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PriMa Lernwerkstatt: Studierende im Materialparadies

Katharina Bitzer (li.) und Dr. Stephanie Schuler haben gemeinsam ein Konzept für PriMa Lernwerkstatt entwickelt und einen Ort geschaffen, an dem Mathematik auf vielfältige Weise erlebt und praktiziert werden kann. Foto: Philipp Sittinger

Katharina Bitzer (li.) und Dr. Stephanie Schuler haben gemeinsam ein Konzept für PriMa Lernwerkstatt entwickelt und einen Ort geschaffen, an dem Mathematik auf vielfältige Weise erlebt und praktiziert werden kann. Foto: Philipp Sittinger

Legosteine, Holzperlen, eine 360-Grad-Kamera, Schränke voller Gesellschaftsspiele und Bücher: In der PriMa Lernwerkstatt im Landauer Westring können Studierende für das Lehramt an Grund- und Förderschule mit den verschiedensten Lernmaterialien ihr mathematisches Theoriewissen in die Praxis umsetzen und in Projekten das Lehrersein üben.

“Die Lernwerkstatt für die Primarstufe Mathematik ist das Zentrum für praktischen Austausch und didaktisches Ausprobieren im Bereich der Grundschulmathematik”, berichtet Katharina Bitzer. Sie ist seit Oktober 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Lernwerkstatt und kommt als erfahrene Lehrerin selbst aus der Praxis. Die  31-Jährige weiß, wie wichtig es für die Studierenden ist, sich gut auf den Lehreralltag vorzubereiten und welcher Förderbedarf für die Matheschüler besteht. Diesem Bedarf möchte das Team um Dr. Stephanie Schuler, Professorin für Grundschulmathematik, mit der Lernwerkstatt begegnen. Schuler brachte die Idee vor zwei Jahren in ihrem Berufungsverfahren mit an den Campus Landau. Gemeinsam mit Bitzer entwickelte sie in den vergangenen Monaten ein Konzept für die neue Lernwerkstatt, die zur Arbeitsgemeinschaft Didaktik der Grundschulmathematik gehört. In den ehemaligen Räumlichkeiten des Hochschulprüfungamtes im Westring wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Theorie des Studiums mit der Praxis des Schulunterrichts zu verzahnen. Entstanden ist ein Ort der Kommunikation zwischen Dozierenden, Studierenden, Schülern, Erziehern und Lehrern: Hier treffen Lehramtsstudierende der Grund- und Förderschulpädagogik auf Kinder der Elementar- und Primarstufe aus Kindergärten und Grundschulen.

Die Lernwerkstatt ist ein Materialparadies für Studierende. Foto: Philipp Sittinger

Die Lernwerkstatt ist ein Materialparadies für Studierende.

Ergänzend zu den Vorlesungen wird das Studium der zukünftigen Lehrer um praktische Übungen ergänzt. Den Studierenden steht eine große Auswahl an Lernmaterialien für ihre Unterrichtsplanung zur Verfügung. Zur Vorbereitung des im Studium vorgesehenen Praktikums können sie in der Lernwerkstatt Testinstrumente und Lehrerhandreichungen vorab kennenlernen, fachspezifische Literatur ausleihen oder Rechenrahmen und Zahlenstrahle austesten. Auch eine Schneidemaschine und ein Laminiergerät stehen bereit. „Die Studierenden können die gesamte Materialumgebung für sich nutzen und didaktisch auf dem neuesten Stand bleiben. Zusätzlich können die Räume der Lernwerkstatt zum Lernen und zur Prüfungsvorbereitung genutzt werden“, erklärt Bitzer das Konzept. „Sie sollen hier ganz praxisnah ihr Handwerskzeug erproben und erleben, was man im Schulalltag gebrauchen kann und was umsetzbar ist.“

Unterstützt wird Bitzer unter anderem von Nora Bingenheimer, die im ersten Mastersemester Grundschullehramt studiert und als studentische Hilfskraft in der Lernwerkstatt arbeitet. Sie hat die Werkstatt mit eingerichtet, ein System für die Ausleihe konzipiert und hilft bei der Vorbereitung der Übungen. „Wir können die Arbeitsmaterialien, mit denen wir in der Schule umgehen müssen, hier schon mal in die Hand nehmen und uns damit vertraut machen. Neben der klassischen Lehre ist das sehr wichtig für uns.“ An zwei Tagen in der Woche können Studierende ohne Anmeldung vorbeikommen und die Räumlichkeiten für ihre Zwecke nutzen, weitere Termine sind in Absprache möglich.

Lernen und Forschen mit den Mathekids

An den anderen Tagen finden zum Beispiel in Kooperation mit Grundschulen Fördereinheiten zur Prävention von Schwierigkeiten beim Rechnenlernen statt. Damit dient die PriMa Lernwerkstatt als außerschulischer Lernort und ist seit kurzem auch in ZentrAL, das Zentrum für Bildung und Forschung an außerschulischen Lernorte, eingegliedert. Die Studierenden holen die Kinder in der Schule ab und bescheren ihnen eine ganz besondere Mathestunde, indem sie Anregungen vermitteln, die Mathematik forschend zu erkunden – zum Beispiel mit Lego-Steinen und Gesellschaftsspielen. Zusätzlich können die zukünftigen Lehrer die Fördereinheiten für eigene Forschungsprojekte nutzen. Die Lernwerkstatt bietet den nötigen Platz und das technische Equipment, um Lernprozesse von Kindern zu beobachten und mit Kameras aufzuzeichnen. Die Datenauswertung kann an zwei PC-Arbeitsplätzen erfolgen. So wurden in den vergangenen Monaten bereits einige Projekte für Abschlussarbeiten durchgeführt.

Das Feedback ist von allen Seiten positiv, freut sich Bitzer: „Die Kinder haben Spaß am spielerischen Lernen, was den Zugang zur Mathematik erleichtert. Die Studierenden sind dankbar für die vielseitigen Möglichkeiten, sich auszuprobieren, und wir rechnen mit einem immer größeren Zulauf.“ Im Sommer sind Ferienkurse für Schulkinder geplant, die Lernwerkstatt soll im Rahmen von Seminaren fest in den Modul- und Studienverlaufsplan der Lehrer in spe integriert werden. Derzeit sucht die Lernwerkstatt den Kontakt zu Studienseminaren der Referendare in Rohrbach und Kaiserslautern, um zukünftig Workshops mit den angehenden Lehrern durchführen zu können. Ziel der Lernwerkstatt ist es, die Lehrerausbildung langfristig in allen Phasen zu begleiten, vom ersten Semester des Studiums bis zum Ende des Referendariats.

Nina Seel

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