Alle Artikel mit dem Schlagwort: Trauerbewältigung

Heute schreibt Campus-Reporter René Lang. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Ist das klausurrelevant?

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute beschreibt René Lang seine Gefühle in der Prüfungsphase. Es ist mal wieder soweit: Das Wintersemester neigt sich dem Ende, die Zeit der Klausuren und Abschlussprüfungen rückt näher. Langsam, aber sicher verfalle ich in einen Zustand des Dauerstresses. Bücher, Blätter und Karteikarten und stapeln sich auf meinem Schreibtisch. Ich entwickle einen Tunnelblick, der sich ausschließlich auf das zu Lernende beschränkt. Freunde, Familie und Freizeitaktivitäten bleiben zwangsweise auf der Strecke. Dabei läuft meine Vorbereitung auf anstehende Klausuren jedes Semester gleich ab: Ich durchlebe die fünf Phasen der Trauer in angepasster Form. “In einer Welt, in der Trump Präsident werden und Pietro Lombardi ein Buch schreiben kann, wirst du es auch schaffen, deine Prüfungen zu bestehen. #prüfungsphase” Quelle: JODEL Es beginnt mit der Verleugnung. Ich habe noch mehr als genug Zeit. Soviel ist es dieses Mal auch nicht. Morgen starte ich wirklich, aber dann den ganzen Tag. Diese und ähnliche Gedanken hindern mich daran, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen. Mit …

Tätowierungen als Ausdruck von Trauer - mit diesem Thema beschäftigten sich Studierende im Rahmen des Lerhforschungsprojekts "Trauerbegleitung am Arbeitsplatz" und holten die Wanderausstellung "TrauerTattoo – meine Haut als Gefühlslandschaft" an den Campus Koblenz. Foto: Stefanie Oeft-Geffarth

Schmerz bis unter die Haut

Über Trauer zu sprechen, ist für viele noch immer ein Tabu. In einem Lehrforschungsprojekt setzten sich drei Studierende mit diesem emotionalen Thema auseinander und holten die Wanderausstellung Trauertattoo – unsere Haut als Gefühlslandschaft an den Campus Koblenz. Schwarze Tinte, die Nadel der Tätowierpistole, ein Schmerz, der unter die Haut geht und dort als Bild verweilt. ‚Jacob‘ steht umrahmt von Flügeln auf der Schulter einer Trauernden. Eine andere trägt das Bild eines verstorbenen geliebten Menschens auf dem Arm. Bei einem dritten Hinterbliebenen symbolisiert eine tätowierte Sanduhr die Vergänglichkeit des Lebens. „Tattoos sind eine Möglichkeit, Trauer bewusst nach außen zu tragen. Viele Trauernde sagen, dass der Verlust eines Menschen eine Wunde hinterlässt. Wunden können heilen, aber Narben bleiben. Trauer ist unsichtbar, aber Tattoos sind wie sichtbare Narben“, erklärt Vanessa Oborovski. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen Katja Savcenko und René Kosak setzte sie sich in dem zweisemestrigen Lehrforschungsprojekt Trauerbegleitung am Arbeitsplatz von Dr. Ursula Engelfried-Rave thematisch und methodisch mit dem Forschungsgebiet der Trauer auseinander. Trauerbegleitung inspiriert zu Ausstellung „Zu Beginn des Lehrforschungsprojekts starteten wir mit einem Intensivwochenende außerhalb der Universität, in dem …