Start up: Gründergeschichten
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Zwei Berufungen im Herzen

Eva Fondel verwirklicht sich gleich zwei Berufsträume, als freiberufliche Diplom-Psychologin ist sie sowohl in der Theorie als auch in der Praxis tätig. Foto: Philipp Sittinger

Eva Fondel verwirklicht sich gleich zwei Berufsträume, als freiberufliche Diplom-Psychologin ist sie sowohl in der Theorie als auch in der Praxis tätig. Foto: Philipp Sittinger

Die Psychologin Eva Fondel verwirklicht sich gleich zwei Berufsträume: Schon während ihres Psychologiestudiums in Landau liebte sie das empirische Forschen. Außerdem wollte sie die wissenschaftlichen Erkenntnisse praktisch anwenden. Heute arbeitet die 31-Jährige als freiberufliche Diplom-Psychologin und ist sowohl in der Theorie als auch in der Praxis tätig. 

Schon im Studium hatte Eva Fondel einen Draht zur Forschung. Doch auch der beraterische Kontakt mit Menschen reizte sie sehr, weshalb sie sich nach ihrem Diplomabschluss für eine Ausbildung als Gestalttherapeutin entschied. Zeitgleich arbeitete sie als Lehrerin für Psychologie und Pädagogik und als Schulpsychologin an einem privaten Gymnasium. Das war anstrengend, Zeit für ein Privatleben blieb kaum. Dennoch war Fondel überzeugt, dass sich die Mühen auszahlen werden. Im Jahr 2017 beendete sie die Ausbildung zur Gestalttherapeutin und war zunächst arbeitslos. Diese Zeit nutze sie intensiv zur Vorbereitung ihrer Selbstständigkeit. Die Absolventin schrieb einen Businessplan und wandte sich an das Gründungsbüro der Universität. Gleichzeitig erhielt sie auch ihre ersten Beratungsaufträge. Da ihr Herz jedoch für mindestens zwei Berufungen schlägt, entschied sie sich dazu, weiter in der Forschung tätig zu sein. Seit 2017 bietet Eva Fondel deshalb auf freiberuflicher Basis Forschungs- und Methodenberatung an. Nachdem sie zuvor schon im Methodenzentrum der Universität arbeitete.

Psychologische- und Forschungsberaterin

Die Serie

Start-Up. Foto: Diego PH/UnsplashVom eigenen Konzept zum eigenen Unternehmen –
In unseren Gründergeschichten stellen wir Studierende und Absolventen vor, die den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben.

Fondel hat sich weder ausschließlich für die Forschungsarbeit noch nur für die therapeutische Arbeit entschieden. Sie steht immer in Verbindung mit Bildungs- bzw. Forschungseinrichtungen, die sie auch berät. Durch die beiden Standbeine ist es möglich, theoretische Erkenntnisse direkt in der Praxis anzuwenden und umgekehrt. Die Diplom-Psychologin lernt so auch immer wieder neue Persönlichkeiten kennen: “Es ist schön, die verschiedensten Menschen ein Stück weit auf ihrem individuellen Wegen zu begleiten und zu sehen, wie sie wachsen.” Als Gestalttherapeutin sucht sie nicht nach Störungen bei ihrem Gegenüber. Es geht nicht darum, von einem Arzt als krank diagnostiziert zu werden und anschließend zu einem Therapeuten zu gehen. In der Gestalttherapie verfolgen Klienten das Ziel, sich mithilfe eines Therapeuten selbst zu verwirklichen und ihre Persönlichkeit zu entfalten. Da keine anerkannte Krankheit vorliegen muss, zahlt die Krankenkasse die Therapie nicht. Daraus entsteht jedoch der Vorteil, dass sich jeder, der nach persönlichem Wachstum strebt, an Eva Fondel wenden kann.

Zu Schulzeiten wollte die heutige Diplom-Psychologin immer Mathelehrerin werden, doch sie vermisste den intensiven sozialen Anteil. “Durch meine Selbstständigkeit fühle ich mich frei und selbstbestimmt. Ich kann nach meinen eigenen Prinzipien arbeiten und habe keinen Vorgesetzten”, berichtet die 31-Jährige. Doch diese Freiheit hat ihren Preis. Als Einzelunternehmerin trifft sie schwierige Entscheidungen allein, und auch die komplette Administration bestreitet sie solo. “Ich habe keine Sekretärin, die sich um den Papierkram rund um Buchhaltung, Rechnungen, Versicherungen und (steuer-)rechtliche Aspekte kümmert.” Diese und viele weitere Dinge gilt es zumindest anfänglich mit kleinstem Budget zu organisieren. Dennoch liebt Eva Fondel, was sie tut. Sie selbst sieht sich als Generalistin.

Viele Wege führen ans Ziel

Als Freiberuflerin braucht es viel Durchhaltevermögen. Das lernt man mit der Zeit. Auch die Kunst, nicht gleich in Panik auszubrechen: “Wenn man nicht aufgibt, ergeben sich ganz neue Lösungen. Ich weiß heute, dass viele Wege ans Ziel führen, wenn man nur durchhält.” Es brauche eine gewisse Reife, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Je mehr man vorher ausprobiert und gesehen hat, desto vorausschauender handle man später. Fondel verfolgt dabei das Ziel, von ihrer Selbstständigkeit langfristig leben zu können und ein größeres Netzwerk aufzubauen. Die Diplom-Psychologin wünscht sich, so vielen Menschen wie möglich zu helfen. “Als Gestalttherapeutin unterstütze ich meine Klienten darin, eigene Vorstellungen zu entwickeln und einen individuellen Lebensweg zu finden. Dabei wird niemand in eine bestimmte Richtung gedrängt. Das hält meinen Beruf stets abwechslungsreich und so soll es auch weiterhin bleiben.”

1 Kommentare

  1. Antje Nebel sagt

    Vielfalt statt Spezialisierung

    Entgegen dem Trend alle Fachrichtung in immer weitere, “unabhängige” Details zu zerlegen, passiert hier mal das Gegenteil:
    Welch mutiger Schritt Grundlagenforschung mit einem kassenärztlich nicht anerkannten Verfahren zu verbinden und zwei sehr unterschiedliche Arbeitsfelder zu verknüpfen.
    Das kann sehr spannend werden.

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