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Lokale Akteure gestalten die Energiewende

Für die Südpfalz ist Windkraft ein wichtiges Thema, weiß Dr. Jergentz. Foto: Petra Bork/pixelio.de Für die Südpfalz ist Windkraft ein wichtiges Thema, weiß Dr. Jergentz. Foto: Petra Bork/pixelio.de

Kann eine Region zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt werden? Wie könnte ein zukünftger Energiemix aussehen? Wie kann die gesellschaftliche Akzeptanz dafür gefördert werden? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich das INTERREG Projekt “Plan-EE“, in dem ein interdisziplinäres und grenzüberschreitend arbeitendes Team unter Beteiligung des Instituts für Umweltwissenschaften forscht. Am Dienstag, 19. November, findet von 14 bis 19 Uhr im Gemeindesaal der Stiftskirche in Landau eine öffentliche Tagung zum Thema „Akzeptanz von erneuerbaren Energien – lokale Akteure gestalten die Energiewende“ statt.

Für die Energiewende spielen lokale Akteure zunehmend eine wichtige Rolle, je nach Region eignen sich verschiedene Formen von erneuerbaren Energien. „Speziell für die Südpfalz ist Windkraft ein großes Thema“, erklärt Dr. Stefan Jergentz vom Institut für Umweltwissenschaften am Campus Landau. Ein Schlüsselbegriff ist Dezentralität, da verschiedene und nur regional lösbare Probleme aufgeworfen werden. Eines davon ist die Ablehnung etwaiger Maßnahmen: „Nicht alle Wege für die Gewinnung erneuerbarer Energien stoßen auf Akzeptanz in der Bevölkerung“, weiß Jergentz.  Er beschäftigt sich im Rahmen des Projekts unter anderem auch mit der Frage, wie gesellschaftliche Akzeptanz geschaffen werden kann. „Dazu haben wir Umfragen gemacht, die wir momentan auswerten“, erklärt er. Erste Ergebnisse werden auf der Tagung vorgestellt.

Nach Eröffnung der Veranstaltung durch den Vizepräsidenten der Universität, Prof. Dr. Ralf Schulz, werden im ersten Teil der Veranstaltung die bisherigen Ergebnisse des Projekts vorgestellt. Ab 16.30 Uhr präsentieren lokale Akteure Praxisbeispiele und diskutieren Beteiligungsmöglichkeiten. „Es werden Vertreter von Energie-Initiativen oder auch Energiegenossenschaften sprechen, die die Energiewende auf lokaler Ebene vorantreiben wollen“, sagt der Umweltwissenschaftler. Ab 18 Uhr können sich alle Interessierten zum Dialog am Buffet treffen.

Die Tagung richtet sich nicht nur an Projektangehörige, sondern an die breite Öffentlichkeit. „Wir wollen damit möglichst viele Menschen ansprechen“, erklärt Jergentz. „Das INTERREG-Projekt soll in der Bevölkerung und an der Universität bekannter werden.“ Außerdem will man einen Beitrag zur Diskussion um die Umsetzung der Energiewende in der Region leisten.

Ziel von „Plan-EE“ ist es, ein Planungstool zu entwickeln, das regionale Flächenpotenziale mit Hilfe von Geodaten ermittelt und das zur Entscheidungshilfe in den Kommunen, bei Energieversorgern, Banken und anderen Beteiligten verwendet werden kann. Als Modellregionen fungieren hierbei die Südpfalz sowie die Kommune Straßbourg. Neben dem Institut für Umweltwissenschaften gehören auch die Universitité de Straßbourg, das Centre National de la Recherche Scientifique sowie Institute des Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) zur Projektgruppe. Die Tagung wird simultan auf Französisch übersetzt. (och)

INTERREG ist ein Programm der Europäischen Union. Ziel ist es „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ sowie den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in der EU zu stärken. Dazu werden grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen verschiedenen Regionen finanziell gefördert.

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