Studis & ihre Nebenjobs
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Wissenschaftliche Hilfskraft an einer Hochschule

2018-05-03_Nadja_Grundinger_Nebenjob_wissenschaftliche_Hilfskraft_korrigiert

Nadja Grundinger studiert am Campus Landau Psychologie im Master und arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der SRH Hochschule Heidelberg. Obwohl sie dafür zwischen der Arbeitsstelle in Heidelberg, dem Campus in Landau und ihrem Wohnort Mannheim hin und her pendeln muss, schätzt sie ihren Job sehr. Das liegt vor allem an ihrem netten Team und den vielseitigen Aufgaben.

Die Serie: Das WG-Zimmer, das eigene Auto, der Kinobesuch mit Freunden: Das alles will bezahlt werden. Viele Studierende verdienen sich neben der Unterstützung der Eltern und Bafög etwas dazu oder finanzieren ihr Studium komplett selbst. Uniblog stellt in einer Serie Studierende und ihre Nebenjobs vor. Von alltäglich bis kurios ist fast alles dabei.

Was für einen Nebenjob machen Sie?

Ich arbeite am Institut für Angewandte Forschung an der SRH Hochschule in Heidelberg. Dort werden psychologische Testverfahren entwickelt und ausgewertet sowie Interventionsprogramme evaluiert, die an Schulen mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden.

Welche Aufgaben übernehmen Sie konkret?

Einerseits führe ich die Tests, wie zum Beispiel Intelligenz- oder Aufmerksamkeitstests, mit Kindern und Jugendlichen durch. Insgesamt haben wir umd die 350 Kinder und Jugendliche getestet. Da kommen eine Menge Daten zusammen. Diese geben ich und meine Kolleginnen in Statistikprogramme ein, um die Daten auszuwerten. Außerdem unterstützen wir Lehrkräfte bei der Durchführung von Interventionsprogrammen. Zum Beispiel gibt es ein Emotionstraining, das die Lehrer in den Schulklassen durchführen, um Depressionen vorzubeugen.

Sind Erfahrungen in der Schule Voraussetzung gewesen?

Nein. Die Interventionsprogramme sind auf Basis psychologischer Theorien entwickelt worden. Das Lehrpersonal an den Schulen, das die Interventionen durchführt, wird von uns geschult und gibt uns dann Feedback aus der Praxis. Das bereichert unsere theoretische Forschung und ist notwendig, um die Programme weiter zu entwicklen.

Was macht Ihnen besonders Freude?

Der Job ist sehr abwechslungsreich. Vor allem bei den Testungen mit den Kindern weiß man nie, was passiert. Ich habe schon alle Altersklassen getestet, ob 13-jährige Jugendliche oder 2-jährige Kleinkinder.

Wie kann man sich eine Testung mit Kleinkindern vorstellen?

Es gibt non-verbale Intelligenztests, bei denen die Kinder zum Beispiel aus Bauklötzern Figuren nachbauen. Es gibt zwar auch immer wieder Kinder, die lieber damit werfen, aber meistens sind die Kinder lieb und auch sehr witzig.

Wie studienkompatibel ist der Job?

Sehr. Ich arbeite zehn Stunden die Woche, die ich mir frei einteilen kann. In Prüfungsphasen kann ich auch vorarbeiten und brauche dann mal zwei Wochen nicht zu kommen. Die Testtermine schlagen mir die festangestellten Kolleginnen aus meinem Team vor, die ich dann nur zu- oder absagen brauche.

Und Sie lernen vermutlich auch viel für Ihr Psychologie-Studium?

Auf jeden Fall. Bei meinem Job sehe ich, wie das, was wir in den Vorlesungen über Forschungsmethoden und Diagnostik lernen in der Realität umgesetzt wird. Es ist spannend zu sehen, wie wichtig die theoretischen Vorgaben tatsächlich sind, wie zum Beispiel die Gütekriterien der psychologischen Forschung.

Wie sind Sie an den Nebenjob gekommen?

Ich habe während meines Bachelorstudiums in Heidelberg schon als Studentische Hilfskraft dort angefangen und konnte nach meinem Abschluss als Wissenschaftliche Mitarbeiterin weiter angestellt bleiben.

Wie viel verdienen Sie?

Im Monat habe ich netto ungefähr 580 Euro raus.

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