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Förderung für junge Naturbegeisterte: Landauer Nawi-Werkstatt

Den naturwissenschaftlichen Studiengängen mangelt es an Nachwuchs. Die Nawi-Werkstatt am Campus Landau steuert dagegen: Durch frühzeitige Förderung und Unterricht mit viel Freiraum. Davon profitieren nicht nur die Unis, sondern in erster Linie Schüler und Studenten.

Seit dem Sommersemester 2011 findet am Campus Landau im Rahmen der Kinder-Uni auch die Nawi-Werkstatt statt. Ein Freizeitangebot für Schüler der 5. und 6. Klasse, die Interesse an Naturwissenschaft zeigen. Pro Semester werden die Schüler zu acht bis zehn Terminen eingeladen. An diesen werden verschiedene Themen aus den Bereichen Chemie, Physik, Biologie und Umweltwissenschaften bearbeitet.

Prof. Dr. Björn Risch

„Das Programm ersetzt aber nicht den Schulunterricht, sondern ist auf freiwilliger Basis. Trotzdem ist die Nachfrage hoch“, berichtet Lisa Sauer, die zusammen mit Björn Risch die Nawi-Werkstatt leitet. Etwa 15 Kinder nehmen pro Semester an dem Angebot teil. Die Bewerberzahlen sind deutlich höher. Jedoch stehen momentan noch nicht genügend Räume zur Verfügung, um das Angebot zu erweitern, erklärt Risch.

Studierende aus den lehramtsbezogenen naturwissenschaftlichen Studiengängen bereiteten in Seminaren die Stunden vor. Mit Kommilitonen und Dozenten wird die Unterrichtsplanung im Vorfeld besprochen und verbessert, bevor sie in die Praxis umgesetzt wird. „Durch die geringe Schülerzahl und die Länge von 120 Minuten kann man ganz anders arbeiten als in einer 45 Minuten-Schulstunde“, sagt Lisa Sauer, die selbst Biologie und Chemie auf Lehramt in Landau studiert. Die Studierenden profitieren von der Praxiserfahrung: Nach den Stunden wird noch einmal kritisch reflektiert, um die besten Ideen festzuhalten und Dinge zu verbessern. So erhalten sie schon früh ein Feedback über die eigenen Lehrfähigkeiten und die Möglichkeit, neue Unterrichtsideen auszuprobieren.

Die Ideen für den Unterricht müssen mitreißen, innovativ sein: Denn die Schüler erwarten Themen, die sie interessieren und die einfach aufbereitet sind. Sie erwarten spannende Experimente mit Alltagsbezug und spielerisches Lernen ohne Notendruck. „Es reicht nicht aus, viel praktisch zu arbeiten, um das Interesse der Schüler zu wecken. Es muss immer einen Bezug zum Lebensalltag geben, um sie zu begeistern“, berichtet Risch von seinen Erfahrungen in der Nawi-Werkstatt. Darum stehen die Unterrichtsinhalte auch nicht auf dem Chemielehrplan, sondern drehen sich vermehrt um Umweltaspekte. Gar nicht so einfach, handelt es sich doch oft um langwierige, komplexe Systeme.

Ein Beispiel, das allen Spaß gemacht hat: Die Schüler verkleideten sich als Hühner und bewegten sich in einem abgesteckten Raum, um nachzuempfinden, was artgerechte Tierhaltung bedeutet. „Das war nicht nur witzig für alle, es hat gleichzeitig veranschaulicht, wie Nutztiere aufwachsen“, weiß Sauer.

Kein Ende in Sicht: Auch in kommenden Semester wieder Nawi-Werkstatt

Für die Zukunft ist geplant, die Grenzen zwischen den einzelnen Fächern noch weiter aufzubrechen, gibt Risch Auskunft. Man wolle Studierende aus anderen Fächern einbinden, Tandems bilden, die den Unterricht gemeinsam gestalten und so ganz neue Ideen und Verknüpfungen von Themenfeldern finden.

Die Nawi-Werkstatt endet zusammen mit dem Semester. Auch in den kommenden sollen Schüler wieder die Möglichkeit haben, sich spielerisch mit Naturwissenschaft zu beschäftigen. Einige der Teilnehmer sind schon seit vier Semestern in Folge dabei – ein stichhaltiger Beweis für den Erfolg des Projektes.

Rosa Stecher

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