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Neues Labor in der Roten Kaserne

Das neue Labor des Fachbereichs Psychologie hat im Juni seine Pforten geöffnet. Rund 170 Landauer kamen zum Tag der offenen Tür in die Rote Kaserne, um an verschiedenen Studien teilzunehmen. Mit UniBlog-Reporterin Sarah Ochs sprach die Professorin für Sozial- und Wirtschaftspsychologie, Melanie Steffens, über ihre Forschung und das neue Labor.

Die Professorin für Sozial- und Wirtschaftspsychologie, Melanie Steffens, spricht im Anschluss mit jedem Probanden über das Experiment. Foto: Hannah Hohwiller

Die Professorin für Sozial- und Wirtschafts-psychologie, Melanie Steffens, spricht im Anschluss mit jedem Probanden über das Experiment. Foto: Hannah Hohwiller

Seit April forscht und lehrt Melanie Steffens am Campus Landau. Das Labor betreibt sie mit ihrem Team seit Mitte Juni. „Am Eröffnungstag konnten durch das rege Interesse drei Studien durchgeführt werden“, freut sich die Professorin. „Die Bürger haben sich gefreut, einmal Einblicke in die psychologische Forschung zu bekommen.“ Normalerweise werden Studien an der Universität mit Studierenden durchgeführt. Manchmal brauche es aber verschiedene soziale Identitäten in der Grundgesamtheit der Stichprobe.

Ein paar Wochen nach dem Tag der offenen Tür liegen schon die ersten Ergebnisse der Studien vor. Mit einem Reaktionstest beispielsweise wurde die Parteipräferenz einer Versuchsperson untersucht. Dabei saß die Person an einem Computer. Links wurde auf dem Bildschirm das Wort „Gut“ eingeblendet, rechts das Wort „Schlecht“. Während des Experiments erschienen verschiedene Wörter, die die Probanden mit „Gut“ oder „Schlecht“ verknüpfen sollten. Im Anschluss daran wurden das Wort „Gut“ und das Wort „Schlecht“ mit einer Partei verknüpft, beispielsweise stand die CDU für „Schlecht“ und die „SPD“ für „Gut“. Tauchte also das Wort „Union“ auf, musste der Teilnehmer „Schlecht“ drücken. Spannend wird es, sobald man die Verknüpfungen vertauscht. „Die Reaktionszeit der Teilnehmer war kürzer, wenn die persönlich favorisierte Partei mit „Gut“ verknüpft war“, erklärt Steffens. Erklären lasse sich das einfach: “Es fällt dem Menschen schwer, ein persönlich positiv besetztes Wort mit einem negativ besetzten Wort zu verknüpfen.“

Nach dem Eröffnungstag geht es wieder ruhiger zu im Labor. Steffens regt an: „Das Labor könnte für Studierende im Rahmen ihrer Abschlussarbeit interessant sein.“ Wenn es der Belegungsplan zulässt, könne es aber auch an Studierende, die nicht zu Steffens’ Arbeitsgruppe gehören, verliehen werden. (och)

Wer sich für die Teilnahme an psychologischen Studien interessiert, kann sich über eine Mail an studienteilnahme@uni-landau.de in den Verteiler aufnehmen lassen.

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