Was studieren?
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Informatik: Die Praxis macht den Unterschied

Wusste schon früh, was er mal studieren möchte und hat es bis heute nicht bereut: Informatik-Student Felix Engelmann. Foto: Marius Adam Wusste schon früh, was er mal studieren möchte und hat es bis heute nicht bereut: Informatik-Student Felix Engelmann. Foto: Marius Adam

Felix Engelmann brachte sich die Grundkenntnisse in Informatik eigenständig bei und baute schon als Schüler Webseiten für Vereine. Die Wahl des Studiengangs fiel ihm deshalb nicht schwer: Mittlerweile studiert er im siebten Semester am Campus Koblenz Informatik

Die Serie: Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. 

Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Informatik?

Um ehrlich zu sein, begann alles mit einfachem Ausprobieren. Ich habe mir Kenntnisse über HTML verschafft und meine eigene Homepage ins Leben gerufen. Seit der achten Klasse beschäftige ich mich mit Web-Entwicklung. Schon in der Oberstufe habe ich Aufträge von Vereinen bekommen und ein bisschen Geld verdient. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.

Warum haben Sie sich für Koblenz entschieden?

Bevor ich mich entschloss, in Koblenz zu studieren, habe ich mir von einem Cousin Informationen zum Studium, zur Stadt und zur Mentalität der Koblenzer eingeholt. Neben den angebotenen Studieninhalten half mir seine positive Rückmeldung bei meiner Entscheidungsfindung. Seit meinem ersten Semester fühle ich mich gut aufgehoben in der Stadt an den zwei Flüssen. Außerdem ist die Strecke zwischen Koblenz und meiner Heimatstadt auch nicht allzu weit.

Was machen Sie genau in Ihrem Studium?

Die Informatik ist in sich ein breites Fach. Der Bachelor-Studiengang dient vorwiegend der Grundlagenvermittlung. Zu den Inhalten zählen unter anderem das Aufstellen von Datenbanken, das Berechnen von Algorithmen und vor allem viel Mathematik. Im Master besteht dann die Möglichkeit, sich zu spezialisieren, zum Beispiel im Fach Web Science. Ich habe vor, meinen Master ebenfalls in Koblenz zu machen.

Was gefällt Ihnen am besten?

Mir gefällt, dass ich alles, was ich lerne, auf private Projekte anwenden kann. Darin sehe ich auch den erweiterten Nutzen der Informatik. Während das Studium für die nötige Theorie sorgt, verstärken die privaten Aufträge meine praktischen Kenntnisse im Fach. Dazu zählt auch das Seminar Programmiertechniken & Technologien. Hier habe ich innerhalb eines Semesters mit anderen Studierenden eigene Programme entwickeln können, die im Alltag anwendbar sind. Wo Kreativität und Praxis zusammenkommen, macht die Informatik am meisten Spaß.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrem Studium besonders gefragt?

Von großem Vorteil ist rationales, logisches Denken, da während des Studiums vorwiegend ein analytischer Typ gefragt ist. Außerdem ist ein grundlegendes mathematisches Verständnis nötig. Davon abgesehen bin ich der Meinung, dass vor allem Eigeninitiative im Mittelpunkt steht, also auch außerhalb des Studiums die Theorie anzuwenden. Und wenn es nur Projekte zum Spaß sind.

Was möchten Sie nach der Uni machen?

Ich könnte mir vorstellen, in Richtung Web Application Development, also Web-Anwendungsentwicklung zu arbeiten. Es wird oft verwechselt: Ein Web-Designer ist nicht identisch zum Web-Entwickler ist. Während der Designer für die optische Aufwertung einer Website verantwortlich ist, setzt der Entwickler die Technik um, die sich dahinter verbirgt. Er stellt beispielsweise die nötigen Algorithmen auf, um die Websuche einer Seite zu beschleunigen.

Wie bereiten Sie die Studieninhalte auf Ihr zukünftiges Berufsleben vor?

Mir ist es besonders wichtig, die Theorie schnellstmöglich anzuwenden. Egal ob durch Aufträge, nur zum Spaß oder über einen passenden Nebenjob. Letzteres ist auch nicht allzu schwierig zu finden, da eine große Nachfrage nach Informatikern besteht. In den letzten Jahren habe ich sogar immer wieder Jobanfragen von Firmen bekommen, die mittels Web-Repository-Mining auf mich aufmerksam wurden. So wie in einer Mine nach Erzen geschürft wird, durchsucht dieses Programm das Internet nach Informationen über den Entwickler jeweiliger Websites. Passen seine Leistungen zu den Anforderungen eines Unternehmens, wird es darüber in Kenntnis gesetzt und kann weitere Schritte einleiten.

Konnten Sie schon Praxisluft schnuppern?

Ja, auch wenn es sich dabei bis auf einige Ausnahmen um von mir allein durchgeführte Konzepte handelt. Ich bin bereits gespannt darauf, in einem festen Team zu arbeiten.

Welchen Tipp geben Sie denjenigen, die noch auf der Suche nach dem passenden Studienfach sind?

Im Idealfall hat man bereits etwas Erfahrung im Fach gesammelt. Spaß daran, Lösungen für komplexe Probleme zu finden und etwas Begeisterung für Technik dürfen auch nicht fehlen. Außerdem kann ich versichern, dass die Mathematik an der Universität nicht viel mit der Schulmathematik gemein hat. Wir behandeln Aufgaben weit ausführlicher und belegen sie jedes Mal anhand von Beweisen. Gute Kenntnisse sind zwar nicht schlecht, als Überflieger würde ich mich selbst aber auch nicht bezeichnen. Lasst euch also nicht einschüchtern.

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