Ehrenamt: Studis engagiert
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Studiengänge aktiv mitgestalten

Die Uni aktiv mitgestalten: Psychologie-Student Fabian Hess engagiert sich in der Fachschaft und als Mitglied der Akkreditierungskommission, die die Qualität von Studiengängen prüft. Foto: Philipp Sittinger

Die Uni aktiv mitgestalten: Psychologie-Student Fabian Hess engagiert sich in der Fachschaft und als Mitglied der Akkreditierungskommission, die die Qualität von Studiengängen prüft. Foto: Philipp Sittinger

Fabian Heß wirkt als studentischer Vertreter in einer Kommission an der Überprüfung von Studiengängen der Universität Koblenz-Landau mit. Darin begleitet er den Akkreditierungsprozess, in dem ein Studiengang auf seine Qualität und Rechtfertigung überprüft wird. Heß investiert gern einen Teil seiner Freizeit in die Kommissionsarbeit, weil er so die Uni mitgestalten kann.

Der Bologna-Prozess, im Zuge dessen alle Studiengänge auf Bachelor und Master umgestellt wurden, hat einige Veränderungen in der deutschen Hochschullandschaft bewirkt. Neben einer besseren internationalen Vergleichbarkeit werden alle Studiengänge aller Universitäten regelmäßig überprüft, um zu gewährleisten, dass dort tatsächlich das Wissen gelehrt wird, das ein Studiengang vermitteln soll. Diese Überprüfung wird Programmakkreditierung genannt und von externen Agenturen durchgeführt. Die Universität Koblenz-Landau bereitet nun intern einen Prozess vor, der es der Universität ermöglicht ihre Studiengänge selbstständig zu überprüfen. “Dieser Prozess wird als Systemakkreditierung bezeichnet und soll bis spätestens 2020 abgeschlossen sein”, sagt Birgit Briem, eine der Leiterinnen der Stabsstelle Qualitätssicherung und -entwicklung in Studium und Lehre (QSL). Ziel davon ist es, dass die Inhalte des Studiums zwar immer noch von externen Gutachtern bewertet werden, aber die Universität daraus eigenständige Schlussfolgerungen zieht. “Aus diesen entwickeln wir Anforderungen an die zukünftige Ausgestaltung der Studiengänge”, weiß Briem.

Die grundlegenden Strukturen verändern

Fabian Heß studiert Psychologie am Campus Landau und ist seit einem Jahr Teil einer der beiden Akkreditierungskommissionen, die die Systemakkreditierung begleiten. Der erste Studiengang, dessen Akkreditierung er begleitet hat, ist Angewandte Naturwissenschaften am Campus Koblenz. “Mich hochschulpolitisch zu engagieren macht für mich Sinn, weil ich schnell und direkt die Auswirkungen meines Einsatzes sehen kann. Das ist sehr motivierend”, verrät Heß. “Die Arbeit in der Akkreditierungskommission setzt bei den grundlegenden Strukturen unseres Studiums an.”

Die Akkreditierungskommissionen treffen sich regelmäßig, um die Gutachten zu besprechen und Maßnahmen daraus abzuleiten. “Wenn ein Gutachten zum Beispiel ergibt, dass ein Studiengang sehr wenige weibliche Studierende anspricht, überlegen wir uns, wie wir diese Zielgruppe besser ansprechen können”, berichtet Heß. Da alle Studiengänge die internen Akkreditierungsverfahren durchlaufen müssen, kommt noch einiges an Arbeit auf die Kommissionen zu. Birgit Briem wünscht sich daher, dass sich noch mehr Studierende an der Mitgestaltung der Studiengänge beteiligen. Auch Heß weiß, dass es zusätzliche studentische Vertreter braucht. An der Akkreditierung seines eigenen Studienganges Psychologie darf er nicht mitwirken, weil er befangen wäre. Darum ist es umso wichtiger, dass sich Studierende aller Studiengänge an den Akkreditierungskommissionen beteiligen.

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