Alle Artikel mit dem Schlagwort: Umweltwissenschaften

Christian Buchmann promovierte über die Wirkung von sogenannten Hydrogelen in Böden. In einem Folgeprojekt erforscht er diese nun genauer. Foto: Philipp Sittinger

Hydrogele im Boden erforschen

Im vergangenen Jahr absolvierte Dr. Christian Buchmann seine Promotion an der Universität Koblenz-Landau zum Einfluss von Hydrogelen auf Struktur- und Wasserbindung im Boden. Was sperrig klingt, ist ziemlich spannend: Hydrogele begegnen uns auch im Alltag häufig. Bitte erklären Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? In meiner Forschung beschäftigte ich mich mit Hydrogelen, einer speziellen Gruppe organischer Stoffe, die im Boden quellen. Ich habe untersucht, wie diese Wasser binden und die Struktur des Bodens beeinflussen. Diese Substanzen bilden sich auf natürliche Weise im Boden, etwa durch Pflanzen oder Mikroorganismen. Wenn sie in Kontakt mit Wasser kommen, entsteht eine klebrige Masse, vergleichbar mit Marmelade oder Haargel. Dabei schaffen Hydrogele optimale Wachstumsbedingungen und sichern das Überleben von Organismen. Außerdem halten sie das aufgenommene Wasser und stabilisieren den Boden. Für meine Dissertation habe ich …

Kristin Haurand studiert im Zwei-Fach-Bachelor Naturschutzbiologie und Geographie. Sie schätzt vor allem die Entscheidungsfreiheit ihrer beiden Fächer. Foto: Philipp Sittinger

Zwei Fächer und viele Wahlmöglichkeiten

Manche Studierende wollen sich für ihr Studium ungern auf ein bestimmtes Fach festlegen. Doch mehr Individualität ist kein Problem, der Zwei-Fach-Bachelor ermöglicht durch seine Kombinationsmöglichkeiten eine einzigartige Erfahrung. Kristin Haurand studiert nicht nur Naturschutzbiologie, sondern auch Geographie. Im Interview erzählt sie, was dieses etwas andere Studienkonzept so besonders macht und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. Woher kommt Ihre Begeisterung für die Fächer Naturschutzbiologie und Geographie? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene Artikel finden sie hier. Ich war schon immer ein sehr naturverbundener Mensch. Als Kind habe ich mit meinen Eltern viel Natururlaub gemacht, wir waren zelten, wandern und immer an der frischen Luft. Dadurch liegt mir die Natur seit jeher am Herzen. Als ich dann in der 11. Klasse ein halbes Jahr in Kanada lebte, bin ich mit dem dortigen Konsumverhalten konfrontiert worden. Das hohe Maß an Lebensmittelverschwendung hat mich zum Nachdenken gebracht …

Der Diplom-Umweltwissenschaftler Maximilian Meyer forscht für seine Promotion zum Thema Plastikfolienanwendung in der Landwirtschaft. Foto: Philipp Sittinger

Plastikfolien in der Landwirtschaft: Effizient oder problematisch?

Wie passen Plastik und Erdbeeren zusammen? Maximilian Meyer forscht in seiner Promotion zum Einsatz von Plastikfolien in der Landwirtschaft. Der 30-jährige Diplom-Umweltwissenschaftler kooperiert dazu mit einem Landwirt aus der Region. Um Bodenproben zu entnehmen, stellt er sich auch selbst auf den Acker. Beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? In meiner Dissertation beschäftige ich mich mit der Frage, wie nachhaltig die Anwendung von Plastikfolien in der Landwirtschaft ist. Ich fokussiere mich dabei auf den Anbau von Erdbeeren. In Deutschland werden daneben auch Spargel und weitere Kulturen unter der Nutzung von Plastikfolien angebaut. Aufgrund zahlreicher Vorteile erfährt diese Technik weltweit immer größeren Aufschwung. In Kombination mit unterirdischen Bewässerungssystemen können die Erträge und ihre Qualität erhöht werden. Außerdem können Verbraucher die Feldfrüchte früher in den Geschäften kaufen. In meiner Forschung untersuche ich …

Rebecca Bundschuh arbeitet für eine Society aus Politikern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern, die regelmäßig Umweltthemen diskutieren. Foto: Privat

Auf den Spuren von… Rebecca Bundschuh, Education Project Manager bei SETAC in Brüssel

Rebecca Bundschuh studierte Umweltwissenschaften auf Diplom am Campus Landau und ist jetzt Education Project Manager bei SETAC in Brüssel. Dort kann sie nicht nur ihr Interesse für Ökotoxikologie und die Liebe zum Organisieren ausleben, sie arbeitet auch in einem internationalen Umfeld. Was genau machen Sie als Education Project Manager bei SETAC? SETAC ist eine weltweite Society, die aus Vertretern der Politik, Akademie und Wirtschaft besteht. Sie trifft sich regelmäßig, um über Umwelt- beziehungsweise Ökotoxikologie-Themen zu diskutieren. Ich koordiniere eine große Tagung in Europa, die einmal im Jahr stattfindet. Außerdem bin ich für das Zertifizierungsprogramm zuständig. Darin zertifizieren wir Einzelpersonen, die Risikobewertungen von Chemikalien durchführen und bieten Weiterbildungskurse an. Außerdem unterstütze ich unsere Studentenabteilung bei deren Aktivitäten, organisiere unser Preisprogramm und erstelle Programmbücher für die Konferenzen und Seminare. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Der klassische Arbeitstag ist Büroarbeit. Relativ viel läuft über E-Mails. Da wir weltweite Kontakte haben, finden am Nachmittag häufig Telefonkonferenzen statt. Wenn eine Veranstaltung ansteht, ist der Arbeitstag komplett anders. Das sind dann sehr stressige und intensive Tage. Meine Kollegen und ich versuchen …

Studentin Gerlind Lohff schätzt die internationalen beruflichen Möglichkeiten und die Praxisnähe, die sich im Master Ecotoxicology ergeben. Foto: Lisa Leyerer

Master Ecotoxicology: Internationaler Studiengang zur Umweltforschung

Gerlind Lohff kam aus Lübeck in die Pfalz, um sich im englischsprachigen Master Ecotoxicology mit den Auswirkungen von Schadstoffen auf die Umwelt zu befassen. Nach ihrem ersten Semester berichtet die 25-Jährige im Interview von der praktischen und forschungsorientierten Ausrichtung ihres Fachs. Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Ecotox? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene Artikel finden sie hier. Ich habe meinen Bachelor in Agrarwissenschaften gemacht und mich damit beschäftigt, welche Schwierigkeiten die Ernährung einer Bevölkerung durch Landwirtschaft nach sich zieht. Mit den Auswirkungen der Agrarwirtschaft wollte ich mich in meinem Master weiter befassen, um erforschen zu können, wie die Bereitstellung von Nahrung gewährleistet werden kann, ohne dass die Umwelt weiter geschädigt wird. Warum haben Sie sich für Landau entschieden? An vielen Unis gibt es Ökotoxokologie auf Deutsch, Landau ist der einzige Ort, an dem der Studiengang Ecotoxicology englischsprachig angeboten wird. Das war …

Paula Kirpal studiert den Bachelor-Studiengangs Mensch und Umwelt. Foto: Green Chameleon/Unsplash

Bachelor Mensch und Umwelt: Eine einzigartige Verbindung

Mit Mensch und Umwelt: Psychologie, Kommunikation, Ökonomie bietet die Universität Koblenz-Landau einen neuen und einzigartigen Bachelor-Studiengang am Campus Landau an. Paula Kirpal gehört zu den ersten, die diese innovative Fächerkombination studieren. Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Mensch und Umwelt? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene Artikel finden sie hier. Ich empfinde ein großes Bedauern darüber, wie schlecht viele Menschen mit der Umwelt umgehen. Durch das Studium hoffe ich, die Zusammenhänge und Auswirkungen dieses Handelns besser nachvollziehen zu können. Deswegen finde ich es auch so wichtig und bemerkenswert, dass die verschiedenen Perspektiven aus Psychologie, Kommunikation und Ökonomie Bestandteil dieses Studiengangs sind. Warum haben Sie sich für Landau entschieden? Den Studiengang gibt es in dieser Form nur in Landau. Zudem gefällt es mir hier gut, die Stadt ist hübsch und hat eine angenehme Größe, sodass man sich schnell zurechtfindet und alles gut erreichen …

Überdüngung beeinträchtigt Struktur und Funktion der Lebensgemeinschaften in Steh- und Fließgewässern. Dr. Carola Winkelmann vom Institut für Integrierte Naturwissenschaften und ihr Team erforschen, was dem entgegenwirkt. Foto: Greta Rettler

Eutrophierung: Wenn Gewässer umkippen

Wenn Gewässer umkippen, steckt dahinter ein systematisches Umweltproblem. Der Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft birgt Gefahren, denn diese Nährstoffe gelangen in Flüsse und Seen und können glasklare Gewässer in eine trübe Brühe verwandeln. Im Rahmen des Projekts Eutrophierung untersuchen Dr. Carola Winkelmann und ihre Kollegen am Campus Koblenz, welche Maßnahmen der Überdüngung entgegenwirken können. Eutroph bedeutet nährstoffreich. Im Gegensatz zu oligotrophen – also nährstoffarmen – Gewässern finden sich in eutrophen Gewässern Phosphor- und Stickstoffverbindungen, die ein übermäßiges Wachstum von Wasserpflanzen und Algen verursachen. Sie gelangen durch die Behandlung landwirtschaftlicher Flächen mit natürlichen Düngemitteln in Flüsse und Seen. In der Folge bringt ein massives Wachstum von Algen das ökologische Gleichgewicht in den Gewässern durcheinander. Durch die Überdüngung werden Struktur und Funktion der Lebensgemeinschaften in Steh- und Fließgewässern stark beeinträchtigt. Dieser Entwicklung will das Forscherteam um Dr. Carola Winkelmann vom Institut für Integrierte Naturwissenschaften entgegenwirken. Ziel des Projekts Eutrophierung ist es, geeignete Untersuchungs- und Messmethoden zu finden, um das Eutrophierungspotenzial von Fließgewässern abschätzen zu können und geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Algenmassen zu finden. Dramatische Lage für das Ökosystem Durch die Eutrophierung droht dem Ökosystem …

Leonie Werner aus Sigmaringendorf und Lenz Sulzer aus Stuttgart haben sich für ein Studium der Umweltwissenschaften am Campus Landau entschieden. Foto: Lisa Leyerer

Umweltwissenschaften: Nicht nur was für „Ökos“

Leonie Werner und Lenz Sulzer studieren im vierten Bachelor-Semester Umweltwissenschaften am Campus Landau. Ihnen liegen Umwelt und Natur am Herzen. Damit beide später im Beruf zum Umweltschutz beitragen können, lernen sie im Studium in einer Mischung aus Theorie und Praxis, wie Ökosysteme funktionieren und was wir Menschen dafür tun können, um diese im Gleichgewicht zu halten. Woher kommt Ihre Begeisterung für das Fach Umweltwissenschaften? Die Serie Abiturienten stehen viele Möglichkeiten offen. Studieren oder eine Ausbildung beginnen, Uni oder FH? Und welches Fach ist für mich das Richtige? In unserer Serie “Was studieren?” stellen Studierende der Universität Koblenz-Landau ihren Studiengang vor. Bereits erschienene Artikel finden sie hier. Sulzer: Da kommen verschiedene Dinge zusammen. Natürlich haben wir ein grundsätzliches Interesse am Thema Umwelt. Unsere Naturverbundenheit findet sich in diesem Studienfach in vielen Facetten wieder. Werner: Es ist toll, dass man die Umwelt aus vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann. Ich persönlich begeistere mich für Biochemie. Abgesehen davon interessiert mich aber besonders das Rundum-Paket, also das Gesamtwissen, das im Fach Umweltwissenschaften vermittelt wird. Warum haben Sie sich für Landau entschieden? …

Umweltökonom Prof. Dr. Frör untersucht das Problem der Gewässerversalzung und möchte dem Thema mehr Aufmerksamkeit in Forschung und Gesellschaft verschaffen. Foto: Leyerer

Salz in unserem Wasser: Gefahr für Mensch und Umwelt

Die zunehmende Versalzung von Gewässern ist ein ökologisches Problem. In einer kürzlich veröffentlichten Studie warnen Wissenschaftler um Oliver Frör, Professor für Umweltökonomie in Landau, vor den Konsequenzen für Mensch und Umwelt.  In Ihrem kürzlich erschienenen Artikel in der Fachzeitschrift “Science” haben Sie sich mit 23 weiteren Autoren dem Thema Gewässerversalzung gewidmet. Zu welchen Erkenntnissen sind Sie gelangt? Wir wissen, dass es zahlreiche Ursachen für die zunehmende Versalzung unserer Gewässer gibt, die früher oder später nicht nur die Umwelt, sondern auch uns Menschen stark belasten werden. Ein wesentliches Problem liegt in den Abwässern, die beim Abbau von Salzen im Bergbau entstehen, in Trockengebieten spielt auch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Der Salzgehalt in Flüssen, Seen und im Grundwasser steigt, die Wasserqualität nimmt ab. So werden beispielsweise Abwasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung immer teurer. Wir haben mit Wissenschaftlern aus aller Welt in einer Art Metaanalyse unsere Erkenntnisse aus den verschiedenen Fachgebieten der Natur-, Umwelt- und Sozialwissenschaften zusammengetragen, um den Status Quo der Gewässerversalzung, einem bislang viel zu wenig beachteten Thema, darzustellen und Lösungen aufzuzeigen. Sämtliche Erkenntnisse aus eigenen empirischen Studien …

Frank Seitz und Ricki Rosenfeldt haben mit der Analyse von Nanopartikeln den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Fotos: Lisa Leyerer

Erst Promovieren, dann Gründen: nEcoTox Consult testet Nanopartikel

Schon seit ihrer Zeit als Bachelor-Studenten im Fach Umweltwissenschaften beschäftigen sich Ricki Rosenfeldt und Frank Seitz mit Nanopartikeln. Die winzigen Teilchen werden immer häufiger bei der Herstellung von Alltagsprodukten eingesetzt. Mittlerweile haben die beiden sogar ihre Doktorarbeit über das Thema abgeschlossen und nicht nur das: Vor sechs Monaten wagten sie den Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten die Firma „nEcoTox Consult“. Im Uniblog sprechen sie darüber, wie aus ihrer Forschungsexpertise eine Unternehmensgründung wurde. „Man kommt heute wahrscheinlich nicht mehr durch den Alltag, ohne mit einer Substanz oder einem Gegenstand in Kontakt zu kommen, in dem Nanopartikel enthalten sind“, weiß Frank Seitz vom Institut für Umweltwissenschaften. In vielen Farben, aber auch in Textilien, Lebensmitteln oder Spielzeugen sind die winzigen Partikel enthalten, denn Produkte können durch Nanopartikel häufig verbessert werden. Sonnencreme ist eins der bekanntesten Produkte, das Nanopartikel enthält. „Natürlich ist es besser, wenn die Partikel in Cremes klein sind, weil sie sich leichter auf der Haut verteilen lassen. Im besten Fall ergibt sich durch Nanopartikel keine dicke Schicht, sodass man nach dem Eincremen nicht ganz weiß aussieht“, …