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Erst das Lehramt, dann die Promotion

Dr. Kathrin Ruhl ist die Geschäftsführerin des IPZ der Uni Koblenz-Landau und Ansprechpartnerin rund um das Thema Promotion. Foto: Lauermann. Dr. Kathrin Ruhl ist die Geschäftsführerin des IPZ der Uni Koblenz-Landau und Ansprechpartnerin rund um das Thema Promotion. Foto: Lauermann.

Lehramtsstudierende stellen sich selten die Frage, wie ihre berufliche Zukunft aussehen wird, sondern starten klassisch ins Referendariat. Daneben gibt es attraktive Alternativen: Eine Promotion bietet beispielsweise die Gelegenheit, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. 

Wer ein Lehramtsstudium beginnt, geht in der Regel davon aus, anschließend das Referendariat zu absolvieren und dann einen Arbeitsplatz in einer Schule zu finden. Eine Promotion ist auf diesem Weg nicht vorgesehen. Dennoch kann während des Studiums der Entschluss reifen, eine Dissertation zu verfassen – sei es aus einem Forschungsinteresse heraus oder um sich andere Karrierewege zu eröffnen.

Eine Promotion ist grundsätzlich auch nach dem Lehramtsstudium möglich. Dr. Kathrin Ruhl, Geschäftsführerin des Interdisziplinären Promotionszentrums (IPZ), erklärt: “Man sollte sich für eine von zwei guten Optionen entscheiden: Entweder direkt im Anschluss an das Studium zu promovieren oder erst ins Referendariat zu starten und später mit der Doktorarbeit zu beginnen.” Beides parallel zu bewältigen sei theoretisch möglich, jedoch nicht empfehlenswert: “Das würde ich niemandem raten, da das Referendariat eine belastende Zeit und durch äußere Vorgaben wie Unterrichtsbesuche strukturiert ist. Wahrscheinlich würde die Promotion darunter leiden.”

Formale und persönliche Voraussetzungen

Spielt man mit dem Gedanken zu promovieren, ist zu klären, ob die formalen Voraussetzungen erfüllt werden. Diese sind in der Regel gegeben, wenn ein Masterabschluss und ein bestimmter Notendurschnitt vorliegen. In anderen Fällen ist das Absolvieren eines Eignungsfeststellungsverfahrens oder Qualifikationsstudiums nötig. “Jeder Fachbereich hat seine eigene Promotionsordnung, in der man sich über die geforderten Voraussetzungen schlau machen kann. Im Zweifel sollte im Dekanat des betreffenden Fachbereichs nachgefragt werden“, empfiehlt Ruhl. Neben diesen formalen Voraussetzungen spielen auch die eigene Lebensplanung und berufliche Zielsetzung eine Rolle. Möchte ich später überhaupt an einer Schule unterrichten? Ist mein forschendes Interesse größer als das Interesse an der Arbeit mit Schülern? Wie sieht meine Familienplanung aus? “Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt kann ausschlaggebend sein”, erläutert Ruhl.

Interesse an der Forschung

Doch welche persönlichen Voraussetzungen sollte man für eine Promotion mitbringen? “Neben einem großen Interesse am Forschungsgegenstand braucht man auch viel Durchhaltevermögen und ein gutes Zeitmanagement”, gibt Ruhl Auskunft. “Eine Promotion dauert mindestens drei Jahre, im Schnitt eher länger und richtet sich auch nach der persönlichen Arbeitsweise und danach, ob man parallel zur Promotion arbeitet oder nicht.”

Sind alle Fragen geklärt und ist die Entscheidung gefallen, ist der nächste wichtige Schritt auf dem Weg in die Promotion das Finden eines geeigneten Betreuers, der das geplante Forschungsvorhaben wissenschaftlich begleitet und mit dem unter anderem die Inhalte und der Umfang der Arbeit besprochen werden.

Was bringt die Promotion? Die intensive wissenschaftliche Arbeit und im besten Fall der permanente Austausch mit anderen Wissenschaftlern führen zu einer persönlichen Weiterentwicklung, die sich zum Beispiel durch verbesserte Schreibkompetenzen und Analysefähigkeiten ausdrückt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die Eröffnung neuer Berufsperspektiven. Promovierten Lehrkräften steht neben einer wissenschaftlichen Laufbahn auch der Weg in die freie Wirtschaft offen. Wer diesen einschlagen möchte, sollte schon früh genug Zusatzqualifikationen erwerben, um sein Profil zu schärfen und so attraktiv für potenzielle Arbeitgeber zu sein.

Bei weiteren Fragen zur Promotion nach dem Lehramtsstudium können sich Interessierte an die Dekanate der Universität Koblenz-Landau wenden. Dort gibt es Ansprechpartner für die formalen Fragen zu den Promotionsordnungen und Zugangsvoraussetzungen. Für ein persönliches Beratungsgespräch steht Dr. Kathrin Ruhl unter Tel. 0261/2872950 zur Verfügung.

10 Kommentare

  1. Abdulhamid Alshetwi sagt

    Sehr geehrte Frau Ruhl
    Ich bin approbierter Arzt in der letzten Monaten vor der Fachprüfung in Innere… Ich bin konlenzer und frag ob es eine Doctor Arbeit möglich zu finden.
    Vielen Dank

  2. Kathrin Ruhl sagt

    Sehr geehrter Herr Alshetwi,

    vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an einer Promotion an unserer Universität.

    An der Universität Koblenz-Landau gibt es keinen Fachbereich mit dem Schwerpunkt Medizin, daher ist es leider nicht möglich, dass Sie eine Dissertation mit medizinischem Schwerpunkt bei uns schreiben. Innerhalb von Rheinland-Pfalz kommt die Universität Mainz für Ihr Anliegen in Frage. Viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben.

  3. Olga Hengge sagt

    Sehr geehrte Frau Dr. Ruhl,

    ich bin eine Lehramtstudentin nach der alten Prüfungsordnung (Staatsexamen), bin voraussichtlich mit Prüfungen in einem Jahr fertig. Meine Fächer sind Sozialkunde und Russisch, Zusatzqualifikation Sozialkunde bilingual (Englisch). Ich bin eine im osteuropäischen Ausland ausgebildete Lehrerin, die in Deutschland seit mehr als 10 Jahren an Gymnasien in Ludwigshafen als Vertretungslehrerin unterrichtet und parallel erst an der Uni Landau, jetzt an der Uni Manz studiert hat bzw. immer noch studiert, um eine Festanstellung im Schuldienst zu bekommen. Ich habe gute Noten, hoffentlich in allen Prüfungen. Ich möchte in Russisch promovieren (gleich nach dem Abschluß). Sind Sie neben der Uni Mainz auch mein Ansprechpartner?

    • Kathrin Ruhl sagt

      Sehr geehrte Frau Hengge,

      vielen Dank für Ihre Nachricht.

      An der Universität Koblenz-Landau besteht nicht die Möglichkeit, im Fach Russisch zu promovieren. Wenn Sie Ihre Promotion im Fach Russisch an der Universität Mainz anstreben, wenden Sie sich am besten an die dortige Stelle für Nachwuchsförderung, die Ihnen hinsichtlich der für Sie dann geltenden Promotionsordnung und Unterstützungsmöglichkeiten am kompetentesten Auskunft geben kann. Für Ihr Vorhaben wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

  4. HK sagt

    Sehr geehrte Frau Ruhl,

    wie sehen meine Chancen aus, als Quereinsteigerin zu promovieren.
    Ich bin Dipl.-Wirtschaftsingenieurin und unterrichte jetzt Mathe als Hauptfach.

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen

    • Kathrin Ruhl sagt

      Sehr geehrte Interessentin,

      Ihre Chancen hängen davon ab, in welchem Fach Sie promovieren möchten. Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, regelt die zuständige Promotionsordnung – dort ist festgelegt, welchen Abschluss und welchen Notendurchschnitt Sie haben müssen, um in dem gewünschten Fach promovieren zu können. Zudem benötigen Sie die Zusage eines Betreuers/einer Betreuerin. Wenn Sie hierzu weitere Fragen haben, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Kontaktdaten: https://www.uni-koblenz-landau.de/de/ipz/ipz/portrait/team/kathrin-ruhl/kathrin-ruhl-1

      Mit freundlichen Grüßen

  5. Nilma Akbari sagt

    Sehr geehrte Frau Dr. Ruhl,
    ist es möglich, nach dem Realschullehramts- Studium zu promovieren? Ich strebe ein solches Studium im Wintersemester in Frankfurt am Main an der Universität an, jedoch wurde mir gesagt, dass eine Promotion nur nach Beendigung des Gymnasiallehramts-Studiums möglich ist.
    Ich danke Ihnen im Voraus und verbleibe.
    Mit freundlichen Grüßen

    • Kathrin Ruhl sagt

      Sehr geehrte Frau Akbari,

      eine verbindliche Auskunft kann ich Ihnen nur für unsere Universität geben, ich gehe jedoch davon aus, dass die Zulassung von Lehramtsabschlüssen an anderen Universitäten ähnlich geregelt ist. Schauen Sie daher bitte nochmals in der betreffenden bzw. für Sie in Frage kommenden Promotionsordnung nach.
      An unserer Universität gilt: Wenn Sie den Master of Education für das Realschullehramt haben, können Sie direkt promovieren – unter der Voraussetzung, dass Sie ein dazu passendes Promotionsfach wählen. Sollten Sie nach der alten Studienordnung studiert und mit Staatsexamen abgeschlossen haben, müssten Sie ein so genanntes zweisemestriges Qualifikationsstudium (auch Eignungsfeststellungsverfahren genannt) absolvieren.

      Für Ihr Vorhaben viel Erfolg.
      Mit freundlichen Grüßen

  6. Barna sagt

    Liebe Frau Dr. Ruhl,

    die Promotion ist also im Anschluss an das Referendariat noch möglich oder gibt es dort zeitliche Begrenzungen nach Abschluss des Masters ?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort,

    Mit freundlichen Grüßen

    • Kathrin Ruhl sagt

      Sehr geehrte Frau Baran,

      die Promotion können Sie auch nach dem Referendariat beginnen. Es gibt keine Vorgabe, dass die Promotion in einem bestimmten zeitlichen Abstand zum Studienabschluss erfolgen muss.

      Mit freundlichen Grüßen

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