Promovierende im Interview
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Algorithmen für Roboter

Marcel Häselich promoviert bei Prof. Dr. Paulus und entwicklet für Roboter im freien Gelände Algorithmen zur Umgebungsbewertung. Foto: Adrian Müller Marcel Häselich promoviert bei Prof. Dr. Paulus und entwicklet für Roboter im freien Gelände Algorithmen zur Umgebungsbewertung. Foto: Adrian Müller

Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In unserer Serie  “Promovierende im Interview” berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben Sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren Sie ihr Arbeitspensum? Marcel Häselich promoviert am Koblenzer Institut für Computervisualistik und und entwickelt in seiner Dissertation Algorithmen zur Umgebungsbewertung für Roboter im Außenbereich.

Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in drei Sätzen.

Mein Forschungsschwerpunkt besteht in der Entwicklung von Algorithmen für 3D-Laserdaten, die Roboter im Outdoor-Bereich zur Umgebungsbewertung einsetzen. Ein autonomer, radgebtriebener Roboter benötigt gewisse vorprogrammierte Algorithmen, um sein Terrain sicher einschätzen zu können und selbstständig zu navigieren. Neben der Vermeidung von Hindernissen und Kollisionen spielt die Befahrbarkeit des Terrains natürlich eine große Rolle, da sich ein Roboter sicherer auf Straßen bewegt als auf Äckern oder Wiesen.

Was fasziniert Sie an diesem Thema?

Bei der Entwicklung solcher Algorithmen für Roboter im Outdoor-Bereich treten viele Schwierigkeiten auf, beispielsweise in Form von Messfehlern oder Messungenauigkeiten. Für mich ist dabei besonders interessant und herausfordernd, wie die Vorteile der Forschungen aus Mathematik, Physik und Informatik kombiniert werden können, um Lösungsstrategien für solche Komplikationen zu finden.

 Wieso haben Sie sich für eine Promotion entschieden?

Nach Abschluss meines Studiums der Computervisualistik hier an der Uni hatte ich mehrere Optionen zur Auswahl, von denen sich keine wirklich als ideal dargestellt hat. Als Professor Dr. Paulus, Leiter der Arbeitsgruppe Aktives Sehen im Institut für Computervisualistik,  mir dann eine Stelle in einem Robotik-Projekt angeboten hat, konnte ich mich direkt dafür begeistern. Die Arbeit an der Promotion verbindet viele Tätigkeiten und ist sehr abwechslungsreich, diese Flexibilität ist mir sehr wichtig.

 Welche zusätzlichen wissenschaftlichen Aktivitäten planen oder machen Sie bereits zusätzlich zu Ihrer Promotion?

Begleitend zur Promotion bin ich oft und viel auf Konferenzen unterwegs und halte an anderen Universitäten Vorträge. In den letzten Jahren bin ich auch viel in der Welt herum gekommen und konnte unter anderem Tagungen zum Thema Robotik und Sensordatenauswertung in China, den USA oder Spanien besuchen.

Was sind Ihre beruflichen Pläne für die Zukunft?

Ich möchte meine Dissertation in den nächsten Monaten fertig stellen und spiele mit dem Gedanken, eine Firma im Bereich Sensordatenauswertung zu gründen.

Was sollten Studierende mibringen, der über eine Promotion nachdenken?

Eigeninitiative und Engagement sind meiner Meinung nach mit Abstand am wichtigsten. Natürlich sollte man auch Neugier und ein generelles Interesse an der Forschung mitbringen. Insgesamt ist es einfach wichtig, offen gegenüber Neuem zu sein.

Welche Aufgaben ergeben sich noch im Zuge Ihrer Promotion?

Da ich Projektmitarbeiter bin, beschäftige ich mich in erster Linie mit der Forschungsarbeit und den dabei anfallenden Aufgaben. Mit den Angelegenheiten in der Lehre habe ich nur selten zu tun.

Was unternehmen Sie, um sich zusätzlich zu qualifizieren?

Vor allem zu Beginn der Promotion habe ich einige Fortbildungsmöglichkeiten des Interdisziplinären Promotionszentrums (IPZ) genutzt, die mich wirklich weitergebracht haben. Unter anderem habe ich an einem Rhetorik-Workshop teilgenommen, um an der eigenen Vortrags- und Präsentationsweise zu arbeiten. Auch ein Kurs zum Wissenschaftlichen Schreiben war für mich sehr nützlich. Hier wurde beispielweise vermittelt, wie man ein Konferenz-Paper formuliert und welcher Schreibstil sich für wissenschaftliche Publikationen am besten eignet.

Wie organisieren Sie Ihr Arbeitspensum?

Ich versuche mindestens einen, idealerweise auch mehrere Tage in der Woche ausschließlich für meine Dissertation zu reservieren, um dann exklusiv daran zu arbeiten.

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