Campusleben
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Evangelische Studierendengemeinde: Interreligiöser Dialog als Aufgabe

Die ESG der Uni Koblenz-Landau möchte das miteinander stärken und Menschen und Religionen verbinden. Grafik: Die ESG der Uni Koblenz-Landau möchte das miteinander stärken und Menschen und Religionen verbinden. Grafik:

An beiden Standorten der Universität Koblenz-Landau gibt es eine Evangelische Studierendengemeinde (ESG), geleitet von Dr. Anja Lebkücher in Landau und Burkhard Leh in Koblenz. Die zwei Theologen legen besonderen Wert auf einen offenen Dialog, die Zusammenarbeit mit der Universität und moderne Formen des Glaubens. 

Mehr denn je ist unsere Gesellschaft auf einen interreligiösen Dialog angewiesen, um aufzuklären und eine gegenseitige Toleranz zu schaffen. Speziell an der stark bildungswissenschaftlich ausgerichteten Universität Koblenz-Landau sei dies wichtig, findet Dr. Anja Lebkücher: „Für die vielen angehenden Lehrer ist Verständnis und Akzeptanz besonders wichtig, da sie im späteren Berufsleben mit der Integration von verschiedensten Religionen und Kulturen konfrontiert sind. Hinzu kommt, dass es immer mehr muslimische Studierende und Lehramtsanwärter gibt.“ Der 42-jährigen Pfarrerin der ESG in Landau liegt deshalb der christlich-muslimische Austausch am Herzen.

Dr. Anja Lebkücher ist seit zwei Jahren Studierendenpfarrerin der ESG in Landau. Sie setzt sich für Frieden und einen interreligiösen Dialog ein. Foto: Lisa Leyerer

Dr. Anja Lebkücher ist seit zwei Jahren Studierendenpfarrerin der ESG in Landau. Sie setzt sich für Frieden und einen interreligiösen Dialog ein. Foto: Lisa Leyerer

Multinationales Zusammenleben

Auch der Studierendenpfarrer der ESG in Koblenz, Burkhard Leh, legt Wert auf ein friedliches Miteinander und Austausch. Sein Ziel ist eine offene Gastfreundschaft: „Die ESG gestaltet einen Teil des sozialen Lebens an der Universität, die gekennzeichnet ist durch Gemeinschaft und Verschiedenheit.“ In den evangelischen Wohnheimen beider Standorte leben die Studierenden deshalb multinational zusammen. Die ESG-Programmhefte bieten neben Gottesdiensten und Gebeten eine Vielfalt an Veranstaltungen in Koblenz und in Landau, die Menschen jeder Konfession offen stehen: Themenabende, Diskussionswochenenden, Flüchtlingsarbeit, gemeinsames Kochen, Selbstverteidigungskurse, Studienfahrten und Ausstellungen sind nur ein Teil davon. Vieles in Kooperation mit den örtlichen Katholischen Hochschulgemeinden und anderen studentischen Gruppen.

Der 60-jährige Burkhard Leh ist Pfarrer der ESG in Koblenz. Er versteht Glauben als die Möglichkeit, in Gemeinschaft und Verschiedenheit zu leben. Foto: Greta Rettler

Der 60-jährige Burkhard Leh ist Pfarrer der ESG in Koblenz. Er versteht Glauben als die Möglichkeit, in Gemeinschaft und Verschiedenheit zu leben. Foto: Greta Rettler

Der 60-jährige Leh genießt diese vielfältige Arbeit mit Studierenden ebenso wie seine Landauer Kollegin. Lebkücher erklärt, warum sie sich für die Stelle an der Universität entschieden hat: „Den besonderen Reiz der Arbeit macht die Zusammenarbeiten mit jungen Menschen aus, die Ideen geben und Vorschläge einbringen.“ Studierende können so ihren Glauben neu initiieren und selbst gestalten. Für die Pfarrerin ist dieses Engagement Teil der Hoffnung auf eine bessere Welt, da junge Menschen zum Frieden und einem toleranten Miteinander beitragen könne. Beide Theologen haben stets ein offenes Ohr für die Studierenden und Mitarbeiter der Universität: “Wir sind Ansprechpartner für alle Belange des universitären Lebens und auch darüber hinaus“, betont Leh. Er übernahm seine jetzige Stelle im August 2012 von seiner Vorgängerin Dr. Anja Diesel, die inzwischen mit einem Lehrauftrag am Institut für Evangelische Religion in Koblenz unterrichtet.

Moderne und offene Religion

So verbinden sich Kirche und Glaube mit dem universitären Alltag. „Wir arbeiten eng mit den wissenschaftlichen Einrichtungen am Campus zusammen“, sagt Lebkücher. Sie erklärt weiter: “Wir versuchen für die Studierenden einen positiven Bezug zur Kirche herzustellen, ohne Zwang und mit großer Offenheit.“ Offen zeigt sich die 42-jährige auch bei der Entwicklung neuer Formen von Religion. Sie integriert zum Beispiel moderne, zeitgenössische Gedichte in die Gottesdienste, die oftmals wie in Koblenz auch, in ökumenischem Rahmen stattfinden.

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