Alle Artikel mit dem Schlagwort: Doktorarbeit

Carsten Brühl testet in seiner Arbeitsgruppe nicht nur die Auswirkung von Pestiziden, sondern versucht auch privat, die Umwelt zu entlasten - und fährt 20 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit. Foto: Philipp Sittinger

Carsten Brühl: “Es ist Zeit, zu handeln”

Er empfiehlt, möglichst lange zu studieren und spricht sich im Sinne der Umwelt gegen weitere Parkplätze für die Studierenden aus: Dr. Carsten Brühl leitet seit 2006 die Arbeitsgruppe Community Ecology & Ecotoxicology und testet dabei die Auswirkungen von Pestiziden. Bei Forschungsaufenthalten in den Tropen ist er Zeuge der unbarmherzigen Abholzung der Wälder geworden. Sein Appell: Sich der aktuellen Umweltprobleme nicht nur bewusst sein, sondern auch handeln.  Wann haben Sie gemerkt, dass der Weg in die Wissenschaft der richtige für Sie ist? Gemerkt habe ich das eigentlich schon, bevor ich mit dem Studium der Tropenökologie begonnen hatte. Nach dem Zivildienst war ich mit meinem Rucksack ein halbes Jahr in Afrika unterwegs und bin bei der Reise auf Wissenschaftler gestoßen. Das ist ja gar nicht schlecht, habe ich mir gedacht. Diese Wissenschaftler sitzen da in Zentraluganda und untersuchen das Leben einer Antilope, das könnte ich mir auch vorstellen. Dementsprechend habe ich mein Studium gewählt. Und da es mich schon immer gereizt hat, außerhalb von Deutschland zu forschen, bin ich schließlich für meine Diplomarbeit und später für meine …

Welche Rolle spielt die Motivation für das Lernverhalten? Und wie können Lehrende ihre Schüler nachhaltig motivieren? Diesen und weiteren Fragen widmet sich Lehramtsstudentin Linda Schürmann in ihrer Dissertation. Foto: René Lang

Motivation in der Lehrerbildung

Linda Schürmann ist das, was man ein Motivationstalent nennt. Die 28-Jährige studierte neben ihrem Lehramtsstudium in den Fächern Biologie, Englisch und Bildungswissenschaften zeitgleich an der FernUniversität Hagen Psychologie. Aktuell promoviert Sie im Rahmen des Projekts MoSAiK am Institut für Psychologie zum Thema Motivation. Bitte erklären Sie das Thema Ihrer Dissertation in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Meine Dissertation trägt den Arbeitstitel Motivation und motivationale Kompetenz an außerschulischen Lernorten. Darin gehe ich davon aus, dass Motivation entscheidend für das menschliche Lernverhalten ist. Die Fähigkeit, zu motivieren, gilt als wichtige Kompetenz im Lehramt. Aber wie können Lehrende ihre Schüler nachhaltig motivieren? Welche Methoden können sie anwenden? Was empfinden Schüler überhaupt als motivierend? Hinzu kommt der Aspekt der außerschulischen Lernorte. In der Schule verhalten sich Lernende anders als in ihrer Freizeit. Wo können Schüler motiviert arbeiten? …

Rebecca Bundschuh arbeitet für eine Society aus Politikern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern, die regelmäßig Umweltthemen diskutieren. Foto: Privat

Auf den Spuren von… Rebecca Bundschuh, Education Project Manager bei SETAC in Brüssel

Rebecca Bundschuh studierte Umweltwissenschaften auf Diplom am Campus Landau und ist jetzt Education Project Manager bei SETAC in Brüssel. Dort kann sie nicht nur ihr Interesse für Ökotoxikologie und die Liebe zum Organisieren ausleben, sie arbeitet auch in einem internationalen Umfeld. Was genau machen Sie als Education Project Manager bei SETAC? SETAC ist eine weltweite Society, die aus Vertretern der Politik, Akademie und Wirtschaft besteht. Sie trifft sich regelmäßig, um über Umwelt- beziehungsweise Ökotoxikologie-Themen zu diskutieren. Ich koordiniere eine große Tagung in Europa, die einmal im Jahr stattfindet. Außerdem bin ich für das Zertifizierungsprogramm zuständig. Darin zertifizieren wir Einzelpersonen, die Risikobewertungen von Chemikalien durchführen und bieten Weiterbildungskurse an. Außerdem unterstütze ich unsere Studentenabteilung bei deren Aktivitäten, organisiere unser Preisprogramm und erstelle Programmbücher für die Konferenzen und Seminare. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Der klassische Arbeitstag ist Büroarbeit. Relativ viel läuft über E-Mails. Da wir weltweite Kontakte haben, finden am Nachmittag häufig Telefonkonferenzen statt. Wenn eine Veranstaltung ansteht, ist der Arbeitstag komplett anders. Das sind dann sehr stressige und intensive Tage. Meine Kollegen und ich versuchen …

Der Weg zur Promotion kann lang und anstrengend sein, besonders für Frauen, die ihre Doktorarbeit neben Beruf und Familie schreiben. ProBi möchte sie unetrstützen. Foto: usplash/Joel Filipe

Promotionsprogramm: Mit Unterstützung zum Doktortitel

Frauen, die promovieren, tun dies oft nicht hauptberuflich, sondern zusätzlich zu Job und Familie. Damit diese Doppelbelastung nicht zum Abbruch der Promotion führt, unterstützt das Promotionsprogramm Bildungsforschung (Probi) der Universität Koblenz-Landau Frauen, die im Fachbereich 1 promovieren möchten, mit Workshops und Vernetzungsangeboten. “Wie wähle ich einen Betreuer aus? Wie ist der Ablauf? Wer ist mein Ansprechpartner? All das sind Fragen, die man sich am Anfang einer Promotion stellt und dafür sind wir da”, erklärt die Projektkoordinatorin von ProBi, Anna Schmidt. ProBi nimmt die besonderen Herausforderungen in den Blick, die der Zielgruppe von berufs- oder familienbegleitend promovierenden Doktorandinnen begegnen, zum Beispiel eine geringere Flexibilität und Mobilität oder die Notwendigkeit einer erneuten Einarbeitung in das jeweilige Forschungsvorhaben wegen der dazwischenliegenden Berufstätigkeit oder längeren Familienzeiten. Entstanden ist das Projekt aus der Idee der Professoren der Bildungswissenschaften, eine Plattform für die Promovenden zu schaffen, auf der alle Unterstützungsangebote des Fachbereichs 1 gebündelt werden. Dekanin Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl ergriff die Initiative: Im Rahmen des Hochschulpakts beantragte sie Gelder für ein Projekt, das sich um die Belange der Promovendinnen des Fachbereichs kümmert. Der …

An jeder Nationalität haften Klischees. Im Falle einer Migration kann dadurch ein Stereotype Threat ausgelöst werden. Foto: Colourbox.de

Science Monday: Ausgebremst durch negative Vorurteile?

Stereotype sind sinnvolle Mechanismen, denn sie helfen uns im Alltag, schneller zu denken und zu handeln. Sie sind jedoch auch Erwartungsfallen, in die wir tappen können: Hat man Angst, durch das eigene Verhalten negative Vorurteile zu bestätigen, kann das dazu führen, dass man tatsächlich dem Stereotyp entspricht. Diesen Effekt nennt man Stereotype Threat. Silvana Weber hat dieses Phänomen für ihre Dissertation bei Migranten untersucht. Im Uniblog berichtet die Doktorandin am Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik in Landau über ihre Ergebnisse. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie wüssten, dass andere von Ihnen denken, Sie könnten etwas nicht, nur weil Sie Frau sind oder Mann, Akademiker oder Arbeiter, Deutscher oder Türke? Benachteiligt? Unfair behandelt? Ausgegrenzt? Gerade Schüler mit Migrationshintergrund fühlen sich manchmal von Mitschülern oder Lehrern abgelehnt, nur weil sie oder ihre Familie aus einem anderen Land stammen. Da das zu einer ungerechten Situation in der Schule und auch im Leben außerhalb der Schule führt, möchte ich erforschen, was genau in solchen Lern-Leistungssituationen abläuft und wie man betroffene Personen unterstützen kann. Meine Forschung soll zu einer …

In Wikis, Blogs und Foren werden Dokumente heute anders als früher kollaborativ erstellt. Verena Hausmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Enterprise Information Management (EIM), befasst sich in ihrer Dissertation mit den Herausforderungen dieser Arbeitsweise in kollaborativer Unternehemssoftware. Foto: Adrian Müller

Management von Dokumenten im 21. Jahrhundert

Der Trend zur Digitalisierung und der Einsatz von kollaborativer Anwendungssoftware stellen die Organisation von Dokumenten in Unternehmen vor verschiedene Herausforderungen. Verena Hausmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Enterprise Information Management (EIM) des Instituts für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik am Campus Koblenz und promoviert zum Thema Dokumentenmanagement. Bitte beschreiben Sie Ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Ich beschäftige mich mit dem Thema Dokumentenmanagement in kollaborativer Unternehmenssoftware. Dokumentenmanagement ist eigentlich ein sehr altes Thema, das aber im Zuge der Digitalisierung vor allem für Unternehmen neue Fragen und Schwierigkeiten mit sich bringt: Früher wurden Schriftstücke einfach papiergebunden in Akten abgeheftet und bei Bedarf wieder hervorgeholt. Heutzutage arbeiten Menschen in Unternehmen softwaregestützt kollaborativ an Dokumenten und Informationen. Diese liegen dann nicht nur in Textdokumenten oder PDFs vor, sondern können in Wikis, Blogs, Foren und ähnlichen …

Kathrin Heintz wagt sich für ihre Doktorarbeit an das anspruchsvolle Werk "Perrudja" von Hans Henny Jahnn. Foto: Sandra Erber

Erzählstrukturen auf der Spur: Kathrin Heintz forscht zu Hans Henny Jahnn

Seit dem zweiten Semester begeistert sich Doktorandin Kathrin Heintz vom Institut für Germanistik am Campus Landau für das Werk des Autors Hans Henny Jahnn. In ihrer Dissertation untersucht sie die komplexe Erzählweise seiner fingierten Autobiografie “Perrudja”. Warum das in Vergessenheit geratene Werk des deutschen Schriftstellers von so großer Bedeutung ist, verriet sie Uniblog. Bitte beschreiben Sie ihre Forschung in wenigen Sätzen. Die Serie Sie forschen, organisieren Tagungen oder schreiben Fachartikel: In dieser Serie berichten wir über Promovierende und ihre Forschung an unserer Universität. Und fragen: Was ist ihr Thema? Was sind ihre Leidenschaften? Wieso haben sie sich für eine Promotion entschieden? Wie organisieren sie ihr Arbeitspensum? Ich befasse mich mit der fingierten Biografie “Perrudja” des deutschen Autors Hans Henny Jahnn und untersuche im Speziellen die komplexe Erzählform im Roman. Der Autor ist im Laufe der Nachkriegszeit in Vergessenheit geraten, da man sein Werk früher auch mit dem Gedankengut der Nationalsozialisten in Verbindung brachte. Diese Argumente sind heute vom Tisch, allerdings gilt sein Werk als enorm komplex, so dass es auch deswegen weitgehend unbekannt geblieben ist. …