Kolumne
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Der erste Glühwein und die Sache mit den Geschenken

Heute schreibt Campus-Reporter Andreas Babiak. Zeichnung: Carolin Höring. Heute schreibt Campus-Reporter Andreas Babiak. Zeichnung: Carolin Höring.

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute berichtet Andreas Babiak über den ersten Glühwein des Jahres und über den Stress, den er alljährlich in der Vorweihnachtszeit erlebt.

Jetzt geht es langsam wieder los: Der Geruch von gebrannten Mandeln, der erste Glühwein, der erste Schnee. Die Adventszeit beginnt, die Stadt erscheint in einem weihnachtlichen Gewand. Nur blöd, dass ich noch gar nicht in Weihnachtsstimmung bin. Und wenn ich an 2014 zurückdenke, habe ich auch gar nicht so viel Lust auf den ganzen Stress.

Schneechaos im Schwarzwald

Sitzt man am Heiligen Abend erst unter dem Baum, dann ist alles gut. Aber der Weg dahin ist lang. Der Zug, mit dem ich in den heimatlichen Schwarzwald fahren wollte, kam im vergangenen Jahr mit Verspätung. Und natürlich war er übervoll. Menschen saßen auf ihren Koffern, jeder wollte nach Hause. Aber so muss das an Weihnachten wohl sein. Die geplante Rückfahrt nach dem Fest konnte ich erst gar nicht antreten. Sie fiel aus, weil die Strecke aufgrund starken Schneefalls und umgeknickter Bäume gesperrt war. Der Nebenjob in Koblenz musste drei Tage auf mich warten.

„Last Christmas“ in Dauerschleife

Meiner Studienstadt würde etwas mehr Schnee hingegen gut tun. Keine Frage: Der Koblenzer Weihnachtsmarkt auf all den kleinen Plätzen ist sehr schön. Aber wenn ich mir schon „Last Christmas“ in Dauerschleife am Glühweinstand anhören muss, dann doch bitte in einem Ambiente, dass nicht nur aus blinkenden LED-Lichterketten und skandinavischen Büdchen besteht. Ein wenig Schnee und schon sieht die Welt ganz anders aus. Nichtsdestotrotz: Der erste Glühwein, den ich mit meinen Kommilitonen trinke, schmeckt auch dieses Jahr gut. Und irgendwie beseelt er mich ein wenig. Man trifft Leute, die man kennt, man unterhält sich und vergisst so den Stress, den man an der Uni oder im Job hat.

Geschenke erhalten die Freundschaft

Eines hat sich seit meiner Kindheit grundlegend geändert: Früher konnte ich mich auf Geschenke freuen, heute muss ich selbst Geschenke besorgen. Weihnachtsshopping in vollen Kaufhäusern finde ich anstrengend. Die Schlangen an den Kassen sind länger als sonst, alles wirkt hektischer und man fühlt sich ständig reizüberflutet.

Nach zwei Stunden auf dem Weihnachtsmarkt habe ich dann aber doch so ein Gefühl in mir, dass Weihnachten und die Zeit bis dahin etwas sehr Schönes sein können. Es macht Freude, Menschen mit einem kleinen Geschenk ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Allein deshalb lohnt sich der Stress. Im Alltag hat man nur wenig Zeit, an den anderen zu denken – an Weihnachten jedoch gibt es keine Möglichkeit, dem auszuweichen. Und ich bin mir sicher: Dieses Jahr werde ich meiner Familie und meine Freunden tolle Geschenke machen. Nur keine Hektik.

Andreas Babiak

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