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Wenn das Studium nicht passt

Alexandra Grünstäudl-Philippi vom KSB hilft Studierenden, die sich ihr Studium anders vorgestellt haben oder nicht wissen wie es weiter gehen soll. Foto: Philipp Sittinger

Alexandra Grünstäudl-Philippi vom KSB hilft Studierenden, die sich ihr Studium anders vorgestellt haben oder nicht wissen wie es weiter gehen soll. Foto: Philipp Sittinger

Die Wahl des richtigen Studiums oder Ausbildungsberufs ist angesichts der vielfältigen Möglichkeiten keine leichte Entscheidung. Noch schwieriger ist es, sich einzugestehen, dass man sich vielleicht nicht für den richtigen Weg entschieden hat. Was mache ich, wenn ich mir mein Studium anders vorgestellt habe? An wen kann ich mich wenden, wenn ich mir unsicher bin, wie es weitergehen soll?

Für Studierende, die diese Fragen beschäftigen, hat Alexandra Grünstäudl-Philippi vom Kompetenzzentrum für Studium und Beruf (KSB) ein offenes Ohr. Gemeinsam mit Ines Obenauer ist sie seit Juli 2018 verantwortlich für das Projekt NeuStArt am Campus Landau, das die Anlaufstelle für Studierende mit Studienzweifeln ist. „NeuStArt – Neu Durchstarten in Studium oder Arbeitsleben – richtet sich an alle Studierende am Campus Landau, die sich nicht sicher sind, ob sie sich gerade auf dem richtigen Weg befinden“, beschreibt Grünstäudl-Philippi die Zielgruppe.

Ob konkrete Ausstiegsgedanken, ein eventueller Fachwechsel, Organisations- oder Motivationsschwierigkeiten: Die Gründe, in die Sprechstunde zu kommen, sind vielfältig. Auch die Lösungsansätze werden durch die Methodik im Coaching auf jeden Studierenden individuell zugeschnitten – bei NeuStArt gibt es keine Standardlösungen. Das Ergebnis hängt von der Situation und den Bedürfnissen des Studierenden ab. Eine Beratung bei NeuStArt bedeutet nicht, dass man zwangsweise sein Studium aufgibt. „Oft kommen auch Studierende zu uns, die vor einem wichtigen nächsten Schritt im Studium stehen oder sich mit der Organisation schwer tun. Im Coaching haben sie die Möglichkeit, Wege zu entdecken um neu an die Sache heran zu gehen und gleichzeitig Alternativen kennen zu lernen.“

Die erste Hürde: Ich habe mich falsch entschieden

Die größte Hürde auf dem Weg zur Neuorientierung besteht für viele Studierende darin, sich selbst einzugestehen, dass man sich vielleicht für den falschen Weg entschieden hat. Diese Erkenntnis vor sich selbst, aber auch vor Freunden und Familie zu zugeben ist sehr schwer. Außerdem ist der Druck, dass im Falle eines Studienwechsels oder -ausstiegs der alternative Weg der Richtige sein muss, sehr hoch. „Ich kann die Schwierigkeiten der Studierenden, die sich in einer solchen Situation befinden, wirklich gut nachvollziehen, da auch ich in meiner Studienzeit große Zweifel hatte“, meint Grünstäudl-Philippi.

Das Angebot von NeuStArt gliedert sich in die Bereiche: Beratung, Coaching und Veranstaltungen. Zur Beratung können die Studierenden in die offene Sprechstunde kommen, die Montags von 14 bis 15 Uhr und Dienstags von 13.30 bis 14.30 Uhr stattfindet. Alternativ kann ein Termin per E-Mail oder Telefon vereinbart werden. „Die persönlichen und vertraulichen Beratungsgespräche dienen zunächst dem Kennenlernen und somit auch der Klärung welcher Bedarf genau vorhanden ist. Eventuell braucht der Studierende Informationen von anderen Beratungsstellen.“ NeuStArt hat aus diesem Grund ein Netzwerk aus uniinternen und -externen Beratern aufgebaut, und informiert in der Beratung über diese weiteren Angebote. Außerdem wird in in der Beratung geklärt, ob ein anschließendes Coaching bei NeuStArt hilfreich wäre.

Den richtigen Weg finden

Wenn sich ein Studierender für ein Coaching bei NeuStArt entschieden hat, fängt eine Zeit an, in der er sich mit sich selbst intensiv auseinander setzt. Fragen wie: „Was ist eigentlich mein Problem?“, „Womit genau geht es mir nicht gut?“ und „Was will ich erreichen?“, spielen dabei eine große Rolle. Dadurch lernt sich der Studierende selbst besser kennen und das ist immer auch ein Ziel des Coachings.

Die neunzigminütigen Sitzungen bestehen aus flexibel einsetzbaren Bausteinen. Dabei spielt neben der „Zielanalyse“ auch der Baustein „Entscheidungsfindung“ eine wichtige Rolle, der häufig die größte Schwierigkeit darstellt. „In einer Situation, in der uns viele Möglichkeiten offen stehen, haben wir das Gefühl, selbst Schuld zu sein, wenn wir nicht zu unserem Glück finden“, meint Grünstäudl-Philippi „Das stimmt natürlich nicht, kann aber eine enorme Belastung darstellen.“ Und ihr Erfahrung zeigt: „Menschen haben oft Hemmungen, zuzugeben, dass sie Hilfe brauchen. Bei körperlichen Beschwerden gehen sie zum Arzt, doch wenn sie seelische Probleme haben, holen sie sich häufig keine Unterstützung. Das finde ich schade, denn ein wenig Unterstützung von Außen kann oft schon viel bewirken“, ist sich Grünstäudl-Philippi sicher. „Das Angebot von NeuStArt ist unverbindlich und vertraulich. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Studierende das machen können, was wirklich zu ihnen passt, und dass sie ihren Weg finden.“

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