So wohnt der Campus
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Vier Pfoten und eine Vierer-WG

Von links nach rechts: Katharina Drees, Christiane Rensland, Larissa Leuser, WG-Hund Sol und Josephin Zundel im gemeinsamen Garten. Foto: Annika Namyslo

Von links nach rechts: Katharina Drees, Christiane Rensland, Larissa Leuser, WG-Hund Sol und Josephin Zundel im gemeinsamen Garten. Foto: Annika Namyslo

Aus vier mach fünf: Katharina Drees, Larissa Leuser, Christiane Rensland und Josephin Zundel leben zu viert in einer Wohngemeinschaft in Landau. Seit Oktober 2020 ist Windhund Sol mit von der Partie. Wie kam es zu dem tierischen Mitbewohner? Und wie hat sich das WG-Leben durch Sol verändert?

“Sol” – das ist das spanische Wort für Sonne. Außerdem ist es der Name eines grazilen Windhundes, der seit letztem Herbst regelmäßig durch die Landauer Parks spaziert. Den Namen hat er von seiner ersten Besitzerin bekommen: Einer spanischen Dame, die Sol bei einem Umzug nach Übersee nicht behalten konnte. Trotz dieser unglücklichen Umstände führt er inzwischen wieder ein glückliches Leben. Denn er hat ein zweites Zuhause gefunden, in dem er selbst auf das mediterrane Klima nicht völlig verzichten muss. Von Spanien zog er geradewegs in die Südpfalz – die “Toskana Deutschlands”.

So wohnt der Campus. Foto: Amanda Vick/UnsplashFür die Serie So wohnt der Campus gewähren uns Studierende und Lehrende Einblicke in die eigenen vier Wände.

Seine vier neuen Besitzerinnen sind alle Studentinnen am Campus Landau und leben gemeinsam in einer WG. “Eine unserer Mitbewohnerinnen, Larissa, wollte schon immer einen Hund haben. Sie hat das dann einfach mal so in den Raum geworfen”, erinnert sich Christiane Rensland. Sie studiert Deutsch und Philosophie auf Förderschullehramt und ist eine von Sols neuen Familienmitgliedern. Die vier sind schon lang Freundinnen und hatten im September 2020 gerade erst die gemeinsame WG gegründet. Von der Idee eines WG-Hundes waren alle gleich begeistert. Auch der Vermieter war schnell überzeugt. Kurz darauf wurden sie durch eine Zeitungsanzeige auf den Hundefreunde Südpfalz e.V. aufmerksam, der Tiere zur Adoption vermittelt.

Zuerst war alles nur auf Zeit

Auf der Internetseite des Vereins fanden sie den zehnjährigen Sol. Sie kontaktierten die Verantwortlichen – dann ging alles sehr schnell. Innerhalb weniger Wochen zog Sol bei den vier Studentinnen ein – vorerst nur einen Monat auf Probe. Die Kosten für Futter und Ausrüstung wurden in dieser Zeit vom Verein übernommen. Für die WG eine komfortable Situation, denn vor einer endgültigen Adoption musste sich einiges gut überlegt werden: Wer ist hauptverantwortlich für Sol? Wie werden die Kosten und der Arbeitsaufwand geteilt? Was passiert mit Sol, wenn sich die WG auflöst? “Am Ende des Monats war es eigentlich keine Frage mehr, ob wir ihn behalten. Es ging nur noch darum, wann wir endlich den Vertrag unterschreiben können”, erinnert sich Rensland und lacht.

Gerade durch die Pandemie war Sol eine Bereicherung für die WG: Drei mal täglich gehen sie mit ihm spazieren, so ist immer etwas los. Foto: Privat

Gerade während der Pandemie war Sol eine Bereicherung für die WG: Drei mal täglich gehen sie mit ihm spazieren, so ist immer etwas los. Foto: Privat

Larissa Leuser, die die Idee für den gemeinsamen Vierbeiner hatte, wurde rein formell zur Hauptverantwortlichen auserkoren. Als solche wird Leuser Sol auch behalten, wenn die WG-Zeit endet. Praktisch wird sich diese Frage möglicherweise nicht stellen: Sol ist schon ein betagterer Hund. Die vier WG-Bewohnerinnen haben außerdem vor, auf absehbare Zeit weiter in Landau zu leben. Bis zu seinem Lebensende könnte Sol also ein WG-Hund bleiben. Den Arbeitsaufwand und die Kosten teilt die WG gleichberechtigt untereinander auf. “Drei mal täglich gehen wir mit Sol spazieren. Dafür haben wir mittlerweile einen Gassi-Geh-Plan, damit es keine Konflikte gibt”, erklärt Rensland. Ohne den Plan habe es anfangs auch mal Durcheinander und kleine Konflikte gegeben, aber die vier jungen Frauen lernen stetig dazu.

Wie lebt es sich als WG mit Hund?

Josephin Zundel studiert im Zwei-Fach-Bachelor Betriebspädagogik und Wirtschaftswissenschaften. Auch sie ist Teil von Sols WG. “Ein Haustier ist auf jeden Fall ein Projekt. Man kann nicht einfach irgendwann sagen ‘Nee, doch nicht’. Man hat dann die Verantwortung für ein Lebewesen”, sagt sie. “Gleichzeitig macht es extrem viel Freude. Wir lachen so oft gemeinsam über irgendetwas Lustiges, das Sol macht.” Gerade diesen Winter habe es sehr gut getan, einen Grund zu haben, um regelmäßig nach draußen zu gehen. “Man kommt auch ständig mit Leuten ins Gespräch, die sich für Sol interessieren”, so Zundel. “Die Reaktionen aus unserem Umfeld waren generell sehr positiv, obwohl uns nicht alle im Voraus einen Hund zugetraut hätten”, erinnert sie sich. Inzwischen hat sich der menschenfreundliche Sol sehr gut in der Vierer-WG eingelebt.

Was sollten WGs grundsätzlich bedenken, die sich auch einen tierischen Mitbewohner wünschen? “Natürlich ist jeder Hund individuell. Trotzdem lohnt es sich, im Voraus mal typische Charakterzüge der Rasse nachzulesen”, so Rensland. In dieser Hinsicht seien sie etwas blauäugig gewesen. Windhunde, so auch Sol, sind glücklicherweise eher ruhig und zutraulich. “Für eine WG kann ein Tier außerdem eine zusätzliche Belastung sein. Deswegen ist es von Vorteil, sich untereinander gut zu kennen und alles offen anzusprechen”, so Zundel weiter. “Es braucht einfach gute Kommunikation. Auch um alles zu planen”, fügt Rensland hinzu.

Für die vier ist das Projekt “WG-Hund” geglückt. Mit Sol als Mitbewohner haben sie sich die Sonne trotz der durchwachsenen ersten Jahreshälfte einfach ins eigene Haus geholt. Spätestens im Hochsommer zeigt sich hoffentlich auch die Stadt wieder von ihrer sonnigen Seite. Dann können Sol und seine WG-Familie die Toskana Deutschlands in vollen Zügen genießen.

Annika Namyslo

 

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