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Mentor und Mentee: Sparringpartner in Sachen Schlüsselkompetenz

Unsicherheit beim Präsentieren? Probleme beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten? Starke Anspannung vor Prüfungen? Das Kompetenzzentrum für Studium und Beruf (KSB) bildet mit einem neuen Programm Landauer Studierende zu Mentoren aus.

Seit 2012 hilft das KSB Studierenden im Zwei-Fach-Bachelor, ihre Schlüsselkompetenzen in Workshops zu verbessern. Ab dem Sommersemester ermöglicht das neue MentorInnenprogramm den Studierenden am Campus Landau, ihre persönlichen Erfahrungen und ihr Expertenwissen in Bereichen wie wissenschaftliches Schreiben, Präsentationstechniken oder Selbstorganisation im Studium an ihre Kommilitonen weiterzugeben. KSB-Geschäftsführerin, Dr. Irene Lamberz, erklärt das neue Konzept: „Wir haben bislang zwei sehr interessante Tools in unserem Angebot: Bei den Schlüsselkompetenzangeboten geht es darum, die Studierenden in den jeweiligen Kompetenzen fit zu machen und den Studienerfolg zu erhöhen. Daeben gibt es unsere Coaching-Angebote. Die Idee war, beides miteinander zu verbinden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sehr gut funktioniert, wenn Studierende dazu angeleitet werden, ihre eigenen Lösungen zu finden.“

Auch die Mentoren profitieren davon, ihren Mentees unter die Arme zu greifen. „Für Studierende ist es eine spannende Erfahrung, in die Rolle des Mentors zu schlüpfen. Dabei können sie viel über sich selbst und andere lernen. Diese Erkenntnis ist für den beruflichen und privaten Erfolg wichtig“, weiß Lamberz. Angehende Mentoren können je nach Präferenz, Nachfrage und verfügbarer Zeit entscheiden, ob sie ihre Mentees in persönlichen Gesprächen, an Stammtischen oder auch über Telefon- oder Online-Mentoring beraten wollen. Lamberz: „Wir sind momentan noch in einer Pilotphase und offen für verschiedene Möglichkeiten.“

Feedback vom Experten

Der Einstieg ins Studium ist für viele Abiturienten ein Sprung ins kalte Wasser. Hörsaal statt Klassenzimmer, Referate statt Hausaufgaben, umfangreiche Prüfungen statt Klassenarbeiten: Um diese neuen Anforderungen besser zu bewältigen, können insbesondere Studienanfänger von der Unterstützung eines Mentors profitieren. „Das Programm richtet sich gezielt an Studierende, die in bestimmten Schlüsselkompetenzbereichen Defizite bei sich sehen und darin punktuell unterstützt werden wollen”, berichtet Lamberz. Ein Klassiker, bei dem die Hilfe eines Mentors nützlich sein könne, sei das Präsentieren: „Stellen Sie sich vor, jemand steht vor einem Referat, hat aber Probleme bei der Umsetzung. Die Person möchte die Präsentation noch einmal mit jemandem durchgehen, am besten mit jemandem, der ein qualifiziertes Feedback geben kann.“

Während ihrer Zusammenarbeit werden Mentor und Mentee zu „Sparringpartnern“, die an ihrem Gegenüber Techniken erproben, ohne einen Gegenschlag erwarten zu müssen. So lassen sich gefahrlos und ohne Konkurrenz- oder Leistungsdruck die eigenen Potenziale erkunden und stärken.

Wie werde ich Mentor?

Bewerbungsvoraussetzungen sind eine Studienerfahrung von mindestens drei Semestern oder vergleichbare – zum Beispiel berufliche – Vorerfahrungen, gute Grundlagen in einem Schlüsselkompetenzbereich, zum Beispiel durch den Besuch der Schlüsselkompetenzkurse des KSB, sowie der Besuch des Workshops „MentorInnenkompetenz-Training für Studium und Beruf – Erfahrungen reflektieren, Wissen teilen, Entwicklung begleiten“ bei Referentin Anke Ulmer. Darin können Studierende eine Reihe wichtiger Techniken sowie Führungs- und Beratungs-Kompetenzen erlernen und ausprobieren. Zwei-Fach-Bachelor-Studierende werden bei der Zulassung zum Workshop bevorzugt.

Coaching-Expertin Anke Ulmer behandelt unter anderem Themen wie die Gespräch- und Mitarbeiterführung, konstruktives Feedback geben, Stärken und Schwächen analysieren, Perspektivenwechsel und Empathiefähigkeit und Sensibilisierung für das eigene Kommunikationsverhalten. „Fragetechniken spielen eine wichtige Rolle. Man kann eine Frage so stellen, dass man in einer Sackgasse landet oder aber so, dass sich ganz neue Perspektiven eröffnen“, erklärt Lamberz. Für den dreitägigen Workshop, der für alle Studiengänge offen ist, können sich Teilnehmer zwei Leistungspunkte anrechnen lassen. Während ihrer Tätigkeit als Mentoren können sich die Studierenden jederzeit Hilfe beim KSB-Team von „Studieren mit Profil“ holen.

Katharina Greb

Kurs-Termine
Das MentorInnenkompetenz-Training für Studium und Beruf findet an folgenden Terminen statt:

Freitag, 16. Mai, 13 bis 19.30 Uhr
Sa, 17. Mai, 9 bis 18 Uhr
Freitag, 27. Juni, 13 bis 19.30 Uhr

Die Anmeldung erfolgt über KLIPS. Bei Fragen hilft das KSB-Team via E-Mail an ksb-team@uni-landau.de weiter.

Im Workshop von Referentin Anke Ulmer werden Studierenden Beratungskompetenzen vermittelt. Foto: Privat. Anke Ulmer befasst sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung von kommunikativer Kompetenz im professionellen Umfeld. Sie ist zertifizierter Coach und systemische Beraterin. Nach dem Studium der Angewandten Sprachwissenschaften an der Universität Heidelberg (Abschluss als Diplom-Übersetzerin) absolvierte sie zusätzlich ein postgraduales Weiterbildungsstudium an der TU Kaiserslautern mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung. Neben Inhalten wie „Train-the-trainer“ widmet sie sich schwerpunktmäßig dem Thema Multicultural Teamwork und ist Hochschul-Lehrbeauftragte, u.a. für Professional English (B2). Zu den Kernbereichen ihrer Tätigkeit als Coach gehören berufliche Neu- und Umorientierungen bei Individuen sowie Gruppenprozesse, darunter auch Moderationen und Seminare zur Einführung der Kollegialen Coaching Konferenz®.

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