Alle Artikel mit dem Schlagwort: Auslandsjahr

Lisbeth Wolf verbrachte nach ihrem Abitur einige Zeit in Costa Rica. Hier arbeitete sie als freiwillige Schildkrötenschützerin. Foto: Philipp Sittinger

¡Pura Vida!: Freiwilligendienst in Costa Rica

Wie viele Abiturientinnen wollte Lisbeth Wolf nach der Schule erst einmal raus aus Deutschland. Raus aus allem, was sie seit Kindheitstagen kannte und hinaus in die unbekannte Welt. Da sie unbedingt bei einem Naturschutzprojekt arbeiten wollte, fiel ihre Wahl auf Costa Rica – ein Land, das als Biodiversitäts-Hotspot für seinen unglaublich hohen Artenreichtum bekannt ist.

Heute schreibt Campus-Reporterin Hannah Wagner. Illustration: Designstudio Mathilda Mutant

Ausfahrt aus dem Heimathafen

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Diesmal sinniert Hannah Wagner über die permanente Veränderung von Lebensentwürfen.  Es ist schon interessant, wie sich Lebensentwürfe und damit zeitliche Einschätzungen und Vorstellungen verändern. Meine Mutter erzählt heute noch, dass ich mit fünf Jahren auf die Frage, was ich einmal werden möchte, voller Überzeugung antwortete: “Mutter natürlich!” Mit 15 Jahren war dieser Wunsch weit weg und ich schmiedete einen anderen Plan: Abitur, studieren, arbeiten, ein Haus mit Katze – alles erreicht mit Mitte 20. Damals ein durchaus realistisches Lebenskonzept. Heute bin ich 27 und denke mir: Kinder? Haus? Job? Um Gottes Willen! Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, Mutter zu werden und einer geregelten Arbeit nachzugehen, geschweige denn, ein festes Heim zu bauen. Das alles eintauschen gegen Saisonjobs und Reiserucksack? Niemals! Mit aller Kraft stemme ich mich gegen die Vorstellung von Verpflichtungen und Bindung. Zu wissen, was ich nicht will, ist heute mein Lebenskonzept. Von der See in den sicheren Hafen Eigentlich wäre es gar nicht so schwierig, das genauso …

Lehramtsstudentin Jannika Schneider am Big Sioux River in Sioux Falls, South Dekota. Sie verbringt ihr Auslandsjahr in den USA. Foto: Privat

Ein Jahr in den USA

Jannika Schneider ist 22 Jahre alt und studiert am Campus Koblenz Kunst und Englisch auf Lehramt. Gerade verbringt sie zwei Semester in Minneapolis an einer German Immersion School. Zu Beginn war die Skepsis über den kalten Norden groß. Ein Jahr später findet auch sie, dass die Nachbarstadt St. Paul einfach auf der falschen Seite des Mississippis liegt.

Vor knapp zwei Jahren habe ich mich bei Amity, einem Programm für den kulturellen Austausch für angehende und bereits tätige Lehrer beworben. Nach circa einem halben Jahr, das vom Ausfüllen zahlreicher Anträge geprägt war, erhielt ich die Bestätigung für einen Praktikumsplatz an einer Schule in Minnesota. Zwar freute ich mich, in das Programm aufgenommen worden zu sein, mit dem Zielort war ich jedoch nicht so einverstanden. Zu dieser Zeit war Minnesota ein großes Thema in den Medien, da der nördliche Teil der USA durch einen Winter mit Temperaturen von bis zu Minus 35°C überrascht wurde. Obwohl Minnesota auf dem gleichen Längengrad liegt wie Deutschland, sind die Winter sehr polar geprägt, was ihn zum kältesten Bundesstaat nach Alaska macht. …