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Unterstützung für Lehramtsstudierende: Das Zentrum für Lehrerbildung

Dr. Lina Pilypaityte arbeitet beim Zentrum für Lehrerbildung auf dem Campus Koblenz. Die Einrichtung unterstützt Lehramtsstudierende im Studium. Foto: Sarah-Maria Scheid

Dr. Lina Pilypaityte arbeitet beim Zentrum für Lehrerbildung auf dem Campus Koblenz. Die Einrichtung unterstützt Lehramtsstudierende im Studium. Foto: Sarah-Maria Scheid

Ob Digitalisierung, Homeschooling oder Inklusion: Lehramtsstudierende müssen sich immer neuen Herausforderungen stellen. Das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) unterstützt sie dabei und vernetzt die Fach- und Bildungswissenschaften. Dr. Lina Pilypaityte koordiniert als geschäftsführende Beauftragte die Arbeit der Geschäftsstelle und in den Projekten des ZfL.

Welche Ziele verfolgt das Zentrum für Lehrerbildung?

Wir haben eine gemeinsame kollegiale Leitung, in der Professor:innen aus verschiedenen Fachbereichen vertreten sind. Außerdem gehören ihr Vertreter:innen der Schulen in der Umgebung, der Studienseminare sowie des Ministeriums für Bildung an und die Studierenden selbst. Das Gremium wird für einen gemeinsamen Austausch genutzt, um Probleme zu lösen und Neues umzusetzen.


Versorgt & vernetzt kommt man am besten durchs Studium. Wir zeigen euch, wo ihr auf dem Campus Unterstützung findet.

Wie funktioniert der Austausch zwischen den Fachbereichen, Behörden und Schulen?  

Wir haben eine gemeinsame kollegiale Leitung, in der Professor:innen aus verschiedenen Fachbereichen vertreten sind. Außerdem gehören ihr Vertreter:innen der Schulen in der Umgebung, der Studienseminare sowie des Ministeriums für Bildung an und die Studierenden selbst. Das Gremium wird für einen gemeinsamen Austausch genutzt, um Probleme zu lösen und Neues umzusetzen. Wir sind ein Bindeglied innerhalb der Universität und über diese Strukturen hinaus.

Woran wird im Zfl derzeit gearbeitet?

Im Moment ist die Vorbereitung auf die Orientierungsphase im Fokus. Dazu gehört es, die Studienanfänger:innen abzuholen und in das Lehramtsstudium einzuführen. Wir organisieren eine Begrüßungsveranstaltung und eine Stundenplanberatung. Gleichzeitig arbeiten wir an unserem Projekt „DiKo2Lab“, hier geht es um die Entwicklung digitaler Kompetenzen. Das Projekt besteht seit letztem Jahr und ist aus der Pandemie heraus entstanden. Unsere Projektmitarbeiter:innen koordinieren die digitale Weiterentwicklung in den verschiedenen Fächern und setzen sich mit der Aktualisierung der curricularen Standards auseinander. Außerdem wird ein Konzept zu einem universitätsweiten Lehr-Lern-Labor entwickelt. Grundsätzlich möchten wird die Kompetenzen in der Lehrkräftebildung sowie die schulpraktische Ausbildung verbessern und mehr praktische Lerngelegenheiten an der Universität schaffen.

Sie haben Deutsch als Fremdsprache studiert. Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?

Ich habe eine Zeit lang Deutschkurse gegeben. Anschließend habe ich mich für eine Promotion im Bereich meines Studienfachs entschieden. Währenddessen habe ich mich breiter aufgestellt und die Lehrkräfteausbildung ins Auge gefasst. Ich habe die Struktur und die Inhalte von Lehramtsstudiengängen verschiedener Universitäten verglichen und die Umsetzung der Forderung nach Mehrsprachigkeit analysiert. In meiner jetzigen Funktion kann ich mich nun selbst an der Umsetzung verschiedener Forderungen beteiligen, mit denen ich davor eher auf der theoretischen Ebene zu tun hatte.

Knapp über 50 Prozent der Eingeschriebenen an der – Universität Koblenz studieren Lehramt. Wann ist ein ist ein Lehramtsstudium eine gute Wahl?

Das ist eine sehr individuelle Entscheidung. Sicherlich, wenn man für den Lehrberuf brennt, gerne sein Wissen weitergibt, mit jungen Menschen zusammenarbeitet und sein ganzes Leben weiterlernen möchte. Die Motivation muss so groß sein, dass man die eher herausfordernden Seiten des Berufs gut kompensieren kann. Man sollte starke Nerven, Durchhaltevermögen und Resilienz mitbringen. Ein bisschen Humor darf aber auch nicht fehlen!

Welche Schulform ist für wen geeignet?

Es ist gut, dass die Studierenden während des Studiums mehrere Schulformen kennenlernen. Sie sind verpflichtet, während der ersten vier Semester zwei Praktika an verschiedenen Schulformen zu absolvieren. Einige wissen von Anfang an, dass sie an eine Grundschule möchten. Sie arbeiten mit kleineren Kindern und übernehmen pädagogische Aufgaben, die in der weiterführenden Schule weniger im Vordergrund stehen. Andere interessieren sich für die Fachwissenschaften und finden deswegen die Schulform Gymnasium attraktiver. Es ist wichtig, dass man reflektiert, was für Ansprüche man an den Beruf stellt. In Rheinland-Pfalz kann man nach dem vierten Semester die Schulform noch einmal wechseln.

Es wird heutzutage oft behauptet, das Lehramtsstudium sei zu wissenschaftlich und praxisfern. Wer Grundschullehramt studiert, muss trotzdem Mathe fürs Gymnasium lernen. Was sagen Sie dazu?

Gerade das Beispiel mit dem Fach Mathe im Grundschullehramt höre ich immer wieder. Auch wenn man Mathe nicht als Fach studiert, müssen dort alle Grundschulstudierenden durch. Allerdings studiert man an der Uni grundsätzlich nicht nur auf dem Niveau, auf dem man später unterrichten wird. Es geht um die Kompetenz, wissenschaftlich nachzudenken, weniger darum, genau dieses Wissen auf hohem Niveau zu vermitteln. Die erworbenen Fähigkeiten sollen helfen, sich andere Sachverhalte zu erschließen, um sie zum Beispiel auf Lerninhalte übertragen zu können.

Gibt es weitere Fortbildungsangebote im Bereich Lehramt?

Ja, wie unsere Fortbildungsreihe „Im Dialog“. Dort werden theoretische Erkenntnisse aus der Forschung in die schulische Praxis übertragen. Für Lehramtsstudierende gibt es außerdem extracurriculare Veranstaltungen wie bspw. zum Stimmtraining und Stressmanagement. Außerdem bieten wir Tagungen oder Vorträge an. Beispielsweise kooperieren wir mit dem Interdisziplinären Promotions- und Postdoczentrum (IPZ) und führen eine Veranstaltung zum Thema Lehramt und Promotion durch. Ein weiteres Beispiel für eine Kooperation  ist die Veranstaltung „Alternativen zum Lehramt entwickeln“ mit dem Projekt „NeuStArt“ vom Kompetenzzentrum für Studium und Beruf. „NeuStArt“ beschäftigt sich mit Studienzweifler:innen und Studienabbrecher:innen. Diese Veranstaltung ist speziell an Studierende gerichtet, die Zweifel daran haben, ob das Lehramt das Richtige für sie ist.

Was macht das Lehramtsstudium an der Universität Koblenz besonders? 

Das Besondere an der Universität Koblenz sind die kurzen Wege, die Überschaubarkeit einer kleinen Universität und die Besonderheit, dass wir sehr viele Fächer und Kombinationsmöglichkeiten auf verschiedene Schulformen anbieten können. Das ist nicht an allen Universitäten Standard.

Sarah-Maria Scheid

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