Studis & ihre Nebenjobs
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Alte Festungen für Kinder lebendig machen

Als kulturpädagogische Hilfkraft betreut Inga Wüsthoff Veranstaltungen und Workshops auf der Festung Ehrenbreitstein. Der Tatendrang der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen färbt dabei regelrecht auf sie ab.

Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei.

Wer sind Sie?

Mein Name ist Inga Wüsthoff, ich bin 22 Jahre alt und studiere im vierten Fachsemester Kulturwissenschaft am Campus Koblenz. Ursprünglich komme ich aus dem Westerwald, wohne aber seit Oktober 2015 im Herzen der Koblenzer Altstadt.

Was für einen Nebenjob machen Sie?

Ich bin als studentische Aushilfskraft in der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) tätig, um genau zu sein in der Abteilung Burgen, Schlösser und Altertümer. Ich begleite unsere Veranstaltungen auf der Festung Ehrenbreitstein und vielen weiteren Burgen in der Region.

Was genau sind Ihre Aufgaben?

Am ehesten ließe sich mein Nebenjob als Kulturpädagogin beschreiben. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen steht dabei im Vordergrund. Durch Bastelaktionen, Kindergeburtstage und Geocaching sollen Heranwachsende die Geschichte der Festung auf möglichst lebendige Weise erfahren. Eines unserer Angebote ist beispielsweise die Goldene Kanonenkugel. Dabei arbeiten die Teilnehmer bei einer interaktiven Schnitzeljagd über das gesamte Festungsgelände zusammen, indem sie Hinweisen und Spuren nachgehen. Ziel ist es, eine goldene Kanonenkugel ausfindig zu machen. Die Schwierigkeitsgrade variieren je nach Altersklasse und das Gesamtkonzept wird jährlich aktualisiert. Am Ende der Schatzsuche gibt es neben einer Urkunde auch etwas Süßes für die Kinder. Ich bin gleichzeitig als Aufsichtsperson und Ansprechpartnerin zur Stelle.

Was bereitet Ihnen am meisten Freude bei dieser Arbeit?

Wo soll ich da nur anfangen? Ich bin ein sehr aktiver Mensch. Daher bin ich dankbar für jede Art von Abwechslung. Und die wird mir auch geboten. Ich treffe stets auf neue Menschen, bin ständig unterwegs und wechsle die Location. Ein weiteres Highlight ist definitiv mein Arbeitsweg: Ich genieße den Luxus, meinen Arbeitsplatz mit der Seilbahn zu erreichen. Das Ticket hierfür wird mir sogar gestellt. Der Ausblick, den man von der Festung aus auf ganz Koblenz und Umgebung hat, ist grandios. Manchmal bleibe ich nach getaner Arbeit länger, um mich an der Aussicht zu erfreuen. Abgesehen davon sind meine Kollegen unglaublich freundlich. Ich kann stets auf ihr Engagement und ihren Rat bauen. Letztlich ist es immer eine große Freude, den Kindern und Jugendlichen dabei zuzusehen, wie sie bei Herausforderungen über sich hinauswachsen. Deren Erfolgserlebnisse färben richtig auf meine Motivation ab.

Wie kamen Sie an Ihren Nebenjob?

Das war eher zufällig. Eine Bekannte machte einem meiner Freunde dieses Jobangebot, der es allerdings ablehnte. Als er mir davon erzählte, war ich direkt begeistert und bat ihn, meine Kontaktdaten weiterzugeben. Schon während des Vorstellungsgesprächs, das kurz darauf stattfand, habe ich eine Zusage erhalten und konnte wenige Wochen später anfangen.

Was verdienen Sie bei diesem Nebenjob?

Ich bekomme einen Stundenlohn von 12,50 Euro. Manchmal kommt noch ein Wochenendzuschlag hinzu.

Kann man diesen Job weiter empfehlen? Braucht man bestimmte Voraussetzungen dafür?

Ich würde diesen Nebenjob auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man über einige Fähigkeiten verfügt. Bei der Arbeit mit Menschen sind Offenheit und Spontanität gefragt. Man muss auf Rückfragen angemessen reagieren können. Außerdem sollte man ausreichend Interesse für Geschichte mitbringen und auch wiedergeben können. Als eher ausführende Kraft muss man sich zudem auf viel Bewegung einstellen. Wer lieber im Büro sitzt, für den ist dieser Job sicher nichts.

Wie “studienkompatibel” ist Ihre Arbeit? Bitte vergeben Sie Sterne von 1 bis 5 (5 Sterne = super kompatibel)

Da keine Vorgabe existiert, wie viele Stunden ich im Monat abzuleisten habe, kann ich diesen Job ausgezeichnet mit meinem Studium verbinden. Sobald ich gebraucht werde, setzen sich meine Vorgesetzten mit mir in Verbindung. Dann kann ich selbst entscheiden, ob ich zusage oder nicht. Dieses hohe Maß an Flexibilität gefällt mir sehr an meiner Arbeit. Daher vergebe ich gerne fünf Sterne.

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