Monate: Juni 2016

Arielle, Hercules und Co.: Schon als Kind begeisterte sich Kalnicki für Disney-Filme und hat auch ihre Bachelorarbeit dem Thema gewidmet. Foto: Esther Bauer

Wie Disney unser Bild von Familie prägt

Schon als kleines Mädchen liebte Jennifer Kalnicki die märchenhaften Filme von Walt Disney. Diese Leidenschaft ließ die heutige Studentin der Kulturwissenschaft nicht los. In Ihrer Bachlorarbeit untersucht sie, wie Disney-Filme unser Bild von Familie prägen. Wer sind Sie und was studieren Sie? Mein Name ist Jennifer Kalnicki, ich bin 29 alt und ich studiere jetzt den Master of Arts Kulturwissenschaft am Campus Koblenz. Was ist das Thema Ihrer Bachelor-Abschlussarbeit? Die Serie Alle Scheine sind gemacht und das Studium geht in die heiße Phase, die Abschlussarbeit steht vor der Tür. Doch wie organisiert man diese letzte Phase des Studiums? Wie findet man einen Betreuer und das richtige Thema? Und wie schafft man es, in dieser Zeit nicht durchzudrehen? Studierende berichten. Alle Artikel aus dieser Serie In meiner Bachlorarbeit habe ich aus soziologischer Perspektive Vater-Kind-Beziehungen in verschiedenen Disney-Filmen analysiert. Mein Erkenntnisinteresse liegt darin, zu zeigen, mit welchen Stereotypen, Idealen und Vorbildern die Geschichten arbeiten. Durch Disney-Filme werden Kindern Werte vermittelt. Meine Arbeit legt den Fokus auf Familienwerte und die Wertschätzung von guten Familienbeziehungen. Das spielt bei Disney eine große Rolle. Der Vater ist …

In einer Kläranlage der Entsorgungsbetriebe Landau werden die von Schuhen entwickelten Filterkartuschen getestet. Sie sollen für eine bessere Filterung des Abwassers sorgen. Fotos: Wasser 3.0

Sauberes Wasser durch Hybridkieselgele

Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht: Junior-Professorin Dr. Katrin Schuhen hat sich diesen Satz zum Leitthema ihrer Forschung gemacht. Ihr Team, die Arbeitsgruppe MINTovation, arbeitet im Projekt Wasser 3.0 an der Schnittstelle von Chemie, Technik und Umwelt. Die Aufgabe: Eine Alternative zu Aktivkohle zu finden, um organische Spurenstoffe aus unserem Abwasser zu filtern. Welchen Stellenwert das Wasser für uns Menschen hat, wird an einer Zahl besonders deutlich: 140 Liter verbraucht ein Mensch durchschnittlich am Tag. Wasser ist die wichtigste Ressource auf der Welt. Nicht nur die Wasservorräte schwinden zunehmend, auch die Verunreinigung nimmt immer größere Ausmaße an. Hauptsächlich organische Spurenstoffe wie Abbauprodukte von Medikamenten und Pestizide gelangen in den Wasserkreislauf. Zum Beispiel durch die Einnahme einer Schmerztablette: 60 Prozent des Wirkstoffes Ibuprofen verlässt den Körper unverändert und gelangt ins Abwasser. Die Entsorgung von Medikamenten über die Toilette, verseuchte Abfälle aus der Industrie oder Polyfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) in Funktionskleidung, die über den Waschprozess abgesondert werden, verunreinigen unser Wasser. “Die Kläranlagen haben längst ihre Grenzen erreicht, deshalb muss ein neues Material entwickelt werden, das als vierte Reinigungsstufe in der Kläranlage zum Einsatz kommt. Dieses Material soll …

Ernährungswissenschaftlerin Dr. Michaela Schlich. Foto: Marius Adam

Interview: Food-Trends und wie sie entstehen

Studentenfutter gilt als Nervennahrung. Aber steigern Nüsse und Rosinen wirklich die Leistung? Auch sogenanntes Superfood wie Chia-Samen oder Goji-Beeren kurbelt angeblich die Denkleistung an. Die Koblenzer Ernährungswissenschaftlerin Dr. Michaela Schlich im Interview über Food-Trends und gesunde Ernährung. Als Ernährungswissenschaftlerin beschäftigen Sie sich beruflich intensiv mit dem Thema Lebensmittel und Ernährung. Können Sie unbeschwert im Supermarkt einkaufen? Ja, denn gerade durch meinen Beruf weiß ich, welche Ernährung gut für mich ist. Ich verstehe zum Beispiel, was die Nährwertangaben auf den Verpackungen bedeuten. Das Wissen über Lebensmittel und Ernährung belastet mich nicht. Es hilft mir eher, meinen eigenen ausgewogenen Ernährungsstil zu leben. Meine Ernährungskompetenz gibt mir beim Einkaufen Sicherheit. Sie befassen sich im Rahmen Ihrer Forschung unter anderem damit, wie Verbraucher Ernährungstipps aufnehmen. Gibt es ein neues, stärkeres Bewusstsein für Ernährung? Definitiv, das Thema Ernährung ist in den Medien omnipräsent. In populären Verbrauchermagazinen oder Kochshows findet die Themenaufbereitung jedoch unreflektiert und aus ernährungswissenschaftlicher Sicht teilweise problematisch statt. Die sogenannten “Lebensmittelskandale” haben jedoch den positiven Aspekt, dass sie den Verbraucher kurzfristig wachrütteln. Sie können bei ihm eine positive Veränderung im eigenen Ernährungsstil …

Campus-Reporterin Sandra Erber berichtet heute von einer Sucht, die vor allem unter Studierenden verbreitet ist: Serien schauen im Akkord. Zeichnung: Carolin Höring.

Suchtende Serienjunkies

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Nach Hannah Wagners plötzlich entfachter Sucht für Fabelwesen hat es auch Sandra Erber erwischt. Als neuer Serien-Junkie kommt sie nur noch selten aus dem Haus, arrangiert sich mit ihrer Kellerbräune und begrüßt den Pizzalieferanten als neues Familienmitglied. Seit einiger Zeit werde ich in meinem Freundeskreis ab und an mit dem Satz konfrontiert: „Und, was suchtest du gerade?“ Damit wird mir freilich nicht der Missbrauch von Koks, Crack, bunter Pillen oder sonstiger illegaler Substanzen unterstellt. Nein, die Droge, auf die hier abgezielt wird, ist völlig legal, preiswert zu beschaffen, birgt allerdings nicht weniger Abhängigkeitspotenzial: Fernsehserien. Oder sollte ich besser Internetserien sagen? Seit einigen Jahren ist es ja möglich, ganze Staffeln auf Seiten diverser Produktions- und Filmverleihfirmen dank Video-on-Demand-Angebote in einem Zug zu konsumieren. Und das teilweise noch vor der Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen. Kein lästiges Warten und wildes Spekulieren mehr, was nach einem spannenden Cliffhanger wohl in der nächsten Folge von Breaking Bad, Fargo oder den Sopranos passieren wird. Die Krux der Serie In …

Ob aus den Natur- und Umweltwissenschaften, aus Philosophie, Soziologie, Linguistik oder Mathematik - im Rahmen der SERIOR Graduate Academy forschen Nachwuchswissenschaftler der verschiedensten Fachbereiche gemeinsam zum Thema Risikomanagement und können sich im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen wie Summer-Schools, E-Learning Plattformen oder Seminarreihen weiterbilden. Foto: Fotolia/Gajus

Trinationales Risikomanagement

Der Startschuss ist gefallen: Bis Ende 2018 entsteht die SERIOR Graduate Academy an sechs Universitäten in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Im Rahmen der Akademie sollen Wissenschaftler aus der Grenzregion Oberrhein zusammenarbeiten und sich in den Qualifizierungsmaßnahmen mit grenzüberschreitendem Risikomanagement beschäftigen. Rund 50 Mitarbeiter entwickeln zurzeit neue Programme für die Aus- und Weiterbildung von Nachwuchswissenschaftlern. So wird der Wissenstransfer zum Thema Risikomanagement gefördert – interdisziplinär und transnational. SERIOR – das steht für Security (Sicherheit), Risk (Risiko) und Orientation (Orientierung). Die drei Begriffe werden unter den Schlagwörtern Risikomanagement und Risikokompetenz zusammengefasst. Dies ist auch der thematische Fokus der neuen Graduiertenakademie, die länderübergreifend in Deutschland, Frankreich und der Schweiz aufgebaut wird. „Man kann sich eine Vielzahl an grenzüberschreitenden Risiken vorstellen, wie Luftverschmutzung durch Brände oder Gewässerverschmutzung im Rhein. Da sich Risiken meist nicht für nationale Grenzen interessieren, müssen internationale Antworten gegeben werden“, erklärt der Sozialanthropologe und Historiker Dr. Ulrich Ufer, der wissenschaftlicher Koordinator des Projektes ist. Unterstützt wird er von Caroline Mohr. Sie hat einen Master im Fach Interkulturelle Kommunikation und ist für den adminsitrativen Teil der Projektkoordination verantwortlich. Beide …

Übernimmt in ihrem Nebenjob bei BASF bereits viel Verantwortung: die Landauer Studentin Melanie Heibel. Foto: Privat

Marketing und Kommunikation bei BASF

Melanie Heibel ist Werkstudentin beim Chemiekonzern BASF in Mannheim. In der Abteilung Marketing und Kommunikation ist sie bei der Umsetzung von Marketingmaßnahmen, der Organisation von Veranstaltungen und der Erstellung von Unternehmensmedien beteiligt. Wer sind Sie? Mein Name ist Melanie Heibel, ich bin 27 Jahre alt und studiere im vierten Master-Semester Sozial- und Kommunikationswissenschaften mit dem Schwerpunkt Strategische Kommunikation und Unternehmenskommunikation. Die Serie Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Bisher erschienene Artikel finden sie hier. Was für einen Nebenjob machen Sie? Neben dem Studium arbeite ich als Werkstudentin bei der BASF Construction Solutions GmbH in Mannheim. Dort bin ich in der Abteilung Marketing und Kommunikation für den Bereich Betonzusatzmittel der Marke Master Builders Solutions tätig. Von hier betreuen mein Team und ich die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz – kurz DACH. Was sind …

Abgar Schachnasarjan studiert Lehramt für Berufsbildende Schulen (Bautechnik und Sport) in Koblenz. Seine freie Zeit gehört jedoch fast ausschließlich der Sportart Karate. Foto: Marius Adam

Ein großes Ziel vor Augen

Ein normales Studentenleben führt Abgar Schachnasarjan nicht. Sein Zeitplan ist straff, denn er trainiert jeden Tag. Zwischen Sport und Uni bleibt wenig Zeit für Freunde und Feiern. Doch das nimmt der Lehramtsstudent gerne in Kauf, denn er verfolgt ein Ziel: Er möchte Weltmeister im Karate werden. 2005 fing alles an: Der damals elfjährige Abgar Schachnasarjan belegt seinen ersten Karate-Kurs und entdeckt, dass eine Leidenschaft für den Kampfsport in ihm schlummert. Der Wechsel in einen Leistungssportverein folgte prompt, seine erste Medaille gewann er 2009 bei der Deutschen Meisterschaft in seiner Gewichts- und Altersklasse. “Karate war für mich von Anfang an die Sportart, die ich weiterverfolgen und in der ich richtig gut werden wollte”, erinnert sich der heute 23-Jährige. Viel Training für den Hochleistungssport Doch der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Seit drei Jahren trainiert der Koblenzer täglich: „Mein Tag startet morgens um sechs mit Krafttraining, dann fahre ich zu meinen Seminaren nach Koblenz an die Uni, nachmittags kurz ausruhen und dann jeden Abend Karate-Training. Am Wochenende stehen Kader-Lehrgänge und Regeneration auf dem Programm“, erkärt er. Wenn sich der …

In Wikis, Blogs und Foren werden Dokumente heute anders als früher kollaborativ erstellt. Verena Hausmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Enterprise Information Management (EIM), befasst sich in ihrer Dissertation mit den Herausforderungen dieser Arbeitsweise in kollaborativer Unternehemssoftware. Foto: Adrian Müller

Management von Dokumenten im 21. Jahrhundert

Der Trend zur Digitalisierung und der Einsatz von kollaborativer Anwendungssoftware stellen die Organisation von Dokumenten in Unternehmen vor verschiedene Herausforderungen. Verena Hausmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Enterprise Information Management (EIM) des Instituts für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik am Campus Koblenz und promoviert zum Thema Dokumentenmanagement. Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Ich beschäftige mich mit dem Thema Dokumentenmanagement in kollaborativer Unternehmenssoftware. Dokumentenmanagement ist eigentlich ein sehr altes Thema, das aber im Zuge der Digitalisierung vor allem für Unternehmen neue Fragen und Schwierigkeiten mit sich bringt: Früher wurden Schriftstücke einfach papiergebunden in Akten abgeheftet und bei Bedarf wieder hervorgeholt. Heutzutage arbeiten Menschen in Unternehmen softwaregestützt kollaborativ an Dokumenten und Informationen. Diese liegen dann nicht nur in Textdokumenten oder PDFs vor, sondern können in Wikis, Blogs, Foren und ähnlichen …

Im Forschungsschwerpunkt KoMePol untersuchen vier Fachdisziplinen das Vertrauen in die Medien, in politische Institutionen und in webbasierte Plattformen politischer Partizipation. Foto: Colourbox.de

KoMePol: Forschung ins Vertrauen

Die Sonntagsfrage, Online-Petitionen, der gemeinsame Fernsehabend zum TV-Duell: Nie war es einfacher, sich als Normalbürger vom Sofa aus über Politik zu informieren und sich an politischen Prozessen zu beteiligen. Aber wie groß ist unser Vertrauen in die Politik und die Möglichkeiten der Partizipation? Diese und andere Fragen beleuchtet ein Team aus Wissenschaftlern im Rahmen des Forschungsschwerpunktes Kommunikation, Medien und Politik, kurz KoMePol, an der Universität Koblenz-Landau. Die Kompetenz von vier Fachbereichen in einer Forschungsinitiative gebündelt – das ist KoMePol, ein seit fünf Jahren bestehendes interdisziplinäres Projekt von Wissenschaftlern aus den vier Fachbereichen Psychologie, Kommunikationswissenschaft und Politikwissenschaft am Campus Landau sowie der Informatik am Campus Koblenz. Gefördert durch die Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz erhielten bisher 27 Wissenschaftler, davon 17 Nachwuchswissenschaftler, die Möglichkeit, sich in elf verschiedenen Teilprojekten zu beteiligen. “Das Themenspektrum reicht von klassischer politischer Kommunikation und Kommunikationspsychologie über Forschung zu modernen Webtechnologien bis hin zu Wahl- und Einstellungsforschung”, erklärt Dr. Evelyn Bytzek, Politikwissenschaftlerin am Campus Landau. Forschung verbindet Das zentrale Interesse von KoMePol liegt in der Verknüpfung der Disziplinen: “Verbindendes Element zwischen allen Projekten ist ein gemeinschaftlich …

Heute schreibt Campus-Reporterin Lisa Leyerer. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Es lebe die Gruppenpräsi

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Lisa Leyerers heutiges Thema: Diese leidige Sache mit der Gruppenarbeit.  Je fortgeschrittener das Studium, desto mehr dürfen sich Studierende an der inhaltlichen Ausgestaltung von Seminaren beteiligen. Die Zeiten von Literaturrecherche und zaghafter Mitarbeit sind vorbei, nun darf man endlich zeigen, was man drauf hat. Dann steht man vorn an der Leinwand mit eigener PowerPoint-Präsentation und gut überlegten ‘aktivierenden Phasen’ für die Kommilitonen. Klingt nicht schlecht und macht mir eigentlich auch richtig viel Spaß – wäre da nicht diese eine Sache, die Studierenden die Kompetenz ‘Teamwork’ vermitteln soll. Die Lehrenden lieben sie, mir wird jedoch schon beim Gedanken daran übel: die Gruppenpräsentation. Phase 1: Die Kennenlernphase Die erste Stunde nach den viel zu kurzen Semesterferien. Erstes Seminar im Masterstudium. Die Uni und die Dozenten sind bekannt. Doch unter uns “alte Hasen” mischen sich auch viele neue Gesichter, die sich Landau als Ort für Ihren Master ausgesucht haben. Der Dozent teilt den Seminarplan aus. Er hat die Einteilung der Arbeitsgruppen bereits vorgenommen, …