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Mentoring: Wege für Frauen in die Wissenschaft

Der Mentoring Jahrgang 2014: Mentees und Mentorinnen bei der Auftaktveranstaltung zum Tandemjahr. Foto: mena Der Mentoring Jahrgang 2014: Mentees und Mentorinnen bei der Auftaktveranstaltung zum Tandemjahr. Foto: mena

Ob Studentin in der Masterabschlussphase, Doktorandin oder Postdoc: Das Förderprogramm “mena” zeigt interessierten Frauen mit einer Mentoring-Partnerschaft und einem auf die Wissenschaft zugeschnittenen Weiterbildungsangebot Wege in eine wissenschaftliche Berufslaufbahn auf.

Für die Teilnahme müssen die Bewerberinnen vor allem Interesse an einer wissenschaftlichen Laufbahn mitbringen. Es können sich sowohl Studentinnen in der Abschlussphase ihres Studiums als auch ehemalige Studentinnen, die bereits erste Berufserfahrungen gesammelt haben, bewerben”, erklärt Christiane Theisen, Projektkoordinatorin von mena. Seit 2010 können weibliche Nachwuchswissenschaftlerinnen bei mena individuelle Beratung und Begleitung durch eine Mentoring-Partnerschaft erhalten. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes ist es, Frauen in ihrem wissenschaftlichen Karrierewunsch zu bestärken, sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen zu qualifizieren und mit erfahrenen weiblichen Führungskräften der Universität Koblenz-Landau zu vernetzen. Denn obwohl an rheinland-pfälzischen Hochschulen Frauen das Gros der Studierendenschaft stellen und auch nahezu die Hälfte aller Promotionen hierzulande von Frauen verfasst werden, wird der Frauenanteil in den höheren Etagen des Wissenschaftsbetriebes zusehends kleiner: Nur jede sechste Professur ist laut Statistischem Jahrbuch Rheinland-Pfalz  2010 hierzulande mit einer Frau besetzt.

Hier will mena ansetzen: “Im Austausch mit der Mentorin oder einem Mentor bekommen die Teilnehmerinnen eine genauere Vorstellung von der Arbeit an der Universität und können gezielt Fragen stellen: Was nützt mir eine Promotion? Ist ein Auslandsaufenthalt relevant für die wissenschaftliche Karriere? Wie gut sind Familie und Beruf im universitären Alltag vereinbar?” Oft möchten die Teilnehmerinnen auch konkret das Arbeits-Setting an der Universität kennen lernen und können beim sogenannten “Shadowing” Mentorin oder Mentor im Uni-Alltag über die Schulter schauen, wie Theisen erklärt.

Erfolgreiches Mentoring durch Vertrauen, Offenheit und Ziele

Zentrum des Projektes ist dabei die Tandemkooperation zwischen der sogenannten “Mentee”, der Teilnehmerin, und einem Mentor oder einer Mentorin, einer wissenschaftlichen Fachkraft also, die mit ihrer langjährigen Erfahrung im Forschungs- und Lehrbetrieb während eines ganzen Jahres der Mentee bei Fragen als Gesprächspartner zur Seite steht. Um vor dem beginnenden Tandemjahr sicherzustellen, dass das Mentoring für beide Beteiligten von Nutzen ist, erfolgt nach eingehender Bewerbung ein sogenanntes “Matching”. “Dabei suchen wir auf Grundlage der konkreten Frage- und Zielstellungen der Mentees  einen geeigneten Mentoring-Partner”, erklärt Theisen. “Es ist wichtig, dass dieser mit seinem Erfahrungsschatz auf die Anliegen eingehen und unterstützen kann”, betont die Koordinatorin von mena. “Dabei profitieren im Idealfall beide Seiten vom Austausch: “Auch die Mentoren können beim Mentoring ihre Beratungsfunktion stärken.”

Auf das Matching folgen meist ein bis zwei persönliche Treffen, in denen sich beide Parteien persönlich kennenlernen. Können sich Mentee und Mentor offen und vertrauensvoll einander zuwenden, werden anschließend die Ziele und  Erwartungen offiziell in der Mentoring-Vereinbarung festgelegt und von beiden Tandempartnern unterzeichnet. “Wie oft und in welcher Form sich Mentee und Mentor dann treffen und den Kontakt gestalten, ist individuell verschieden und kann frei vereinbart werden. In der Regel sollte man sich auf jeden Fall einmal im Monat mit der Mentorin über den aktuellen Status quo auszutauschen”, rät Theisen.

Trainings und Workshops zur Karriereplanung

Das Mentoring-Jahr beginnt im Juni oder Juli eines jeden Jahres und wird zu Beginn mit einer Auftakt-Veranstaltung eingeleitet und im Verlauf mit einem Bergfest in der Jahresmitte sowie einer Abschlussveranstaltung gegen Ende des Mentoring-Jahres gerahmt. Ergänzt wird die Tandempartnerschaft durch ein  zugeschnittenes Weiterbildungsprogramm für Mentees, beispielsweise in Form von Workshop-Angeboten zum wissenschaftlichen Schreiben oder Konfliktmanagement, sowie durch den Ausbau karriererelevanter Netzwerke in Stammtischrunden und Networking-Veranstaltungen. Die Mentees bekommen so die Chance,  ihre Kompetenzen zu potenzieren und für die weitere Berufswegplanung zu nutzen. Am Ende des Jahres erhalten alle Mentees, die erfolgreich am Programm teilgenommen haben, ein Zertifikat über ihre Teilnahme.

Sandra Erber

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