Allgemein, Studis & ihre Nebenjobs
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Der Mann am Mischpult

Wolf-Gero Serfas arbeitet neben seinem Studium als Eventtechniker. Foto: Privat Wolf-Gero Serfas arbeitet neben seinem Studium als Eventtechniker. Foto: Privat

Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. UniBlog stellt in einer neuen Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei. Los geht es mit dem “Eventtechniker” Wolf-Gero Serfas.

Wer sind Sie?
Ich heiße Wolf-Gero Serfas, bin 26 Jahre alt und studiere im zweiten Fachsemester im Master Sozial- und Kommunikationswissenschaft.

Was für einen Nebenjob machem Sie?
Die Bezeichnung „Eventtechniker“ dürfte gut passen. Ich bin mit den Gitarrenhelden, einer professionellen Cover-Band aus der Pfalz, an den Wochenenden unterwegs. Dabei bin ich selbstständig tätig, wofür ich ein Kleingewerbe anmelden musste.

Was sind Ihre Aufgaben?
Ich bin für den Auf- und Abbau des kompletten Equipments verantwortlich, für den Ton und auch für das Licht. Also quasi alles, was die Technik betrifft. Bei größeren Events habe ich noch jemanden dabei, der mich unterstützt. Über das Jahr gesehen kommen 30 bis 50 Veranstaltungen zusammen. Die Gitarrenhelden spielen vorrangig auf Weinfesten hier in der Region, werden aber auch oft für Hochzeiten, Geburtstage und Firmenevents gebucht. So kommt man viel in der eigenen Heimat rum und lernt jede Menge Leute kennen.

Was macht Ihnen am meisten Spaß?
Ganz klar die Musik. Ich bin ein Fan von Live-Musik, da es ein ganz anderes Erleben von Musik ist. Den Sound am Mischpult selbst gestalten zu können ist großartig, wenn auch oft recht stressig. Für einen gelungen Auftritt ist das Lightsetting ebenso wichtig, auch wenn dies oft von vielen Veranstaltern und Eventtechnikern vernachlässigt wird. Die Live-Gestaltung des Lichts ermöglicht mir dabei musikalische Akzente auch visuell umzusetzen. Es ist nicht nur die Arbeit während des Live-Betriebs, die mir Freude macht, sondern auch die technische Planung für größere Events mit mehreren Hundert Gästen.

Wie kamem Sie an diesen Nebenjob?
Das war während des Strohhutfestes 2012 in Frankenthal. Die Gitarrenhelden spielten als Duo in einem Festzelt. Sie hatten während ihres Auftritts mit ein paar kleineren technischen Problemen zu kämpfen. Ich bot meine Hilfe an und konnte helfen. Ein paar Tage drauf erreichte mich dann per Facebook die Nachricht, ob ich mir nicht vorstellen könnte, bei Ihnen als Techniker zu arbeiten. So kam ich zu diesem Job.

Was verdienen Sie?
Das variiert zwischen den Jahreszeiten. Im Sommer ist natürlich Hauptsaison. Da kann es schon vorkommen, dass ich am Wochenende freitags, samstags und auch sonntags unterwegs bin. Mein Stundenlohn entspricht etwa dem einer Bedienung im Café und dem eines HiWis zusammen.

Kann man diesen Job weiter empfehlen? Braucht man bestimmte Voraussetzungen dafür?
Man muss sich bewusst sein, dass man immer dann arbeitet, wenn andere feiern, auch wenn sich das finanziell lohnt. Wenn ich morgens um 3 Uhr mit dem Abbau endlich fertig bin und mich – nach meistens etwa zwölf Stunden Arbeit – auf den Nachhauseweg begebe, hält mich oft auch nur der Gedanke ans Geld bei Laune. Soweit zur zeitlichen Belastung. Ohne weitere Vorkenntnisse kommt man nicht an so einen Job. Ich bin selbst Musiker und schon seit Jahren im Umgang mit Tontechnik geübt. Eine musikalische Gehörbildung zu haben ist dabei sehr von Vorteil.

Wie „studienkompatibel“ ist Ihre Arbeit? Bitte vergeben Sie Sterne von 1 bis 5 (5 Sterne= super kompatibel)
Ich vergebe 5 Sterne aufgrund der Arbeitszeiten am Wochenende.

Sarah Ochs

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