Campusleben
Schreibe einen Kommentar

Sing a song: Der Universitätschor Landau

Haben Freude an der Musik: Universitätsmusikdirektor Dr. Olaf Meyer und seine Mitstreiter aus dem Landauer Vokalensemble. Fotos: Katrin Hiller Haben Freude an der Musik: Universitätsmusikdirektor Dr. Olaf Meyer und seine Mitstreiter aus dem Landauer Vokalensemble. Fotos: Katrin Hiller

Mittwochabend im Audimax am Campus Landau: Etwa 100 Personen singen gemeinsam. Das akustische Erlebnis, wenn sich so viele Stimmen gleichzeitig erheben, um ein Lied miteinander zu singen, verursacht Gänsehaut. Aber nicht nur darum ist ein näherer Blick auf den der Universitätschor interessant: Studierende können sich dort Credits ersingen.

Am Campus Landau treffen sich während der Vorlesungszeit jeden Mittwoch bis zu 100 Studierende der verschiedensten Fachrichtungen, um gemeinsam ein Konzertprogramm zu erarbeiten. Geleitet wird der Universitätschor Landau von Universitätsmusikdirektor Dr. Olaf Meyer. Da die Fachausbildung Musik für das Lehramt 2012 am Campus in Koblenz konzentriert wurde, besteht der Chor inzwischen vollständig aus Laien. „Im Chor waren vorher in erster Linie die Studierenden des Fachs Musik. Als sich abzeichnete, dass das wegbricht, hab ich mich um Wege bemüht, den Chor auch im Rahmen des freien Workloads belegen zu können. Da zuvor schon recht viele Studierende der Psychologie aktiv waren, lag es nahe, den Chor als psychologisches Wahlpflichtfach anzubieten”, erinnert sich Meyer. Um Credits zu erwerben, muss man sich vor Beginn der Vorlesungszeit über KLIPS anmelden, regelmäßig zu den Proben erscheinen und auch am Intensiv-Proben-Wochenende teilnehmen.

Der Landauer Universitätschor hat etwa 100 Mitglieder und prob in der Vorlesungszeit jede Woche. Foto: Constanze Schreiner

Der Landauer Universitätschor hat etwa 100 Mitglieder und probt in der Vorlesungszeit jede Woche. Foto: Constanze Schreiner

Studierende werden aktiv eingebunden

Bei den Proben wird Meyer von einzelnen Studierenden unterstützt. Dieses Semester hilft beispielsweise Psychologie-Student Dominik Vollbracht in den Proben. Beim Weihnachtskonzert hatte Vollbracht sein Dirigenten-Debüt und dirigierte selbst zwei Stücke. „Ich habe ihn ein wenig fortgebildet und er hat das super umgesetzt. Ich will ja nicht nur Konzerte für das Publikum machen, die Studis sollen dabei auch was lernen“, freut sich Meyer. Auch manche Ehemalige, wie Alumnus Benedikt Wiechman, ein ehemaliger Student des Fachs Musik, bleiben dem Chor treu und gestalten aktiv die Konzertvorbereitung mit. Zusätzlich zum großen Chor gibt es noch ein Vokalensemble, das aus 16 Leuten besteht und dessen Anspruch es ist, anspruchsvolle A-cappella-Stücke zu singen. Die Mitglieder wechseln selten, eigentlich nur, wenn ein Mitglied die Uni verlässt.

Klassiker bevorzugt

Seit über zwölf Jahren erarbeitet Meyer mit dem Universitätschor jedes Semester ein Konzertprogramm, das am Ende der Vorlesungszeit aufgeführt wird. Die Wahl des jeweiligen Stückes ist „eine Rechnung mit sehr vielen Variablen“, wie Meyer zugibt. Zuerst muss entschieden werden, ob es ein Stück mit Orchester ist. Dann muss bei der Auswahl des Stücks bedacht werden, in welchen Räumlichkeiten die Aufführung stattfinden kann: „Ein Chor mit 100 Personen hat eine schöne Größe, um zu arbeiten, ist aber nicht ganz einfach unterzubringen.“ Meistens entscheidet sich Meyer für klassische Chorstücke. „Das hat inhaltliche Gründe, ich finde die klassischen Stücke oft schlichtweg besser als moderne Werke.” Außerdem sei es auch eine Kostenfrage, denn die Rechte für Stücke von Komponisten, die weniger als 70 Jahre tot sind, kosten häufig vierstellige Summen. Die Noten älterer Stücke sind frei zugänglich und die Studierenden müssen lediglich die Kopierkosten tragen.

Dr. Olaf Meyer in seinem Element.

Dr. Olaf Meyer in seinem Element.

Beim Universitätschor kann jeder mitmachen, vor allem Männer sind herzlich willkommen, da der Universitätschor zahlenmäßig von Studentinnen dominiert wird. „Es ist in der Chorkultur in Deutschland allgemein so, dass mehr Frauen als Männer singen. Wir haben zweimal ein Chorprojekt mit der TU in Kaiserlautern gemacht, das hat sich perfekt ergänzt, denn in Kaiserlautern gibt es einen starken Männerüberschuss“, berichtet Meyer.

Ein Zwischenfall mit dem Taktstock

In über 12 Jahren gibt es natürlich auch den ein oder anderen Zwischenfall: Zum Beispiel Solisten, die sich am falschen Veranstaltungsort einfinden und dann verzweifelt beim Chorleiter anrufen. Auch organisatorische Umstände sorgen für manche Anekdote: „Einmal war es so eng, dass ich beim Dirigieren mit meiner Hand an der Kirchenbank hängen blieb und dadurch mit meinem Taktstock beinahe eine Dame an der Bratsche gestochen habe. Die Dame bekam einen Lachkrampf und musste kurz aussetzten“, erinnert sich Meyer schmunzelnd.

Infos zum Unichor sowie Konzerttermine

Schreibe einen Kommentar