Alle Artikel mit dem Schlagwort: WG

Kira Gail wohnt zusammen mit ihrem Hund und einem Mitbewohner in einer WG in Landau. Besonders stolz ist sie auf die vielen alten Möbel. Fotos: Philipp Sittinger

Wohnen wie Oma Erna

Die Psychologiestudentin Kira Gail lebt mit ihrem Hund und einem Mitbewohner in einer Landauer WG. Viele ihrer Möbelstücke haben eine Geschichte. Damit sie dennoch modern wirken, legt Kira Gail auch mal selbst Hand an. Dadurch ist ihre Wohnung nicht nur schön, sondern auch ein sehr persönliches Zuhause. Die Schlittschuhe an Ihrer Wand sehen aus, als hätten sie eine Geschichte. Ja, ich liebe solche alten Gegenstände. Die Sitzecke, auf der wir gerade sitzen, ist zum Beispiel ein Erbstück. Ich habe sie aber ein bisschen aufgemotzt, neu gestrichen und neu gepolstert. Das war sehr aufwendig. Ich habe jedes Polster einzeln abgenommen, mit neuem Stoff bespannt und dann wieder an das Möbelstück gehämmert. Arbeiten Sie viel an Ihren Möbeln? Ja, schon. Das ist mir auch wichtig. Ich möchte die Sachen gerne weiter verwenden. Aber das ursprüngliche Polster der Sitzecke hatte ein hässliches grün-lila-braunes Blumenmuster. So passt es jetzt besser zu mir und zu der Küche. Welche Erbstücke gibt es noch in Ihrer Wohnung? Der Kleiderschrank in meinem Schlafzimmer. Der ist von meinen Großeltern und bestimmt 100 Jahre alt. …

Tobi wohnt in einer 7er-WG in Koblenz. Durch seine sechs Mitbewohner lernt er immer wieder neue Leute kennen. Trotzdem genießt jeder seine Privatsphäre. Fotos: Teresa Schardt

Das Leben in einer 7er-WG

Beim Eintreten in das große Haus duftet es im Flur nach frisch Gebackenem und aus der Küche schallt Gelächter. Die Stimmung in der WG ist fröhlich und man fühlt sich gleich willkommen. Vor drei Jahren zog Tobi in das dreistöckige Haus in der Nähe des Campus Koblenz ein. Heute lebt der 24-Jährige hier mit fünf Freunden und genießt das Leben in einer Gemeinschaft. Sie haben gleich ein ganzes Haus gemietet. Wer wohnt in Ihrer Wohngemeinschaft? Anika: Wir leben in einer gemischten WG. Derzeit wohnen hier jeweils drei Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 28 Jahren. Aktuell ist ein Zimmer frei und wir suchen nach einem siebten Mitbewohner. Tobi: Wir studieren fast alle an der Universität Koblenz-Landau und der Hochschule Koblenz, aber einige sind auch ausgelernte Azubis. Wo spielt sich das meiste Leben in Ihrer WG ab? Anika: Wir leben verteilt auf drei Etagen und nutzen zusätzlich einen Keller und einen großen Garten. Trotz des Platzes ist das Wohnzimmer der zentrale Ort der WG. Hier finden Spieleabende statt und wir gucken gemeinsam Filme. Tobi: …

Stefan Schindler lebt zusammen mit vier weiteren Personen in einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft. Im Interview berichtet er zusammen mit seiner Mitbewohnerin Juliane Christ über das Leben in der "Schlachthof-WG". Fotos: Philipp Sittinger

Zu Fünft in der Schlachthof-Romantik

Stefan Schindler und Juliane Christ waren frustriert von der Wohnungssuche in Landau. Durch Zufall stießen sie auf eine frei werdende Wohnung im Landauer Stadtteil Godramstein. Das Besondere an dem Zuhause der heutigen Fünfer-WG: Sie befindet sich in einem alten Schlachthof. Seit wann wohnen Sie hier? Juliane Christ: Ich wohne hier seit März 2018. Stefan Schindler: Ich bin erst später dazu gekommen, von der Besetzung der Gründungsmannschaft sind nur noch Marco und Moritz da. Wie lange haben Sie gesucht, um diese tolle Wohnung zu finden? Christ: Tatsächlich hatte ich einfach Glück. Ich kannte die WG schon, bevor ich mich entschlossen hatte, das Pendeln von Mannheim aufzugeben. Als ich einem der Bewohner, Moritz, erzählte, dass ich nach Godramstein ziehen möchte, sagte er, dass eventuell ein Zimmer frei werde. Ich habe mir noch eine andere WG angeschaut. Aber als feststand, dass nicht nur ein, sondern gleich vier Zimmer frei werden, sind wir eingezogen. Schindler: Ich war erschlagen von der Wohnraumsituation hier in Landau. Kaum eine Wohnung war frei und alles schien festgefahren. Wie entstand der Plan, zusammenzuziehen? Christ: Da …

Inga Wüsthoff wohnt in einer Wohngemeinschaft mitten in der Koblenzer Altstadt. Unser Reporter besuchte die WG kurz vor Weihnachten und kam in den Genuss einer festlich geschmückten Wohnung. Fotos: Teresa Schardt

WG in der Koblenzer Altstadt: Unter einem Dach vereint

Wenn Mitbewohner zu Freunden werden, wird es nie langweilig. Inga Wüsthoff wohnt seit Oktober 2015 im Herzen der Koblenzer Altstadt und schwärmt von  ihrer Wohngemeinschaft. Das Geheimnis der Kulturwissenschaftlerin: Nicht nebeneinander, sondern miteinander leben. Wer wohnt hier? Unsere kleine Wohngemeinschaft besteht aus vier Personen, einer Frau und drei Männern. Ich selbst bin Kulturwissenschaftlerin, während meine Mitbewohner Germanistik und Web Science studieren. Wir kannten uns teilweise bereits im Vorfeld, innerhalb der WG sind wir aber schnell zu Freunden geworden. Ob morgens, mittags oder abends, es findet sich immer etwas Zeit, um zusammenzusitzen und zu reden. Aufgrund der verschiedenen Ausrichtungen unserer Studiengänge wird uns dabei auch nie langweilig. Es gibt immer Themen, die wir aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren können. Die einzelnen Lebenspartner zählen eigentlich auch zur Wohngemeinschaft dazu. Manchmal kommt es vor, dass alle auf einmal da sind. Dann ist die Wohnung zwar ziemlich voll, aber es wird umso lustiger. Treffen sich eine Kulturwissenschaftlerin, ein Germanist und zwei Informatiker in einer Wohnung. Klingt fast wie ein Witz, aber wie funktioniert das Zusammenleben? Es ist ein großer Vorteil, wenn man …

Kaffee ist für Bastian Stock im Studium genauso wichtig, wie die Luft zum atmen. Foto: Go to Nolan Issac's profile Nolan Issac/Unsplash

Mein Kaffee und ich

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Heute zeichnet Bastian Stock eine Chronik seines langjährigen Kaffeegenusses. Kaffee ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Ohne wäre einiges in meiner akademischen Karriere schief gelaufen. Mein Konsum hat sich in den letzten sieben Jahren drastisch verändert, fast revolutioniert. Meine ersten Erfahrungen mit Kaffee habe ich schon vor dem Studium gemacht. Allerdings nur mit Filterkaffee – ohne Schaum, ohne Crema, einfach Kaffee. Doch das änderte sich, als die Padmaschine kam. Die Padmaschine war ein Geschenk meiner Schwester zum Einzug in meine erste WG. Sie wusste sehr genau um die Vorzüge dieses Produktes, schließlich war es ihre alte Maschine. So gab es für mich keinen Filterkaffe mehr, sondern kompliziert filtrierten Kaffee aus kleinen Papierpads, die durch eine Verwirbelung der Ausflussdüse eine Crema bilden – ja, mich hat diese technische Spielerei beeindruckt. Mit der Maschine habe ich viel erlebt. Die ersten Hausarbeiten für mein Studium der Umweltwissenschaften, die hastigen Trink-Momente, weil ich den Wecker schon wieder überhört hatte und die immer gleichen Debatten …

Der Landauer Wohnungsmarkt ist für Studierende oft ein hartes Pflaster. Grafik: Philipp Sittinger

Vom Suchen und Finden

Landaus Wohnungsmarkt ist berühmt-berüchtigt. Die Suche nach einer Wohnung ist eine große Herausforderung, der sich die Studierenden jedes Semester tapfer stellen. Das Studierendenwerk Vorderpfalz gibt glücklicherweise Hilfstellung. Wochenlang auf dem Sofa von Bekannten schlafen, überraschende Absagen von WGs, die man eigentlich sympathisch fand und stundenlanges Pendeln von den umliegenden Städten nach Landau: Das ist für viele Erstsemester ganz normaler Alltag. Da jedes Jahr mehr und mehr Studierende nach Landau kommen, ist der Wohnraum knapp. In den letzten Jahren hat sich Landau zu einer sogenannten Schwarmstadt entwickelt. “Die Uni ist schneller gewachsen als erwartet. Eine vielversprechende Hochschule ist auch für andere Bevölkerungsgruppen attraktiv und zieht sie in die Stadt, dadurch sind die Einwohnerzahlen schneller gestiegen als angenommen. Eigentlich ist das ein Kompliment an Landau: Es wird immer attraktiver”, erklärt Thomas Mosthaf, Leiter der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit des Studierendenwerks Vorderpfalz. Notfallschlafplätze für Studierende Die Probleme, denen sich Studierende bei der Wohnungssuche stellen müssen, kennt auch Ralf Nico Körber gut. Er leitet die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) in Landau, die Notfallschlafplätze für Studierende anbietet. “Die Studierenden beginnen ein neues …

Generationen von Studierenden haben die WG in der Koblenzer Südstadt geprägt, in der es zwei Regeln gibt: Was einmal an den Wänden aufgehängt wurde, darf nicht mehr abgenommen werden. Und: Es muss Kuchen geben! Fotos: Teresa Schardt

Die WG als Kunstwerk – 30 Jahre Gestaltung zeigt hier mehr als nur Kreativität

Diese Wohnung in der Südstadt von Koblenz kann man als Kunstwerk bezeichnen: Schon beim ersten Schritt durch die Tür spürt man den ganz eigenen Charakter der WG, die seit drei Jahrzehnten besteht. Verblichene Poster, alte Zeitungsartikel und kreative Wandverzierungen geben erste Hinweise auf die spannende Vergangenheit dieser “Familie”, die für Uniblog ihre Türen öffnet, aber anonym bleiben möchte.  In dieser WG gibt es kaum eine freie Stelle an den Wänden. Was für eine Geschichte steckt hinter dahinter? Man munkelt, dass die WG seit 30 Jahren besteht. Hier findet ein ständiger Wechsel statt. Über die Jahrzehnte hindurch zogen die verschiedensten Charaktere ein. Daraus ergibt sich auch die kreative Gestaltung der Wohnung. Es kommt immer etwas Neues dazu, doch nie darf etwas Altes abgehangen werden. Das ist so eine Art unausgesprochene Regel. Wer wohnt hier und wieviel Miete bezahlt ihr? Unsere Wohngemeinschaft besteht aus zwei Frauen und drei Männern, darunter vier Studierende und eine Berufstätige. Wir sind zwischen Mitte und Ende Zwanzig. Innerhalb der letzten zwei Jahre sind wir hier nacheinander eingezogen und zu einer Familie geworden. Die …

Nina Seel studiert Sozial- und Kommunikationswissenschaften am Campus Landau und wohnt seit Oktober 2015 in ihrer WG im Landauer Süden. Hier wohnen Studis und Berufstätige zusammen. Fotos: Philipp Sittinger

Willkommen im Smarthouse

Das Smarthouse in Landau ist eine WG der besonderen Art: 240 Quadratmeter, voll ausgestattet vom Besteck über die Waschmaschine bis zum Schreibtisch. Hier leben acht Studierende und Berufstätige unter einem modernen Dach. Seit zweieinhalb Jahren ist die Studentin und Uniblog-Reporterin Nina Seel Teil der WG 2.0. Acht Leute in einer WG… wie klappt das so? Meistens gut. Wir sind eine bunte Mischung und verbringen gerne Zeit zusammen. Unsere Vermieter haben gute Arbeit geleistet und uns einen kleinen Wohntraum eingerichtet. In jedes der acht Zimmer wurde ein Bad integriert, womit ein üblicher WG-Streitpunkt flach fällt. Außerdem haben alle einen unterschiedlichen Tagesablauf, sodass wir uns nicht permanent über den Weg laufen und doch ist immer jemand da. Das ist ein schönes Gefühl. Was ist das Besondere an Ihrer Wohnung? Ihre Größe, die hohen Decken, der lange Flur und das alte Gebälk. Wir wohnen in einem sanierten Altbau, in dem sich altes Flair und Moderne vereinen. Alles ist großzügig und offen gestaltet. Besonders schön ist unser großer Holztisch im Gemeinschaftsraum. An der langen Tafel treffen wir uns zu …

Heute schreibt Campus-Reporterin Angela Gräsel. Zeichnung: Carolin Höring

Low Carb – immerhin

In der Kolumne schreiben unsere Campus-Reporter, allesamt Studierende in Koblenz und Landau, unplugged aus ihrem Alltag. Angela Gräsel erzählt von Zwischenmietern mit merkwürdigen Macken.  Meine Mitbewohner sind Weltenbummler. Darum hatte ich schon häufiger das Vergnügen, mit ihren Zwischenmietern zu leben. Das sind jene seltenen Geschöpfe, die für ein paar Monate in den möblierten Gemächern eines fremden Menschen hausen. Objektiv betrachtet eine ziemlich seltsame Vorstellung, als Student allerdings eine finanzielle Win-win-Situation. Nur für die übrigen Bewohner bleibt das Win-win aus. Man kennt die Marotten und Gewohnheiten des anderen nicht und hat eigentlich auch gar keine Lust, sich für die kurze Zeit an diese zu gewöhnen. Die letzte Zwischenmieterin, mit der ich die Ehre hatte, hieß Kari. Ihre Lieblingsbeschäftigung bestand darin, den alteingesessenen WG-Bewohnern Vorträge über ihre Essgewohnheiten zu halten. In Karis Fach befanden sich meist nur Magerquark und fettfreier Joghurt, natürlich laktosefrei. Anfangs hielten wir das für eine unheimlich schlaue Taktik ihrerseits – „Mein“ und „Dein“ wird in unserem Kühlschrank nämlich nicht so groß geschrieben. Bei Magerquark und fettfreiem Joghurt akzeptiert man das „Dein“ hingegen gern. …

Dominik Müller (links) und sein ägyptischer WG-Mitbewohner Mina Louka verbringen viel Zeit gemeinsam. Seit rund einem Jahr wohnen die zwei 27-Jährigen nun zusammen in Koblenz-Güls. Inzwischen sind sie Freunde geworden. Foto: Adrian Müller

Von Toleranz und Freundschaft: WG mit einem Asylbewerber

Seit fast einem Jahr wohnen der Koblenzer Student Dominik Müller (27) und Mina Louka (27), ein Asylbewerber aus Ägypten, zusammen in einer WG in Koblenz-Güls. Während Müller Diplompädagogik studiert, engagiert sich Louka ehrenamtlich und betreut behinderte Menschen, er lernt Deutsch und integriert sich, wo er kann. Hier erzählt Louka seine Geschichte, die zwei Freunde sprechen über ihr WG-Leben, wie sie sich kennengelernt haben und über die große Debatte zu Asylbewerbern. Herr Louka, möchten Sie Ihre Geschichte erzählen? Louka: Bevor ich nach Deutschland kam, habe ich in Alexandria, also in Ägypten, gewohnt. Ich bin dort aufgewachsen. Wie der Rest meiner Familie bin ich koptisch-orthodoxer Christ, was das eigentliche Problem ist. Christen haben in Ägypten zunehmend Probleme und stoßen auf Ablehnung, Diskriminierung und Unterdrückung. Wie die meisten Kopten habe ich ein kleines Kreuz am rechten Handgelenk tätowiert, das meinen Glauben offen zeigt, und auch im Pass ist die Religion vermerkt. 2006 dann begannen die Probleme für unsere Glaubensgemeinde größer zu werden, bis es 2011 zu einem Bombenanschlag auf unsere Kirche kam, bei dem viele Freunde und Bekannte …