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Koblenz lernt e.V.: Ehrenamtliche Nachhilfe für Schüler

Viktoria Schäfer (l.) und Jennifer Retz (r.) konnten schon viele Studierende zum Mithelfen motivieren. Foto: privat. Viktoria Schäfer (l.) und Jennifer Retz (r.) konnten schon viele Studierende zum Mithelfen motivieren. Foto: privat.

Mehr Bildungschancen und eine bessere Zukunft für alle – das ist das Ziel von „Koblenz lernt“. Von Studierenden ins Leben gerufen, ermöglicht der Verein Schülern mit Lernschwierigkeiten einmal wöchentlich kostenlose Nachhilfe.

Die Idee, ehrenamtliche Nachhilfe anzubieten, kam den Vereins-Gründerinnen Jennifer Retz und Viktoria Schäfer bereits im zweiten Studiensemester. Beide absolvierten vor Studienbeginn ein Auslandssemester in den USA: „Dort arbeitete ich ehrenamtlich an einer Schule. Als ich wieder zurück in Koblenz war, musste ich feststellen, dass es diese Möglichkeit hier nicht gab“, berichtet Retz. Während des ersten Schulpraktikums an einer Realschule plus fiel den beiden auf, dass viele Schüler Schwierigkeiten im Unterricht und bei den Hausaufgaben haben. Darum gründeten Retz und Schäfer im März 2013 den Verein „Koblenz lernt“, der Schülern bei Lernproblemen hilft.

Das nötige Wissen und die Kompetenz haben sich die beiden Studentinnen neben dem Studium selbst angeeignet. Schäfer kümmert sich hauptsächlich um das Marketing und die Finanzen, Retz um die Kontakte zu den Schulen und Kindern. Mit ihrem Kommilitonen Michael Meixner fanden sie einen engagierten Helfer, der die Personalabteilung des Vereins sowie die Sponsoren betreut.

Engagement zahlt sich aus

Der Verein konnte bereits 60 Studierende aus Lehramt- oder Pädagogik-Studiengängen, aber auch aus anderen Fachbereichen für die kostenlose Nachhilfe gewinnen. Jeder von ihnen gibt einmal in der Woche ehrenamtlich eine Stunde Nachhilfe für ein Kind. Die Bemühungen konzentrieren  sich derzeit auf vier Koblenzer Schulen: Die St. Castor Grundschule, die Grundschule Wallersheim, die Goethe Realschule plus und die Clemens-Brentano Realschule plus. „Unsere Förderung kann räumlich und zeitlich individuell gestaltet werden und richtet sich inhaltlich nach den Bedürfnissen der Kinder“, erklärt Retz. „Als Nachhilfelehrer erfährt man bei uns nicht nur viel über die Schwierigkeiten der Kinder im schulischen, sondern auch im sozialen Umfeld.“ Dies ist besonders sinnvoll für Studierende mit einem pädagogischen Studienschwerpunkt, die mehr Praxiserfahrung sammeln möchten. Im Bachelor of Education wird das Engagement im Verein in Rheinland-Pfalz sogar als ein Orientierendes Praktikum anerkannt. Außerdem erhalten Mitwirkende als kleinen Anreiz ein Zertifikat und dürfen sich über Vergünstigungen in zahlreichen Koblenzer Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben freuen.

Ausgezeichnete Idee

Auch in der Öffentlichkeit bleibt das Engagement des Vereins nicht unbeachtet. 2014 gewann „Koblenz lernt“ den ersten Platz bei der „Initiative für Integration“ des Radiosenders bigFM. Noch im selben Jahr folgte der „Deutsche Bürgerpreis Koblenz“, jüngst bekamen die drei Gründer die „Goldene Ehrennadel“ der Stadt Koblenz verliehen. „Wir freuen uns über die große Anerkennung, vor allem auch in der Stadt Koblenz, mit der wir sehr eng zusammenarbeiten“, erzählt Retz nicht ohne Stolz. Solche Auszeichnungen helfen dem Verein, der sich ausschließlich über Spendengelder finanziert, auch bei der Akquise neuer Sponsoren. Gute Kontakte zu potenziellen Unterstützern und Beratung im administrativen, finanziellen und kreativen Bereich erhalten die drei Vereinsgründer außerdem über das Gründungsbüro Koblenz.

Für die Zukunft wünschen sich Retz, Schäfer und Meixner, dass das Projekt mehr in das Universitätsstudium integriert wird, zum Beispiel als Seminarleistung. Um noch mehr Kindern die Möglichkeit auf kostenfreie Nachhilfe zu bieten, ist der Verein immer auf der Suche nach Studierenden, die sich der Herausforderung stellen und Schülern eine bessere Zukunft ermöglichen möchten.

Weitere Informationen unter www.koblenz-lernt.org.

1 Kommentare

  1. Rita Eschweiler sagt

    Guten Tag, mein Name ist Rita Eschweiler, und ich habe gestern im Fernseher den Bericht über die beiden jungen Damen bezügl. ihrer Idee gesehen. Ich arbeite als Schulsekretärin, und erlebe, dass jedes Jahr Mengen von Büchern vernichtet werden. Durch die in RLP bestehende Schulbuchausleihe MÜSSEN die Bücher nach einer bestimmten Ausleihfrist “ausgepflegt” und dann vernichtet werden. Da hat sich sicher ein schlauer Kopf Gedanken gemacht, aber mir tut es in der Seele weh, wenn ich sehe, wie z.T. nagelneue Bücher den Weg in den Schredder gehen. Können diese Bücher nicht für Nachhilfestunden bei den “bedürftigen” Kindern ein zuhause finden? Es ist nur so eine Idee von mir!!!!!
    Mit lieben Grüßen
    Rita Eschweiler

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