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Tim Feiden ist der erste Bufdi am Campus Koblenz

Seit dem 1. September hat die Universität Koblenz-Landau einen “Bufdi”. Tim Feiden absolviert den Bundesfreiwilligendienst am Campus Koblenz und ist damit der erste seiner Art an der Universität. Angestellt ist er für die Kinder-Technik-Ferien-Camps.

Bundesfreiwilligendienstler ist er eigentlich, doch die Abkürzung Bufdi gefällt Tim Feiden besser. Wenn man ihn so nennt, muss er schmunzeln. Seit vier Monaten leistet der 20-Jährige auf freiwilliger Basis seinen Dienst am Campus in Koblenz. Sein Entschluss zu diesem Jahr im Bundesfreiwilligendienst (BFD) hat vorrangig pragmatische Gründe, denn er verließ die Schule nach der 12. Klasse. Erst nach dem BFD hat Feiden das Fachabitur.

Der 20-jährige Tim Feiden aus Landkern bei Kaisersesch ist seit September der erste Bundesfreiwilligendienstler am Campus in Koblenz. Foto: Adrian Müller

Der 20-jährige Tim Feiden aus Landkern bei Kaisersesch ist seit September der erste Bundesfreiwilligendienstler am Campus in Koblenz. Fotos: Adrian Müller

Aus anfänglicher Skepsis ist inzwischen Begeisterung geworden: “Es macht sehr viel mehr Spaß, als ich zu Anfang dachte, ich habe viele nette Menschen kennengelernt, wir sind zusammengewachsen und unternehmen auch außerhalb der Arbeit etwas zusammen”, erzählt Feiden.

Der Weg zur ersten Bufdi-Stelle

Die Technik-Camps sollen interessierten Kindern die Welt der Technik eröffnen.

Die Technik-Camps sollen interessierten Kindern die Welt der Technik eröffnen.

Feiden ist damit der erste Bufdi am Campus in Koblenz. Die Initiative, einen solchen zu beschäftigen, ging von Dr. Martin Fislake aus. Der wissenschaftliche Mitarbeiter im Institut für Management betreut die Kinder-Technik-Ferien-Camps, ein Bildungs- und Ferienangebot des Fachgebietes Techniklehre.

Feiden unterstützt nun seit einigen Monaten zwei studentische Hilfskräfte um Projektleiter Fislake und Koordinator Stefan Kohlhage. “Die Technik-Camps sind eine Art Lehr-Lernlabor. Die Kinder erfahren etwas über Technik und werden gleichzeitig mit in die Lehre eingebunden. So können die Studierenden praxisbezogen ihr Wissen ausbauen und anwenden”, erklärt Fislake die Idee dahinter. “Feiden ist wie ein Stück Kitt zwischen alledem und ein absoluter Mehrwert für das Projekt.”

Fislake bemühte sich rund ein Dreivierteljahr darum, die Bufdi-Stelle beim Bundesamt für Familie und Zivilgesellschaftliche Aufgaben anerkennen zu lassen. “Seit vier Monaten haben wir nun den ersten Freiwilligen und ich muss sagen, er leistet wirklich wertvolle Arbeit.”

 

Vielseitige technische Aufgaben

In den Räumen der Techniklehre im E-Gebäude hat Feiden nicht nur ein Büro, sondern auch eine große Werkstatt zum vorbereiten der Technik-Camps. Foto: Adrian Müller

In den Räumen der Techniklehre im E-Gebäude hat Feiden nicht nur ein Büro, sondern auch eine große Werkstatt zum Vorbereiten der Technik-Camps.

Feidens Tag beginnt um neun Uhr. Dann plant er mit Fislake, Kohlhage und den studentischen Hilfskräften die Tagesaufgaben: Zwischen den Schulferien werden die Technik-Camps vom Orgateam und von den Studierenden, die die Kurse durchführen, vorbereitet. “Einen Teil dieser Vorbereitungen betreut, koordiniert und leitet Feiden eigenverantwortlich, damit ein positives und strukturiertes Ergebnis entsteht. Und er kümmert sich um das operative Geschäft während der Saison”, berichtet Fislake.

Denn richtig spannend wird es erst zur Ferienzeit, wenn die Technik-Camps stattfinden. “Dann unterstütze ich die Kursleiter, helfe bei den Angeboten und erledige alles, was sonst noch anfällt”, sagt Feiden. “Ich habe auch mal einen Tag lang Lego sortiert, aber momentan repariere ich zum Beispiel die Fahrräder des letzten Fahrrad-Camps.” Diese werden dann wieder eingelagert und warten auf ihren nächsten Einsatz. “Ich bin inzwischen schon ein richtiger Experte auf dem Gebiet geworden”, schmunzelt er.

Dieses sogenannte "Eitech" ist ein Riesenrad, welches von Kindern zusammengebaut werden kann. Mit Hilfe eines Motors dreht es sich. Foto: Adrian Müller

Dieses sogenannte “Eitech” ist ein Riesenrad, das von Kindern zusammengebaut werden kann. Mithilfe eines Motors dreht es sich.

In den vergangenen Herbstferien hat Feiden erstmals eines der Herbstcamps mitgeleitet, außerdem die Phänomenta im Löhrcenter, die Nacht der Technik in der Handwerkskammer Koblenz sowie den Maus-Türöffner-Tag in der Rhein-Mosel-Halle. “Bei diesen Tagesveranstaltungen bewerben wir die Technik-Camps, stellen unsere Kursangebote vor und bieten Mitmachaktionen für die Besucher an”, beschreibt Fislake die Veranstaltungen.

Feiden kennt inzwischen alle auf seinem Gang im zweiten Stock des E-Gebäudes, in den Räumen der Techniklehre, hat Bekanntschaften geknüpft und freut sich jeden Tag auf die Arbeit an der Universität. Und auch Fislake ist der Meinung, eine gute Wahl getroffen zu haben: “Ich freue mich jeden Tag auf sein Kommen.”

Fislake und Feiden sind ein gutes Team: Die gemeinsame Arbeit für die Technik-Camps bereitet beiden Freude. Foto: Adrian Müller

Fislake und Feiden sind ein gutes Team: Die gemeinsame Arbeit für die Technik-Camps bereitet beiden Freude.

Pläne für die Zukunft

Der erste Bufdi am Standort Koblenz sieht seine Arbeit als zukunftsweisend: “Ich sammle Erfahrungen, die ich später im Beruf anwenden kann, da ich studieren und einen technikbezogenen Studiengang wählen werde”. Er möchte nach dem Jahr als Bufdi, das regulär am 31. August 2014 endet, erst einmal nach Neuseeland reisen. Danach, soviel steht schon fest, geht es aber wieder zurück an die Universität.

Hannah Wagner

Bufdi – Was ist das eigentlich?

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) kann in verschiedenen Bereichen absolviert werden, z.B. auch in der Integrationsarbeit. Foto: ©BMFSFJ/Bertram_Hoekstra

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) kann in verschiedenen Bereichen absolviert werden, zum Beispiel auch in der Integrationsarbeit. Foto: ©BMFSFJ/Bertram_Hoekstra

Bufdi ist eine Abkürzung für Bundesfreiwilligendienstler. Dies sind Menschen, die sich außerhalb von Schule und Beruf ein Jahr lang für das Allgemeinwohl und die Gesellschaft engagieren. Sie leisten einen Bundesfreiwilligendienst im sozialen, ökologischen, kulturellen oder sportlichen Bereich oder auch in der Integrationsarbeit.

Neben dem Engagement für die Gesellschaft steht für die Freiwilligen vor allem der praktische Einblick in einen möglichen Beruf an erster Stelle. Neben der Tagesarbeit stehen fünf Schulungsseminar im Jahr auf dem Plan, zur theoretischen Vertiefung der Arbeit und dem Austausch mit Anderen.

Dr. Martin Fislake bemüht sich, dass die Stelle als Bundesfreiwilligendienstler zu einer festeten Einrichtung des Kinder-Technik-Ferien-Camps wird. Er würde im kommenden Jahr erneut einen Bundesfreiwilligendienstleister einstellen. Interessenten können sich gern per Mail an  Dr. Fislake wenden: fislake@uni-koblenz.de

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