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Ehrenamt: Capoeira im Hochschulsport

Psychologie-Student Peter Diemer gibt sein Wissen in Capoeira-Kursen an Studierende weiter und vermittelt die Grundlagen über den brasilianischen Kampftanz. Foto: Sittinger Psychologie-Student Peter Diemer gibt sein Wissen in Capoeira-Kursen an Studierende weiter und vermittelt die Grundlagen über den brasilianischen Kampftanz. Foto: Sittinger

Capoeira, Karate, Judo, Hebe- und Greiftechniken, Wettkämpfe: Peter Diemer studiert im vierten Mastersemester Psychologie und hat eine Leidenschaft für Kampfsport. Am Campus Landau gibt er sein Wissen in Capoeira-Kursen an Studierende weiter und vermittelt die Grundlagen des brasilianischen Kampftanzes.

„Am Anfang ist Capoeira nicht einfach.  Man muss immer sein Ziel vor Augen haben. Dann wird man mit der Zeit immer besser. Wenn sich alle Teilnehmer zum Abschluss des Trainings noch einmal so richtig auspowern und Spaß haben, ist das ein tolles Gefühl“, verrät Peter Diemer, der einen Übungsleiterschein im Breitensport und eine Prüferlizenz im Judo besitzt. Seit seinem achten Lebensjahr ist er Judoka und kennt sich dazu in Karate und im brasilianischen Kampftanz Capoeira aus. Einmal pro Woche trainiert der 25-Jährige mit acht bis zehn Teilnehmern die Techniken des brasilianischen Kampftanzes. Während des Trainings im Hochschulsport führen die Teilnehmer  die Grundbewegungen von Capoeira aus und trainieren Sequenzen, die Abfolge von mehreren Bewegungen im Zusammenspiel mit einem Partner. „Wir tanzen mit Bewegungen, die man aus anderen Kampfsportarten kennt“, erklärt Diemer.

Capoeira hat seinen Ursprung in der Kolonialzeit. Nach Brasilien verschleppte, afrikanische Sklaven entwickelten den Kampftanz, um sich zu verteidigen, erklärt Diemer. „ Heute gibt es im Wesentlichen zwei Arten von Capoeira, entweder steht der Kampfsport im Mittelpunkt oder die spielerisch-tänzerischen Elemente.” Beim Capoeira bildet man traditionsgemäß einen Kreis. Alle Teilnehmer klatschen und singen. Es werden Instrumente gespielt. Im Kreis werden die tänzerischen Bewegungen von einem Paar ausgeführt, die Teilnehmer wechseln sich ab. Dabei wird darauf geachtet, dass kein Teilnehmer verletzt wird. Beim Kampfsport gibt es eine ethische Verpflichtung: „Man setzt seine Techniken nur ein, wenn es wirklich notwendig ist. Deshalb muss man die eigenen Bewegungen durchdenken und das Verhalten seines Gegners berücksichtigen.” Jemanden zu verletzten, sei ein No-Go, betont der Psychologiestudent.

Diemer ist überzeugt vom Potenzial der Sportart: „Sie ist ein guter Ausgleich zum Studium. ” Auch auf das eigene Sozialverhalten wirke sich der Kampfsport positiv aus: “Beim Judo lernst du, nicht nur deinen Gegner zu bezwingen. Du lernst auch, nachzugeben. Wenn der Gegner schwächer ist als ich, passe ich mich an und versuche, ihm eine Chance zu geben, seine Techniken anzuwenden.“

Jan Lücking

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