Campusleben
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Arbeitsschutz: Seine Herzenssache

Thomas Hild ist Experte für Arbeitsschutz. Er erkennt am Campus Koblenz Gefahren, die sich dem Blick Anderer noch entziehen und sucht nach passenden Lösungen. Foto: René Lang Thomas Hild ist Experte für Arbeitsschutz. Er erkennt am Campus Koblenz Gefahren, die sich dem Blick Anderer noch entziehen und sucht nach passenden Lösungen. Foto: René Lang

Wer sich in der Universität sicher aufgehoben fühlt, verdankt dies oft den Leistungen des Arbeitsschutzes. Thomas Hild ist Sachbearbeiter für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Standort Koblenz. Im Interview erklärt er, warum Arbeitsschutz so wichtig ist.

Kurz und knapp: Was ist Arbeitsschutz?

Grundlegend ist Arbeitsschutz für uns alle da. Arbeitsschutz beinhaltet sowohl die Arbeitssicherheit als auch den Gesundheitsschutz. Arbeitsschutz soll unseren Alltag sicherer machen. Das ist die Kernaufgabe. Leider ist die gesellschaftliche Wahrnehmung des Themas meist anders. Viele begreifen das Thema Arbeitsschutz als einen Störfaktor. Dabei wollen wir für einen reibungslosen Ablauf der Arbeit sorgen.

Was sind Ihre Aufgaben als Sachbearbeiter für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz?

Ich bin als einer von drei Mitarbeitern der Stabsstelle Hochschulbauentwicklung, Finanzen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zuständig für den Standort Koblenz. Neben mir sind Britta Mann für den Standort Landau und Andreas Tepel für die Stabsstellenleitung in Mainz verantwortlich. Ich bin der zentrale Ansprechpartner in allen Fragen rund um das Thema Arbeitsschutz. Dabei übernehme ich sowohl beratende, informierende als auch  koordinierende Aufgaben. Wird beispielsweise ein Defizit gemeldet, leite ich die nötigen Schritte ein, um dieses zu beheben. Bei Räumungsübungen sorge ich für die Planung, Durchführung und Aufarbeitung. Bei meinen Aufgaben steht der Schutz des Menschen immer im Zentrum meiner Arbeit.

Wo ist der Arbeitsschutz an der Universität Koblenz-Landau vertreten?

Eigentlich überall. Man erkennt die Ergebnisse des Arbeitsschutzes nur nicht immer auf den ersten Blick. Ich denke dabei an Feuerlöscher, Fluchtwege, Feuerwehrzufahrten und vieles mehr. Wir besitzen am Standort Koblenz auch einen eigenen automatisierten externen Defibrillator – kurz AEG -, der sich im Eingangsbereich des H-Gebäudes befindet. Abgesehen davon lässt sich Arbeitsschutz auch in unseren Köpfen nieder. Am Klang einer Sirene erkennen wir, dass Gefahr im Verzug ist und ein Gebäude geräumt werden muss.

Warum ist Arbeitsschutz so wichtig?

In erster Linie zum Schutz von Menschenleben. Darüber hinaus gibt es weitere Aspekte: Alles, was an der Universität geschieht, wird durchleuchtet und überprüft. Räumungsübungen beispielsweise dienen dem Zweck, Schwachstellen zu erkennen, die vorher nicht sichtbar waren. Es geht also um die Verbesserung der Gesamtsituation. Außerdem können wir mit unserem Fachwissen dabei helfen, Gefahren vorzubeugen. Bei universitären Veranstaltungen haben wir ein Auge darauf, dass keine Fluchtwege versperrt werden und Feuerlöscher stets erreichbar sind.

Welche Projekte oder Initiativen bietet der Arbeitsschutz an der Universität an?

Wir bieten für alle Beschäftigten der Universität kostenfreie Ersthelfer-Schulungen an. Dazu zählen auch Schulungen für Brandschutz sowie Räumungshelfer, aber auch Zuschüsse für Fahrsicherheitstranings. Zusätzlich wirken wir am Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) der Universität am Standort Koblenz mit. Dieses Projekt dient dem Ziel, dass sich die Mitarbeiter als aktiven Teil des Arbeitsschutzes verstehen sollen. Dabei wird zwischen gesetzlichen und gewünschten Maßnahmen unterschieden.

Wann werden Sie aktiv?

Immer wenn ein Anliegen an mich herangetragen wird. Es ist mir besonders wichtig, die Bedenken der Menschen ernst zu nehmen und nach Möglichkeit zu mindern. Ein Thema, dass mich schon länger beschäftigt, ist beispielsweise das Rauchen vor den Eingängen der Universitätsgebäude. Hierbei treffen viele Interessensgruppen aufeinander. Aus meiner Sicht besteht an dieser Stelle ein für alle sichtbares Defizit hinsichtlich Gesundheit und Brandschutz. Wer passiv raucht – ob gewollt oder nicht – schadet seinem Körper. Gerade für Schwangere oder Allergiker ein bedenklicher Zustand. Deshalb werde ich weiterhin nach einer Lösung suchen, die für alle einen gelungenen Kompromiss darstellt.

Worin liegt Ihre Motivation?

Die Menschen sind es wert, dass man um ihr Wohlbefinden kämpft. Außerdem habe ich große Freude am Weiterdenken. Lösungen zu finden ist das spannende an meinem Beruf, auch wenn die Umsetzung meist durch andere geschieht. Ich versuche, mir die Themen zu Herzen zu nehmen und mich auf die Bedürfnisse einzelner Personengruppen einzulassen. Auch wenn es vorkommt, dass ich gegen Wände laufe, ist die Resonanz der Beteiligten doch oft positiv. Wie bereits im Grundgesetz verankert: “Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.”

Wo kann ich mich zum Thema Arbeitsschutz informieren?

Der schnellste Weg ist unsere Internetseite. Außerdem kann man sich immer mit mir in Verbindung setzen. Meistens ist dabei der Kontakt per E-Mail zielführender als der telefonische Weg. Hier gilt, wie überall: Je früher, desto besser.

Gibt es noch etwas, wovon Sie berichten wollen?

Es ist mir ein wichtiges Anliegen, mich für die Arbeit der Ehrenämtler zu bedanken, die im Rahmen des Arbeitsschutzes an der Universität tätig werden. Ob in der Verwaltung, den Fachbereichen oder der Studierendenschaft: Ohne diese Personen wäre meine Position so nicht denkbar. Vielen Dank für euer Engagement.

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