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Malteserin Nicole Galea hat ihre zweite Heimat in Koblenz gefunden

Die Malteserin Nicole Galea studiert an der Universität Koblenz Kulturwissenschaft. Foto: Andreas Babiak Die Malteserin Nicole Galea studiert an der Universität Koblenz Kulturwissenschaft. Foto: Andreas Babiak

Nicole Galea studiert Kulturwissenschaft am Campus Koblenz. Die 21-jährige ist Malteserin. Malta ist der kleinste Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Im UniBlog berichtet sie von ihrer Heimat und den Unterschieden zu Deutschland.

Schon vor ihrem Schulabschluss wusste Nicole Galea, dass sie ins Ausland gehen möchte. Die Studentin erinnert sich: „ Malta hat nur eine Universität und die Auswahl an Studiengängen ist nicht so groß.” Die Entscheidung für Deutschland traf letztendlich die Liebe: „Ich war ein paar Mal nach Deutschland gereist und als ich dann schließlich meinen Freund kennenlernte, bin ich nach Koblenz gezogen.“

Malta liegt im Mittelmeer und ist ein Magnet für zahlreiche Touristen. Foto: Privat

Malta liegt im Mittelmeer und ist ein Magnet für zahlreiche Touristen. Foto: Privat

Es war einfach Freunde zu finden

Galea, deren Nachnamen man ähnlich ausspricht wie das Wort  Gallier, ließ sich von der Agentur für Arbeit beraten und fand dann mit der Kulturwissenschaft den Studiengang, der am besten zu ihr passt. „Es ist super interessant und hat mich neugierig gemacht.“ Und auch am Campus fühlte sie sich schnell wohl: „Ich mag die Uni, sie ist nicht zu groß und überschaubar.“ Auch Freunde fand Nicole Galea schnell: „Ich muss ganz ehrlich sein, ich hatte Glück, dass es so einfach war, Freunde zu finden. Ich wusste von Anfang an, dass ich einfach Leute ansprechen musste, obwohl ich große Angst hatte. Ich hatte vor allem Panik, Fehler beim Sprechen zu machen. Aber ich habe in den ersten zwei Tagen zwei Personen kennengelernt, die mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen sind. Wir waren dann bei den Orientierungstagen auch in der gleichen Gruppe – obwohl ich später gemerkt habe, dass ich eigentlich in einer ganz anderen Gruppe sein müsste.“

Die Städte auf Malta sind geprägt von zahlreichen romantischen Gassen. Foto: Privat

Die Städte auf Malta sind geprägt von zahlreichen romantischen Gassen. Foto: Privat

Malta ist ein Inselstaat im Mittelmeer. Die ehemalige britische Kolonie ist seit 1964 unabhängig, dennoch ist Nicole mit zwei Sprachen aufgewachsen: „Es gibt zwei Amtssprachen auf Malta: Maltesisch und Englisch. Und durch die Nähe zu Italien sprechen viele auch Italienisch.“ Malta zählt zu den Zwergstaaten und hat die fünfthöchste Bevölkerungsdichte der Welt. Die Fläche von Malta ist in etwa so groß wie die Stadt Bremen. Darum empfindet die 21-Jährige den Lebensrythmus in Koblenz als etwas stressiger als auf Malta. „Hier ist so viel los. Das spürt man vor allem, wenn man das Stadtleben von Malta mit dem Stadtleben von Koblenz vergleicht. Dennoch: Hier wird es selten langweilig, weil es so viele Möglichkeiten gibt, etwas in der Freizeit zu machen. Es ist nur schade, dass es hier keinen richtigen Strand gibt!“

Deutsche Sauberkeit und Ordnung

An Deutschland hat Galea vor allem das lieben gelernt, was dem Land oftmals als Klischee anhaftet: „Die Sauberkeit und die Ordnung, die liebe ich an Deutschland.“ Aber auch die Natur und die große Auswahl an Sportmöglichkeiten haben es ihr angetan. „Ich reise auch gern, deshalb finde ich es super, dass man so schnell ins Ausland fahren kann.“ Doch der Weg nach Malta ist ein langer und sehr teuer, deshalb vermisst sie ihre Familie. „Hier gibt es einfach nicht das Essen meiner Mutter. Im Sommer vermisse ich das Meer, die Strände und die endlosen Nächte an der Promenade. Auf Malta ist man ein wenig unbekümmerter als hier in Deutschland.“

Nach ihrem Studium der Kulturwissenschaft will Galea vielleicht als Kuratorin in einem Kunstmuseum oder in einer kulturellen Einrichtung arbeiten, gern auch in der maltesischen Botschaft in Deutschland. „So genau weiß ich das noch nicht. Koblenz ist gerade erst meine zweite Heimat geworden und ich denke, dass das auch in den nächsten 10 Jahren so bleiben wird. Aber ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, also denke ich mir: Never say never.“

Andreas Babiak

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