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Vom Suchen und Finden

Der Landauer Wohnungsmarkt ist für Studierende oft ein hartes Pflaster. Grafik: Philipp Sittinger

Der Landauer Wohnungsmarkt ist für Studierende oft ein hartes Pflaster. Grafik: Philipp Sittinger

Landaus Wohnungsmarkt ist berühmt-berüchtigt. Die Suche nach einer Wohnung ist eine große Herausforderung, der sich die Studierenden jedes Semester tapfer stellen. Das Studierendenwerk Vorderpfalz gibt glücklicherweise Hilfstellung.

Wochenlang auf dem Sofa von Bekannten schlafen, überraschende Absagen von WGs, die man eigentlich sympathisch fand und stundenlanges Pendeln von den umliegenden Städten nach Landau: Das ist für viele Erstsemester ganz normaler Alltag. Da jedes Jahr mehr und mehr Studierende nach Landau kommen, ist der Wohnraum knapp. In den letzten Jahren hat sich Landau zu einer sogenannten Schwarmstadt entwickelt. “Die Uni ist schneller gewachsen als erwartet. Eine vielversprechende Hochschule ist auch für andere Bevölkerungsgruppen attraktiv und zieht sie in die Stadt, dadurch sind die Einwohnerzahlen schneller gestiegen als angenommen. Eigentlich ist das ein Kompliment an Landau: Es wird immer attraktiver”, erklärt Thomas Mosthaf, Leiter der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit des Studierendenwerks Vorderpfalz.

Notfallschlafplätze für Studierende

Die Probleme, denen sich Studierende bei der Wohnungssuche stellen müssen, kennt auch Ralf Nico Körber gut. Er leitet die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) in Landau, die Notfallschlafplätze für Studierende anbietet. “Die Studierenden beginnen ein neues Studium und sind gleichzeitig auf Wohnungssuche”, beschreibt Körber die größte Herausforderung für die Wohnungssuchenden. Hinzu käme, dass ein privater Rückzugsort fehle – eine doppelte Belastung. “Vor allem internationale Studierende haben durch die Sprachbarriere Nachteile bei der Wohnungssuche”, berichtet Körber. Im Wintersemester 2018/19 hat die KHG um die 30 wohnungssuchende Studierende aufgenommen, darunter ein Großteil ausländischer Studierende. Über die KHG Webseite kann man sich für die limitierten Schlafplätze anmelden.

Rund 1300 junge Menschen haben 2018 ein neues Studium am Campus Landau begonnen und bringen die Gesamtzahl auf 8300 Studierende. Für vier Prozent davon kann das Studierendenwerk Wohnheimplätze bieten. Das sei besser als nichts, sagt Mosthaf, aber leider  liege die Zahl unter dem Landesdurchschnitt. Er sieht das Problem darin, dass es in Landau weder Bestandsimmobilien noch mögliche Neubauflächen gibt.

Bezahlbarer Wohnraum

Vor allem der Wohnraum für sozial schwächer gestellte Studierende ist knapp. Sie konkurrieren mit Geringverdienern um bezahlbare Wohnungen. Da muss sich etwas tun, findet Mosthaf. Er fordert, dass nicht nur das Studierendenwerk, sondern auch die Stadt nach Lösungen suchen muss, da es gar nicht so einfach ist, geeigneten Baugrund zu finden. Die Wohnheime sollten am besten auf günstigem Grund, in guter Lage und in geringer Entfernung zur Uni erbaut werden.

Eine erste Alternative hat das Studierendenwerk in Kooperation mit der Supermarktkette Aldi Süd gefunden. Über dem Discouner in der Maximilianstraße wird bis September 2019 ein weiteres Studierendenwohnheim errichtet. Dort werden 65 neue Plätze geschaffen, die die 383 Plätze in den zwei bestehenden Wohnheimen ergänzen. Die Miete soll unter 400 Euro liegen und vor allem Studierenden zur Verfügung gestellt werden, die eine sogenannte Sozialauswahl bestehen. So haben zum Beispiel BAföG-Empfänger und Studierende mit Kind gute Chancen auf einen Wohnheimplatz.

Wohnungen finden in Landau:

wg-gesucht.de
Auf dem Onlineportal inserieren WGs ihre freien Zimmer. Die meisten WGs stellen sich vor, zeigen Fotos von der Wohnung beziehungsweise dem Zimmer und geben Infos zu Miete, Nebenkosten und Ausstattung. Über die Seite können die WGs auch direkt kontaktiert werden.

Rheinpfalz Wohnungsanzeigen
Auch ganz traditionell lassen sich in Landau Wohnungen finden. Gerade, wenn man nicht unbedingt in eine WG ziehen möchte, findet man in der lokalen Tageszeitung Anzeigen für Wohnungen im Landauer Raum.

Aushänge in der Uni
Offline findet ihr WG- und Wohnungsangebote auf dem Landauer Campus. Im Vorraum zum Atrium und im Treppenhaus neben der Mensa hängen regelmäßig aktuelle Wohnungsanzeigen.

Facebook-Gruppen
Auch auf Facebook gibt es Wohnungsinserate. In Gruppen wie Wohnung Landau und Umgebung werden WGs und Wohnungen angeboten und gesucht.

Jodel
Die lokale Kurznachrichten App, in der alles diskutiert wird, was aktuell in der Gegend passiert, ist die unkonventionellste Art der Wohnungssuche. Einfach einen kurzen Aufruf verfassen und er wird von allen Jodelnutzern gelesen, die in der Nähe sind.

Couchsurfing.org
Wer noch keine feste Bleibe gefunden hat und zwischenzeitig unterkommen muss, kann über Couchsurfing Menschen finden, die ihr Sofa zum Übernachten anbieten. Daraus können sogar langfristige Freundschaften entstehen.

Wohnheime des Studierendenwerkes in Landau:

Wohnheim Quartier Vauban
Die Anlage besteht aus drei Häusern, mit insgesamt 173 Plätzen.
Es gibt 115 Einzelappartements (19qm), 15 Doppelappartements (40 qm), 6 Wohnungen für vier Personen (90 qm), 2 barrierefreie Appartements (30qm) und 2 Appartements für Studierende mit Kind (29 qm).
Die Monatsmiete beträgt zur Zeit 300 Euro, einschließlich aller Nebenkosten.

Wohnheim Godramsteiner Str. 50
Es gibt insgesamt 210 Wohnheimplätze (22qm), davon 192 Einzelappartements (55qm), 8 Doppelappartements und ein behindertengerechtes Doppelappartement in drei Aufgängen. Die Miete beträgt zwischen 260 Euro und 270 Euro monatlich.

Für beide Wohnheime gelten Einzugstermine zum 1. April und 1. Oktober, Bewerbungen sollten jeweils einen Monat vorher eingereicht werden.

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