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Food-Bloggerin bringt Geschmacksnerven zum Tanzen

Meerrettich-Mousse mit marinierter roter Beete, Entenbrust mit scharfen Süßkartoffeln und Babyspinat – was  nach einem Menüvorschlag der gehobenen Gastronomie klingt, ist die kulinarische Eigenkreation der Food-Bloggerin Verena Becker. Die 24-jährige Masterstudentin der Kulturwissenschaft betreibt seit zwei Jahren den Blog “culinary passion” und befüllt ihn regelmäßig mit delikaten und raffinierten Rezeptvorschlägen.

Ob Fleisch- und Fischgerichte, vegetarische Speisen, Pasta, Dessertvorschläge oder Snacks: Wer sich Verena Beckers Blog culinary passion anschaut, spürt schon nach kurzer Zeit, wie die Geschmacksnerven zu tanzen beginnen. Denn Beckers Rezeptideen sind nicht nur lecker, sondern sehen auch toll aus: Jedes Gericht dokumentiert die Food-Bloggerin mit ihrer Canon EOS 550 D. So tummeln sich auf ihrer Seite kunstvolle Türmchen aus Acocado-Mango-Gurken-Tartar, gekrönt mit Garnelen und mediterranem Farbspiel, oder lauwarmer Kürbissalat mit Serranoschicken, Tomaten und Parmesan. Das Essen strahlt und leuchtet von allen Seiten. “Ohne schönes Foto ist so ein Rezept nur halb so viel wert. Ich würde fast sagen, dass auf einem Blog der ästhetische Aspekt wichtiger ist als das Rezept selbst”, verrät Verena. Das Fotografieren hat sich die 24-jährige Feinschmeckerin selbst beigebracht.

mediterranes Farbenspiel: ein lauwarmer Kürbissalat mit Serrano und Parmesan

Mediterranes Farbenspiel: ein lauwarmer Kürbissalat mit Serrano und Parmesan.

Geschulter Geschmack

Der Sinn für kulinarisch Ästhetik und die Feinfühligkeit für ausgefeilte Rezeptideen kommen nicht von ungefähr. “Meine Mutter hat früher immer sehr gut gekocht und darauf geachtet, dass gesunde Sachen auf den Tisch kommen. Darum habe ich schon immer auf die Qualität von Lebensmitteln geachtet. Das Kochen hat sich irgendwann zu einer Leidenschaft entwickelt”, erzählt Becker. Während ihres Bachelorstudiums in Mainz hat sie bereits in der Kochschule von Sternekoch Frank Buchholz gearbeitet und ihm in verschiedenen Kochkursen assistiert. Bei einem Praktikum der Zeitschrift “Essen & Trinken” in Hamburg konnte Becker in der Versuchsküche gemeinsam mit Köchen Rezepte kreieren und weiterentwickeln. “Es war einfach traumhaft. Ich durfte mit vielen kreativen Menschen und Querdenkern zusammenarbeiten. Und natürlich war es toll, den ganzen Tag tolle Sachen essen zu können”, verrät sie.

 Speisen im perfekten Look

Am spannendsten waren für die Food-Bloggerin vor allem die Termine außer Haus, bei denen die Gerichte für ihren Auftritt in der Zeitschrift hergerichtet und fotografiert wurden. Sogenannte “Foodstylisten” übernehmen diesen speziellen Part in der Heftproduktion und haben eine ähnliche Aufgabe wie ein Make-up-Artist bei einem Mode-Fotoshooting: Die Gerichte müssen so drapiert, glasiert und in Szene gesetzt werden, dass das Geschmackserlebnis und die Rezeptidee optisch transportiert werden. Steht beispielsweise eine Ausgabe an, in der sich die Jahreszeit in den Rezepten widerspiegelt, so muss sich auch der “Look” des Essens daran orientieren. “Diesen Teil der Arbeit finde ich unheimlich spannend, denn nur mithilfe genauer Produktkenntnis kann man ein Gericht so in Szene setzen, dass es für den Leser appetitlich und ansprechend rüberkommt. Mein Ziel ist, selbst in der Branche Fuß zu fassen”, wünscht sich die Bloggerin.

Wer da nicht probieren will, ist selber schuld: eine leckere Tomaten-Tarte

Wer da nicht probieren will, ist selbst Schuld: leckere Tomaten-Tarte.

Rustikale Küche statt Sternegastronomie

Die Chancen dafür stehen vielleicht gar nicht so schlecht, denn der Blog hat Verena Becker schon zum ein oder anderen Job und Kontakten in der Szene verholfen. So hat sie kürzlich das Angebot bekommen, als freie Autorin über italienische Food-Themen zu schreiben. Trotz ihrer Liebe zum Detail in Rezepten ist Becker keine Anhängerin der Sternegastronomie. “Diese Szene ist ein wenig eigenartig. Mir liegt eher eine gehobene Küche, die etwas rustikaler und geselliger ist und nicht so steif.” Für die Bloggerin ist das Interessante am Kochen auch, dass sich die Geschmacksnerven sensibilisieren und verfeinern: “Wenn man viel und gern kocht, entwickelt sich irgendwann ein sensorisches Gespür dafür, wie Temperatur, Texturen und Aromen miteinander harmonieren.” Becker orientiert sich geschmacklich an ihren eigenen Vorlieben, findet Anregungen in Kochbüchern, die sie abwandelt und nachkocht, oder lässt sich von neuen Lebensmitteln, die sie im Supermarkt entdeckt, inspirieren. Trifft eine neue Idee den Nerv der Bloggerwelt, verbreitet sich diese rasend schnell und kann zum Trend werden: “Im Moment scheint es ziemlich hip zu sein, in süße Backwaren Gemüse einzuarbeiten, aber auch Zubereitungsarten wie ‘sous vide’, also das Vakuumgaren, werden gehyped.” Und was isst Becker selbst gern? “Ich liebe orientalische Gerichte mit vielen Gewürzen. Aber auch sonst mag ich alles, was mit frischen Kräutern und ein wenig Kreativität zubereitet wird.”

Sandra Erber

Ein kulinarischer Frühjahrsgruß von Verena Becker für alle Liebhaber der leichten italienischen Küche. Das Rezept findet sich auch auf culinary passion

Ricotta-Basilikum-Ravioli mit Zitronenschaum und viel Parmesan

Frühlingshafter kulinarischer Gruß: Ricotta-Basilikum-Ravioli

Frühlingshafter kulinarischer Gruß: Ricotta-Basilikum-Ravioli. Foto: Verena Becker

Zutaten:

200 g Mehl
100 g Hartweizengrieß
3 Eier
3 EL Olivenöl
1 Prise Salz
250 g Ricotta
3 große Soft-Tomaten
1 Hand voll Basilikum
abgeriebene Schale von einer halben Zitrone
1 Eigelb
60 g Parmesan
Kräutersalz
schwarzer Pfeffer
1 EL Butter
abgeriebene Schale von einer halben Zitrone, Saft von einer Zitrone
1 Schuss Sahne
1 Schuss Milch
1 EL Butter
3 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen
Basilikum
Parmesan
Chiliflocken

Für die Pasta das Mehl, den Hartweizengrieß mit den Eiern, Olivenöl und Salz verkneten. Teig in Klarsichtfolie einschlagen und mindestens ein paar Stunden kaltstellen. Für die Füllung Ricotta mit einem Eigelb, fein geschnittenen getrockneten Soft-Tomaten, Basilikum, Parmesan, Kräutersalz, Pfeffer und Zitronenschale würzen. Den Teig mit der Nudelmaschine dünn ausrollen und mit einem Raviolibrett die Ravioli herstellen. Einen großen Topf Salzwasser aufsetzen. In einem kleinen Topf einen großen TL Butter erhitzen, Zitronenschale und Zitronensaft hinzugeben und ebenfalls Milch und Sahne hinzufügen. Bei kleiner Temperatur so stehen lassen. Nun die Ravioli je nach Größe und Dicke des Teigs etwa 3-6 Minuten kochen. Einen EL des Kochwasser auffangen, den Rest abgießen. Etwas Butter, Olivenöl und den EL Nudelwasser in dem Topf erhitzen und den Knoblauch hinzufügen. Kurz anschwitzen und dann die Ravioli zurück in den Topf geben und im Buttersud schwenken. Gut abschmecken und fein geschnittenen Basilikum, viel Parmesan und etwas getrocknete Chiliflocken hinzufügen. Die Zitronensauce mit einem Zauberstaub schaumig schlagen. Ravioli in einem tiefen Teller anrichten und den Schaum darübergeben.

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