Alle Artikel in: Uni-Menschen

Statt ihren Kinderwunsch hinten anzustellen, hat Svenja Winzer sich für Kind und Studium entschieden. Foto: Jan Reutelsterz

Zwischen Hörsaal und Mutterglück

Im Studium denkt man vor allem an Vorlesungen, Prüfungsstress und Uni-Partys. Familienplanung steht für die meisten Studierenden nicht auf dem Plan. Svenja Winzer und ihr Freund sind während des Studiums Eltern geworden und haben diese Entscheidung nie bereut. Im Audimax herrscht geschäftiges Treiben. Studierende strömen in den Saal und sichern sich die besten Plätze, während der Dozent sich mit seinen Unterlagen auf dem Podium einrichtet. Mittendrin sitzt eine junge Frau, die während der Vorlesung immer wieder ihren prüfenden Blick in den Kinderwagen neben sich wandern lässt, während sie den Ausführungen des Professors folgt. Die junge Frau ist Svenja Winzer, Studentin der Biologie und Germanistik auf Grundschullehramt und Mutter des einjährigen Till. Die 26-Jährige wusste schon immer, dass Kinder in ihrem Leben eine Rolle spielen sollten. Mit ihrem Partner zog sie vor vier Jahren für das Studium nach Koblenz, Winzers Freund Johannes Thielen studiert Mathe und Informatik auf Gymnasiallehramt. Ihre Entscheidung, in dieser Zeit Eltern zu werden, war wohlüberlegt: „Mein Freund und ich haben im Vorfeld lange darüber gesprochen, was es für uns bedeuten würde, ein …

Hannes Kopf ist hauptberuflich Jurist für das Land Rheinland-Pfalz, Honorarprofessor für Umweltrecht am Campus Landau, SPD-Stadtratsmitglied und Vater von drei Kindern. Foto: Philipp Sittinger

Unsere Profs: Hannes Kopf

Professor Dr. jur. Hannes Kopf ist Honorarprofessor im Fach Umweltrecht. Über seine Lehrtätigkeit am Institut für Umweltwissenschaften hat der Jurist das Gefühl, am Puls der Zeit zu bleiben. In seiner eigenen Studienzeit schaffte er es, in der Regelstudienzeit zu studieren und trotzdem auf Partys zu gehen.  Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Ich arbeite sehr gerne wissenschaftlich, insofern verkrieche ich mich schon gelegentlich hinter Büchern oder Kommentaren, aber das hält sich bei mir deswegen in Grenzen, weil ich das Ganze nur nebenberuflich mache. Im Hauptberuf arbeite ich als Jurist für das Land Rheinland-Pfalz, zurzeit bin ich Vizepräsident am Landesrechnungshof. Ich habe als Stadtrat in Landau zudem einen großen …

Seit 1989 ist Maria Scholten Mitarbeiterin der Universität: Aktuell ist sie Leiterin des Studierendensekretariats am Campus Koblenz. Foto: Teresa Schardt

Übersetzerin im Verwaltungs-Dschungel

Die Emil-Schüller-Straße in der Koblenzer Innenstadt lernt jeder Studierende im Laufe seines Uni-Lebens kennen, denn hier sitzt das Studierendensekretariat, deren Leiterin seit vielen Jahren Maria Scholten ist. Zu ihrem Berufsalltag gehören aber mehr als nur das Versenden von Zulassungs- und Rückmeldebescheiden.  Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich Mappen, Ordner, Papiere und etliche Unterlagen, die darauf warten, bearbeitet zu werden. Mittendrin sitzt Maria Scholten an ihrem Schreibtisch: „Ein gewisses Chaos inspiriert. Wenn alles geordnet ist, erstickt mich das.“ Mit dieser Einstellung hat Scholten in den letzten 30 Jahren erfolgreich den Uni-Alltag als Mitarbeiterin gemeistert und sagt über sich selbst: “Ich bin wohl das, was man ein Urgestein der Universität nennen kann.” Das ist sie wirklich: Ursprünglich vom Niederrhein kam Scholten 1989 nach Koblenz, als die Universität noch Erziehungswissenschaftliche Hochschule (EWH) war. Zunächst im BAföG-Amt, dann in der Bauverwaltung, führte ihr Weg schließlich ins Studierendensekretariat, dessen Leitung sie in den 1990er-Jahren übernahm. Mehrmals ist sie in dieser Zeit mit der gesamten Verwaltung umgezogen: Vom Oberwerth in die Hohenzollener Straße, weiter an den Campus und letztlich in die Emil-Schüller-Straße (ESS). …

Die klassische Musik begeistert die vier Studenten seit der Schulzeit und hat sie an der Universität zusammengeführt. Foto: Privat

Aus Liebe zur Musik: Das Männerensemble Feinkost

Ihre Geschichte begann während des Studiums am Campus Landau: Tassilo Tissot, Dominik Vollbracht, Benedikt Wiechmann und Johannes Knauer lernten sich im Universitätschor kennen und entdeckten ihre gemeinsame Begeisterung für klassische Musik. Ursprünglich wollten sie nur einer Freundin ein Ständchen singen, mittlerweile treten sie regelmäßig als vierköpfiges A-Cappella-Ensemble Feinkost auf.   Ob unter der Dusche oder im Probenraum: „Gesungen haben wir Vier schon immer“, erzählt Tassilo Tissot. Ihr gemeinsamer Nenner ist die klassische Musik. Sie war es auch, die sie im Universitätschor zusammenbrachte. Unter der Leitung von Olaf Meyer sammelten die vier Studenten Erfahrung im Gesang und probierten sich auch im Vokalensemble aus, das sich der A-Capella-Musik widmet. Die Gründung ihres eigenen Ensembles war aber eher eine Spaß-Idee: „Wir hatten für eine gute Freundin, die ebenfalls im Vokalensemble der Universität sang, ein Lied komponiert und dieses spontan vorgetragen. Dabei haben wir gemerkt, dass wir zu Viert erstaunlich gut harmonieren“, erinnert sich Tissot. So entstand das Quartett Feinkost. Der Name ist das Resultat eines langen Findungsprozesses: „Einen adäquaten Namen für ein Männerquartett zu finden, der prägnant klingt …

Foto: René Lang

Unsere Profs: Susan Williams

Prof. Dr. Susan Williams liebt die Arbeit in ihrem außergewöhnlichen Fachgebiet, der Sozialinformatik. Die gebürtige Britin und australische Staatsbürgerin schätzt die enge Zusammenarbeit mit den Studierenden und den Austausch mit Kollegen am Campus Koblenz sehr. Im Uniblog berichtet Sie, warum neue Technologien und deren Aneignung im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen.  Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Vermutlich trifft davon einiges auch auf mich zu. Professorin zu sein bedeutet, viel nachzudenken, sich mit Literatur und neuen Ideen und Entwicklungen auseinanderzusetzen sowie neue Ideen zu entwickeln. Für mich zeichnet sich der Beruf insbesondere durch den Austausch und die Zusammenarbeit mit Studierenden, Kollegen und Industriepartnern weltweit aus. Gerade dies macht meinen …

Dr. Altstötter-Gleich lehrt am Campus Landau Inhalte der Differentiellen- und Persönlichkeitspsychologie und der Testtheorie. Sie forscht zu Perfektionismus und veröffentlichte einen Ratgeber zu diesem Thema. Foto: Philipp Sittinger

Unsere Profs: Christine Altstötter-Gleich

Auch wenn die Vorlesungen über Persönlichkeitspsychologie oft auf einen Freitag fallen, versucht Dr. Altstötter-Gleich, ihre Studierenden für Theorien darüber zu begeistern, warum sich Menschen unterscheiden. Und das äußerst erfolgreich: Als Mitarbeiterin der Arbeitseinheit Diagnostik, Differentielle und Persönlichkeitspsychologie, Diagnostik und Evaluation hat sie auch das Mentorium-Programm ins Leben gerufen, das den Psychologie-Erstsemestern den Start in das Studium erleichtern soll. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau der Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Sie haben an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz studiert. Wann und wie entstand der Wunsch, Psychologie zu studieren? Ich bin relativ pragmatisch an die Sache rangegangen, indem ich abgewägt habe, was ich will, was ich kann und welcher Beruf zu diesen Anforderungen passt. Außerdem habe ich schon immer gern mit Menschen zu tun gehabt. Beispielsweise war ich Mitglied bei den Pfadfindern und habe Jugendgruppen geleitet. Genau das wollte ich …

Carina Hein liebt das Rudern und studiert Angewandte Umweltwissenschaften im Fernstudium an der Universität Koblenz-Landau. Fotos: Privat

Ruderin auf der Überholspur

Carina Hein hat für die Universität Koblenz-Landau bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Rudern den fünften Platz gemacht. Sie kommt aus einem Dorf in Schleswig-Holstein und studiert im Fernstudium “Angewandte Umweltwissenschaften” an der Universität Koblenz-Landau. Im Interview mit Uniblog erklärt die Studentin, warum das Rudern sie fasziniert. Was verbindet Sie mit der Universität Koblenz-Landau? Meine Eltern, mein Bruder und ich wohnen in Norddeutschland in einem Dorf namens Kölln-Reisiek. Das liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich von Hamburg. In der Nachbarstadt Elmshorn bin ich Mitglied des Ruderclubs, für den ich auf Regatten starte. Beruflich habe ich im Jahr 2015 meinen Master in Meteorologie an der Universität Hamburg abgeschlossen. Seitdem arbeite ich  neben dem Studium noch als Windgutachterin für Windkraftanlagen. An der Universität Koblenz-Landau studiere ich am Campus Koblenz Angewandte Umweltwissenschaften. Da es ein Fernstudium ist,  kann ich es neben der Arbeit absolvieren. Für die Präsenzveranstaltungen komme ich aber so oft es geht nach Koblenz. Was kann man sich unter den Hochschulmeisterschaften vorstellen? Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften werden jährlich über 40 Wettkämpfe in verschiedenen Kategorien ausgerichtet. Studierende aller Mitgliedshochschulen des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbands können teilnehmen. …

Foto: Hannah Wagner

Bloggen in phantastischen Welten

Viktoria Hellmann studiert Informatik am Campus in Koblenz und ist nebenbei Bloggerin für Videospiele. Uniblog hat sie getroffen und mit ihr über ihr Projekt, die Videospiel-Szene und die Verbindung zum Studium gesprochen. Super Mario, The Legend of Zelda, Metroid und andere Videospiele faszinieren Viktoria Hellmann seit langem: “Wo hat man sonst die Möglichkeit, solche phantastischen Geschichten zu erleben und vor allem, selbst zu bestimmen?” Schon lange begibt sich die Koblenzer Studentin regelmäßig in die fiktiven Welten von Videospielen, liest Zeitschriften und Online-Magazine und verfolgt die neusten Trends und Entwicklungen der Szene. Doch das bloße Konsumieren war ihr irgendwann nicht mehr genug: “Im Internet findet man eine Menge Meinungen, die schlecht recherchiert sind und nicht auf Fakten basieren. Das wollte ich besser machen”, erklärt Hellmann. Seit zwei Jahren verwirklicht sie dieses Ziel auf ihrem Game-Blog NERDASUTRA. “Am Anfang habe ich einfach drauf losgeschrieben und mich ausprobiert”, berichtet die 21-jährige. Inzwischen geht sie strukturierter vor: “Ich suche mir das Thema, gliedere den Text und definiere die Aussage. Dann recherchiere ich, was es zu diesem Thema schon gibt, damit …

Professorin Dr. Manuela Glaab: Ihr Forschungsschwerpunkt ist "Political Leadership". Darin beschäftigt sie sich mit den Führungsstilen von Bundeskanzlern und möglichen Messkonzepten. Foto: Jan Lücking

Unsere Profs: Manuela Glaab

Professorin Dr. Manuela Glaab liebt die Abwechslung in ihrem Beruf: Der Alltag liefert ihr dabei täglich neue Themenfelder. Die Landauer Politikwissenschaftlerin schätzt den Spielraum an der Universität, um Forschung und Lehre miteinander zu verbinden und besondere Veranstaltungsformate zu kreieren.  Im Interview berichtet sie von ihrer Studienzeit und warum sie diesen Beruf ergriffen hat – den damaligen ungewissen Zukunftsaussichten zum Trotz. Die Serie: Sie prägen unsere Erinnerungen an das Studium, inspirieren uns für das Berufsleben und sorgen für so manche Anekdote unter Studierenden: unsere Profs. Im Uniblog stellen sich die Professoren der Universität Koblenz-Landau den Fragen der Campus-Reporter, geben Einblick in ihren Forschungs- und Lehralltag und verraten, wie sie selbst als Student waren. Der Professorenberuf ist mit einigen Klischees behaftet: Lange über Büchern brüten, Zerstreutheit, Einsiedlertum, chaotische Tafelbilder… Trifft davon etwas auf Sie zu? Mir kommt es eher so vor, als bliebe viel zu wenig Zeit zum Lesen, weil die administrativen und anderen Aufgaben im Alltag sehr viel Raum beanspruchen. Auch das Klischee des Einsiedlertums würde ich für mich nicht gelten lassen wollen, weil es zu den Aufgaben der Politikwissenschaftlerin …

Psychologin Professorin Dr. Tina In-Albon: Sie forscht, lehrt und therapiert. Foto: Philipp Sittinger

Faszination Psychologie

Ein Buch über einen autistischen Jungen weckte bei Tina In-Albon, damals noch Schülerin, das Interesse an Psychologie. Heute arbeitet sie als Psychotherapeutin und ist Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Campus Landau. Ihr Spezialgebiet sind Angststörungen und selbstverletzendes Verhalten. Kinder und Jugendliche möchte sie auf ihrem Weg in ein sorgenfreieres Leben unterstützen. Den Traum, Psychotherapeutin zu werden, hatte Tina In-Albon seit ihrer Jugend. Das Interesse an der Forschung kam erst im Studium dazu. Die Schweizerin studierte in Basel Psychologie und promovierte im Bereich klinischer Kinder- und Jugendpsychologie. „Mit den Abschlussarbeiten entwickelte sich der Drang, wissen zu wollen, wie psychische Störungen entstehen und wie Therapien noch wirksamer werden können“, erinnert sie sich. Neben ihrer Dissertation über kognitive Auffälligkeiten bei Kindern mit Angststörungen absolvierte sie die Ausbildung zur Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche. Im Anschluss nahm sie in Basel eine Postdoc-Stelle an. Seit März 2013 hat sie am Campus Landau die Professur für klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters inne und pendelt zwischen der Pfalz und der Schweiz, wo ihre …