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Auf den Spuren von… Stefan Eschenauer, Referent im Naturpark Nassau

Ein Job im Grünen: Stefan Eschenauer sitzt als Naturparkreferent nicht nur hinter dem Schreibtisch, er ist auch viel mit Fernglas und Turnschuhen im Park unterwegs. Foto: Privat. Ein Job im Grünen: Stefan Eschenauer sitzt als Naturparkreferent nicht nur hinter dem Schreibtisch, er ist auch viel mit Fernglas und Turnschuhen im Park unterwegs. Foto: Privat.

Alumnus Stefan Eschenauer absolvierte sein Bachelor- und Masterstudium an der Universität Koblenz-Landau: Auf “Ecological Impact Assessment” am Campus Koblenz folgte der Master in BioGeoWissenschaften. Nach seinem Abschluss im Jahr 2014 hielt es den 30-Jährigen weiter in der Region: Heute arbeitet er als Referent im Naturpark Nassau.

Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an Ihre Alma Mater und Ihre Studienstadt zurückdenken?

Wir haben damals mit nur etwa 20 Leuten angefangen zu studieren. Ich habe mich mit allen gut verstanden, das war ein sehr familiäres Klima. Mit dem einen oder anderem ist sogar eine engere Freundschaft entstanden. So etwas ist natürlich super und dafür bin ich dankbar. Ansonsten denke ich an den Mikadoplatz oder das G-Gebäude zurück, da ich dort die meiste Zeit verbracht habe. Mit der Studienstadt Koblenz verbinde ich das Deutsche Eck, die Festung Ehrenbreitstein und die Altstadt mit ihren vielen Kneipen.

Warum haben Sie sich für ein Studium an der Universität Koblenz-Landau entschieden?

Ich war schon immer ein Mensch, der sehr stark mit der Region verwurzelt ist. Geboren wurde ich in Koblenz, aufgewachsen bin ich in Miehlen an der Lahn. Als ich auf den damals neuen und für mich interessanten Studiengang “Ecological Impact Assessment” aufmerksam wurde, war mir schnell klar: Das machst du!

Wussten Sie schon zu Studienbeginn, was Sie später machen wollen? Was war Ihr Traumjob?

Dass ich mal Naturparkreferent werden würde, wusste ich nicht. Aber ich habe mich schon als Kind für Naturwissenschaften interessiert. Mit der Wahl meines Studienfaches war zumindest die Richtung, in die es gehen sollte, klar.

Sie sind Naturparkreferent im Naturpark Nassau. Was macht man da genau?

Generell ist die Grundlage der Naturparkarbeit das Handlungsprogramm. Darin sind die prioritären Handlungsfelder des Naturparks festgehalten, die in den Bereichen Artenschutz, naturverträglicher Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit liegen. 2016 sollen insgesamt 41 Artenschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählt die Biotoppflege, aber auch das Zurückschneiden und Pflanzen von hochstämmigen Obstbäumen. Im touristischen Bereich sind 27 Projekte geplant, wie zum Beispiel die Instandsetzung und Beschilderung von Wanderwegen und Naturlehrpfaden. Damit alle Maßnahmen umgesetzt werden können, arbeite ich eng mit Verbandsgemeinden, Forstämtern, aber auch Vereinen und engagierten Privatpersonen zusammen. Manchmal lege ich auch selbst Hand an und helfe beim Schneiden von Obstbäumen oder bei der Biotoppflege.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag aus?

Den “normalen” Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Man hat viele Freiheiten bei der Arbeit und kann seinen Tag selbst gestalten. An einem Tag steht man im Wald und kontrolliert Fledermauskästen, am nächsten geht es zu einem Treffen der Naturparkgeschäftsführer von Rheinland-Pfalz oder zu einem Gespräch ins Umweltministerium nach Mainz. Ich verbringe natürlich auch Zeit im Büro und habe viele Termine, zum Beispiel mit Ortsbürgermeistern. Generell versuche ich aber, so oft es geht, in der Natur unterwegs zu sein.

Was ist die größte Herausforderung in Ihrem Job?

Es ist nicht ganz einfach, zwischen den vollkommen verschiedenen Aufgaben hin- und herzuwechseln. Da muss man gut organisiert sein und flexibel bleiben.

Was reizt Sie besonders an der Arbeit im Naturpark Nassau?

Mich reizt die vielfältige Arbeit im Naturpark und der Naturpark an sich. Naturparke dienen sowohl dem Schutz und Erhalt der Kulturlandschaften mit ihrer Biotop- und Artenvielfalt als auch der Erholung, dem natur- und umweltverträglichen Tourismus und einer dauerhaft natur- und umweltverträglichen Landnutzung. Das deckt viele Handlungsfelder ab. Langweilig wird es mir jedenfalls nicht.

Wie sind Sie an den Job gekommen?

Nach dem Abschluss meines Studiums habe ich angefangen, mich zu bewerben. Beim Bewerbungsgespräch konnte ich überzeugen. Dass ich zusammen mit meinem Kommilitonen Nils Brunecker schon einmal eine Studienarbeit über den Naturpark Nassau verfasst habe, kam mir dabei sicherlich zugute. Am Ende gehört aber auch immer etwas Glück dazu.

Generalist oder Spezialist – auf was sollten Studierende Ihres Faches bei der Wahl der Schwerpunkte achten?

Das kommt darauf an, was man beruflich machen möchte. Ich bin eher ein Generalist und das halte ich für meine Arbeit als Naturparkreferent auch für wichtig. Aber um noch tiefer in die Materie einzutauchen, gerade im Naturschutz, bedarf es natürlich auch Spezialisten. Das muss meiner Meinung nach jeder selbst nach seinen Interessen und Zielen herausfinden.

Was haben Sie im Studium gelernt, was nicht in den Lehrbüchern zu finden ist?

Durch mein Studium habe ich gelernt, immer offen für (fast) alles zu bleiben. Die Dinge zu hinterfragen, egal, wer etwas sagt oder meint, halte ich für sehr wichtig. Außerdem habe ich gelernt, keiner Statistik zu trauen, die ich nicht selbst erstellt habe.

Ihr schönstes Erlebnis an der Universität Koblenz-Landau?

Wir waren mit unserem Studiengang zwei Wochen in Bettenfeld in der Biologisch-Ökologischen Station. Das war eine schöne und interessante Zeit. Ich erinnere mich auch gerne an die netten Gespräche mit den Kommilitonen zurück. Schön war aber selbstverständlich auch, als ich mein Bachelor- bzw. später mein Masterzeugnis in der Hand halten durfte.

Der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Ehrlich währt am längsten, aber manchmal ist Schweigen auch Gold.

Was raten Sie unseren Studierenden, die sich für Ihre Berufsbranche interessieren?

Meine Branche bietet nicht unbedingt eine Fülle an Jobs. Es gibt in Rheinland-Pfalz acht Naturparke und jeweils nur einen Naturparkreferent beziehungsweise Geschäftsführer. Generell würde ich jedem Studierenden raten, sein Ding durchzuziehen und das zu machen, was Spaß macht.

Anmerkung der Redaktion: Der von Stefan Eschenauer absolvierte Bachelor-Studiengang “Ecological Impact Assessment” heißt jetzt ebenfalls “BioGeoWissenschaften”.

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