben in Deutschland wieder mehr zu schätzen lernt. Man spürt die Freiheit der unendlichen Wildnis und wird mit voller Dankbarkeit und Herzlichkeit in eine fremde Gemeinschaft aufgenommen. Bei der nächsten Gelegenheit werde ich dieses Land mit Sicherheit erneut besuchen.

Die Abenteurerin streichelt einen der gezähmten Geparden.

Die Abenteurerin streichelt einen der gezähmten Geparden.

Protokoll: Lena Hoffmann

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