Forschen
Schreibe einen Kommentar

Politik 2.0: Tagung zur “Politischen Kommunikation im Wandel”

Open Petition, Wikileaks und Liquid Feedback: Die  sozialen Medien prägen längst den politischen Alltag, Entscheidungsprozesse und neue politische Bewegungen. Die Jahrestagung der Fachgruppe “Mediensprache und Mediendiskurse” der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) widmet sich vom 20. bis 22. Februar aktuellen Wandlungsprozessen in der politischen Kommunikation.

Politiker bloggen und tweeten, um Bürgern näher zu sein und auch neue politische Bewegungen wie “Anonymous” wären nicht ohne Facebook und Co. denkbar. “Wir erleben derzeit eine umfassende Mediatisierung der Politik und damit einhergehend neue Formen der politischen Kommunikation und Partizipation”, betont Dr. Michael Klemm, Professor für Medienwissenschaft am Institut für Kulturwissenschaft der Universität in Koblenz und Ausrichter der Tagung. “Über 90 Prozent der Bundestagsabgeordneten sind in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter aktiv und treten unmittelbar mit Bürgern in Kontakt. Aber was heißt das für die Demokratie?”

Neben der Fragestellung, wie Onlinemedien das Verhältnis zwischen Politikern und Bürgern verändern, fokussiert die Tagung beispielsweise die audiovisuelle Inszenierung von Politikern. Wie stellen sich Politiker und Parteien in Fotos und Videos dar und wie transportieren sie Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Volksnähe? Wie verändern sich durch mediale Innovationen wie Twitter, Facebook und Youtube die Rollen der politischen Akteure und die politische Kultur insgesamt? Darüber hinaus stehen auch Aspekte der Forschungspraxis im Vordergrund: Mit welchen Theorien und Methoden lassen sich neue Kommunikationsformen und aktuelle Diskurse, insbesondere in sozialen Medien, analysieren?

Politik 2.0: Das Plakat zur Tagung "Politische Kommunikation im Wandel" vom Institut für Kulturwissenschaft.

Politik 2.0: Das Plakat zur Tagung “Politische Kommunikation im Wandel” vom Institut für Kulturwissenschaft.

“Die Vortragsthemen reichen vom alltäglichen kommunikativen Handeln von Politikern und Parteien in sozialen Netzwerken über Analysen zur Bundestagswahl 2013 und Formen visueller Politik bis zu Strategien der ‘Neuen Rechten’ im Internet”, so Klemm. So werden beispielsweise am Freitagnachmittag, 21. Februar, Beiträge im Panel “Digitale Öffentlichkeiten – oder: Wie deliberativ ist das Internet? Zur Diskursqualität der Online-Kommunikation” zu hören sein. Am Samstagmittag, 22., sprechen drei Vortragende zum Panel “Den Wähler in seiner Lebenswelt abholen – Kommunikationsstrategien der Partei DIE RECHTE auf Facebook”.

Die Tagung beginnt am Donnerstag, 20. Februar 2014, ab 19 Uhr mit einem Get-together und endet am Samstag, 22. Februar, gegen 14 Uhr. Am Freitag, 21., findet ab 20.30 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema “Neue Kommunikation – neue Politik?” im Koblenzer Museum Ludwig statt, unter anderem mit der CDU-Politikerin Julia Klöckner, dem Koblenzer Oberbürgermeister, dem Chefredakteur der Rhein-Zeitung, Christian Lindner, und dem renommierten Politikwissenschaftler Christoph Bieber. “Wir gehen bewusst in die Stadt, um das Thema auch den Bürgern näher zu bringen”, erklärt Klemm.

 Sandra Erber

Die Veranstaltung findet auf dem Campus der Universität Koblenz im Raum D 239 statt. Auf der Tagungswebsite http://politkom.wordpress.com/ sind nähere Angaben zu Unterkünften und Veranstaltungsort beschrieben. Die Anmeldung ist dort bis zum 10. Februar möglich. Via Twitter unter @dgpukkoblenz14 sind Neuigkeiten zur Tagung abrufbar. Die Tagungsgebühr beträgt 30 Euro, 15 Euro ermäßigt für Studierende. Die Gebühr ist beim Check-In der Tagung zu entrichten.

Schreibe einen Kommentar