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Vom Pult zur Promotion: Das DFG-Graduiertenkolleg „UpGrade“

Studium, Referendariat, Schule – so sieht die klassische Laufbahn von Lehramtsstudierenden aus. Daneben gibt es noch andere Karrieremöglichkeiten nach dem Staatsexamen. Ein Beispiel ist eine Promotion am Graduiertenkolleg „UpGrade“ an der Universität Koblenz-Landau, das seit 2009 und nun noch bis 2018 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. UniBlog hat mit Prof. Dr. Wolfgang Schnotz und Dr. Heidrun Ludwig über die Arbeit der letzten vier Jahre, allgemeine Ziele und die Zukunft des Graduiertenkollegs gesprochen.

Ob frisch von der Universität oder schon einige Jahre als Lehrer tätig: Das seit 2009 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkolleg „Unterrichtsprozesse“ am Campus Landau, kurz UpGrade, bietet Interessierten eine interdisziplinäre Forschung in den Bereichen (Fach-)Didaktik, Psychologie und empirischer Pädagogik an. In verschiedenen Projekten können unterrichtserfahrene Lehrkräfte sowie gut ausgebildete Universitätsabsolventen der Psychologie und Pädagogik gemeinsam auf dem Gebiet Unterrichtsprozesse forschen und eine Promotion anstreben. „Durch die bewusste Rekrutierung unterrichtserfahrener Lehrkräfte einerseits sowie Psychologen und empirische Pädagogen andererseits wird versucht, eine Brücken zwischen Theorie und Praxis zu schlagen“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Schnotz, Sprecher des Graduiertenkollegs.

Laut Schnotz existieren in der Bildungsforschung gewisse Defizite, wie zum Beispiel die Eindimensionalität der Sichtweise auf einen Forschungsgegenstand, oder eine nur auf das Ergebnis abzielende Forschung, wie bei den PISA-Studien. Schnotz betont: „Deswegen sind die drei Grundpfeiler des Graduiertenkollegs: Interdisziplinarität, Prozessorientierung und Multiperspektivität“. Um das zu erreichen, arbeiten im Idealfall immer eine Lehrkraft und ein Psychologe beziehungsweise ein Pädagoge an einem Projekt. Bei der Ausbildung im Kolleg erhalten Lehrkräfte einerseits eine intensive Methodenausbildung, anderseits erhalten auch Psychologen und Pädagogen umfangreiche Einblicke in den Schulalltag, um beide Kompetenzen anzunähern, erklärt Schnotz. Beteiligt an der Ausbildung der Doktoranden sind nicht nur Hochschullehrer, sondern auch Post-Doktoranden und assoziierte Mitglieder wie ehemalige Doktoranden oder externe Spezialisten.

20 Doktoranden mit hervorragenden Berufschancen

„Insgesamt gibt es 20 Doktoranden im Graduiertenkolleg, darunter auch Doktoranden aus Mexiko, Äthiopien, China und Vietnam. Die Stellen werden auch international ausgeschrieben“, ergänzt Dr. Heidrun Ludwig, Geschäftsführerin des Graduiertenkollegs UpGrade. Nach ihrer Zeit an der Universität Koblenz- Landau haben die Absolventen hervorragende Berufschancen und müssten sich laut Schnotz „keinerlei Gedanken über ihre Zukunft machen“ Fast alle bisherigen Absolventen hätten sehr gute Stellen in der Wissenschaft gefunden und viele blieben dem Graduiertenkolleg als assoziierte Mitglieder in der Graduierten-Familie erhalten, verrät Ludwig.

Für interessierte Studierende, die von der Promotion noch zu weit entfernt sind, gibt es dennoch eine Möglichkeit, ins Graduiertenkolleg einzusteigen. Ludwig: „Wir suchen immer wieder studentische Hilfskräfte. Man kann auch sein Forschungspraktikum bei uns absolvieren.“ Für zwei ehemalige studentische Hilfskräfte war das schon mal das Sprungbrett zum Doktoranden.

Daniel Schumacher

Weitere Informationen zum DFG-geförderten Graduiertenkolleg „Unterrichtsprozesse“ finden Sie hier.

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