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Gender im Fokus

Kleidung, Verhalten, Platz in der Gesellschaft - wie wir uns selbst und andere uns wahrnehmen, wird stark von den Vorstellungen geprägt, die wir mit Geschlechterrollen verbinden. Das Thema hat deshalb auch eine hohe wissenschaftliche Relevanz. Foto: Unsplash/Matthew Henry Kleidung, Verhalten, Platz in der Gesellschaft - wie wir uns selbst und andere uns wahrnehmen, wird stark von den Vorstellungen geprägt, die wir mit Geschlechterrollen verbinden. Das Thema hat deshalb auch eine hohe wissenschaftliche Relevanz. Foto: Unsplash/Matthew Henry

Welchen Einfluss Geschlechterrollen auf unseren Alltag ausüben, wissen Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl und Prof. Dr. Uta Schaffers. Sie sind Teil der Graduiertenschule Genderforschung – kurz GGf, die seit 2016 Promovierende unterstützt, die sich in ihren Dissertationen mit Gender-Themen auseinandersetzen.

“Das Geschlecht ist die stärkste soziale Kategorie. Es geht in der Genderforschung darum, zu verstehen, wie die in einer Gesellschaft bestehenden Vorstellungen über die Geschlechterrollen das Erleben und Verhalten von Männern und Frauen beeinflussen. Und natürlich darum, welche individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen sich daraus ergeben,” erklärt Claudia Quaiser-Pohl. Seit 20 Jahren beschäftigt sich die Psychologin mit Gender-Konstruktionen. Ihre Kollegin Uta Schaffers ergänzt aus literaturwissenschaftlicher Perspektive: “Besonders interessant ist, wie Geschlechter und Geschlechterverhältnisse in der jeweiligen Kultur inszeniert werden. Wie vollzieht sich deren Darstellung in den unterschiedlichen Medien? Welchen Einfluss hat das wiederum auf die gesellschaftlichen Diskurse?” Die Wissenschaftlerinnen sind sich einig, dass Genderforschung nicht nur sinnvoll, sondern unumgänglich ist.

Fächerübergreifende Forschung

Vom Interdisziplinären Promotionszentrum (IPZ) ausgehend, wird die Graduiertenschule Genderforschung (GGf) über Mittel des Professorinnenprogramms II finanziert. Momentan sind drei Stipendien besetzt. Zentral dabei ist, dass diese fächerübergreifend vergeben werden. Quaiser-Pohl bekräftigt: “Das ist uns ein wichtiges Anliegen, weil Genderforschung interdisziplinär ausgerichtet sein sollte. Gender-Konstruktionen lassen sich am besten aus den Perspektiven verschiedener Fächer beleuchten.”

Prof. Dr. Uta Schaffers, Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl und Diplom-Pädagogin Johanna Hoffmann (v.l.n.r.) setzen sich im Rahmen der GGf für die Unterstützung von Promovierenden ein, die sich in ihren Dissertationen mit Gender-Themen auseinandersetzen. Foto: Esther Guretzke

Prof. Dr. Uta Schaffers, Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl und Diplom-Pädagogin Johanna Hoffmann (v.l.n.r.) setzen sich im Rahmen der GGf für die Unterstützung von Promovierenden ein, die sich in ihren Dissertationen mit Gender-Themen auseinandersetzen. Foto: Esther Guretzke

Abgesehen von den Stipendiatinnen haben sich noch weitere Nachwuchswissenschaftlerinnen der Graduiertenschule angeschlossen. Solange sich das Promotionsthema mit Fragen der Genderforschung beschäftigt, besteht die Möglichkeit, als assoziiertes Mitglied von den Angeboten der GGf zu profitieren – unabhängig davon, in welcher Disziplin und über welche Finanzierungskontexte diese promovieren. Das Programm wird campusübergreifend angeboten.

Karrierechancen nutzen

Die Ziele der GGf sind klar formuliert: “Wir wollen unseren Doktorandinnen die bestmögliche Unterstützung zukommen lassen. Vor allem mit Blick auf ihre zukünftigen Karrieremöglichkeiten”, betont Quaiser-Pohl. Das Netzwerk, das sich den Promovierenden hierzu bietet, reicht weit über die Universität hinaus: “Neben Zuschüssen für Tagungsreisen fördern wir die Teilnahme an landesweiten und internationalen Tagungen.”

Das Studienprogramm selbst setzt sich sowohl aus verpflichtenden als auch aus optionalen Angeboten zusammen. Die Koordination erfolgt über die Diplom-Pädagogin Johanna Hoffmann: “Verpflichtend sind beispielsweise die Termine des Kolloquiums und der monatlichen Forschungswerkstatt. Zusätzlich können die Doktorandinnen promotionsbegleitende Seminare des IPZ besuchen oder eigene Wünsche an uns herantragen”, erklärt Hoffmann.

Auch Studierende können sich im Rahmen der GGf mit Genderforschung beschäftigen: “Einmal im Jahr findet an der Universität der Gender- und Diversity-Tag statt, zu dem alle interessierten Studierenden und Forscher herzlich eingeladen sind. Das gleiche gilt für die von uns organisierten Vorträge”, lädt Quaiser-Pohl ein. “Natürlich freuen wir uns auch immer über Abschlussarbeiten, die Gender-Themen behandeln. Da sind wir ganz offen gegenüber den Interessen der Studierenden.”

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