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Landauer Studie zum Amphibiensterben sorgt für internationale Presseresonanz

Amphibien wurden bei den Zulassungsverfahren für Pestizide bislang nicht berücksichtigt. Das Bild zeigt eine junge europäische Wechselkröte (Bufo viridis) in einem Weinberg in Süddeutschland. Foto: Carsten A. Brühl, Universität Koblenz-Landau Amphibien wurden bei den Zulassungsverfahren für Pestizide bislang nicht berücksichtigt. Das Bild zeigt eine junge europäische Wechselkröte (Bufo viridis) in einem Weinberg in Süddeutschland. Foto: Carsten A. Brühl, Universität Koblenz-Landau

Zugelassene Pflanzenschutzmittel richten geringstmöglichen Schaden bei Tieren an? Weit gefehlt! Eine aktuelle Studie des Instituts für Umweltwissenschaften Landau unter der Leitung von Dr. Carsten Brühl, die im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass schon der Einsatz der von den Herstellern empfohlenden Produktmenge bei Grasfröschen (Rana temporaria) zu Sterblichkeitsraten von 20 bis 100 Prozent führt. Die getesteten sieben Mittel (Fungizide, Herbizide und Insektizide) sind dennoch zugelassen, da das entsprechende Verfahren bislang mögliche Auswirkungen auf Amphibien (Lurche) nicht untersucht. Und das, obwohl Amphibien zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltiere weltweit zählen. Die Studie hat bundesweit und international großen Nachhall gefunden.

“Common pesticides can kill frogs within an hour” schreibt The Guardian. Bei AFP/France 24 heißt es: “Other scientists described the research as interesting but said it had limitations. More work was needed, and in field conditions, to see whether the results were confirmed.” Berichtet haben auch Bild der Wissenschaft, Der Standard und ntv. Der Deutschlandfunk widmete dem Thema über sieben Minuten Sendezeit, ein halbstündiges Feature zu Pflanzenschutzmitteln und Landauer Umweltforschung wird kommende Woche aufgenommen. Neben welt.de und taz.de griff auch das Umweltbundesamt das Thema in einer eigenen Meldung auf.

Die Studie ist erschienen in Nature Scientific Reports.

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