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Quer durch Karlsruhe

Karlsruhe ist nicht nur von oben sehenswert. Ein Rundgang zeigt die schönsten Ecken der Stadt. Fotos: Anne Papenfuß

Karlsruhe ist nicht nur von oben sehenswert. Ein Rundgang zeigt die schönsten Ecken der Stadt. Fotos: Anne Papenfuß

Karlsruhe liegt nur 40 Kilometer von Landau entfernt, doch viele haben die baden-württembergische Metropole noch nicht besucht. Dabei gibt es in Karlsruhe, neben Sehenswürdigkeiten und beliebten Geschäften, einige unbekanntere Ecken zu erkunden. Eine ortskundige Reporterin nimmt euch mit auf eine Stadttour.

Der „Indianerbrunnen“ ist seit 1927 das Wahrzeichen der Karlsruher Südstadt und zeigt eine doppelgesichtige Skulptur mit einem lächelnden und einem ernsten Gesicht.

Der Indianerbrunnen auf dem Werderplatz ist seit 1927 das Wahrzeichen der Karlsruher Südstadt und zeigt eine doppelgesichtige Skulptur mit einem lächelnden und einem ernsten Gesicht.

Start: Werderplatz

Wer von kultureller Vielfalt, alternativen Läden und Bars nicht genug bekommen kann, der ist auf dem Werderplatz in der Karlsruher Südstadt genau richtig. Der Platz ist das kulturelle Zentrum des Stadtteils und bietet seinen Besuchern vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, wie Geschäfte mit internationalen Produkten, Szene-Cafés und Vintage-Modegeschäfte. Tagsüber sieht der Werderplatz eher unscheinbar aus, doch am Abend verwandelt er sich zu einem lebendigen Treffpunkt. 

 

Die weite Welt beginnt schon vor der Haustür. Unter dem Motto Region entdecken gehen wir mit euch auf Erkundungstour.

Station 1: Günther-Klotz-Anlage

Zwischen der Südweststadt und dem Stadtteil Grünwinkel befindet sich die Günther-Klotz-Anlage, auch liebevoll die „Klotze“ genannt. Die große Grünanlage bietet viel Platz zum Spazierengehen, Picknicken und Ausruhen. Auch sportliche Aktivitäten kommen nicht zu kurz. Insbesondere auf dem Spielplatz, dem Basketball- und Volleyballfeld oder dem angrenzenden Skatepark ist immer etwas los. Im Sommer versammeln sich hier gerne Familien und Freundeskreise, um den Tag im Freien zu verbringen. Außerhalb von Coronazeiten findet in der Klotze eine der größten Open-Air-Veranstaltungen Deutschlands statt: das Musikfestival Das Fest, das jährlich über 200.000 Fans in die Stadt lockt.

Am Ufer des oberen Sees in der Günther-Klotz-Anlage können zwischen April und Oktober Ruderboote ausgeliehen werden.

Am Ufer des oberen Sees in der Günther-Klotz-Anlage können zwischen April und Oktober Ruderboote ausgeliehen werden.

Station 2: Alter Flugplatz

Ein echtes Naturparadies und ein kleiner Geheimtipp in Karlsruhe ist der Alte Flugplatz in der Nordweststadt. 2010 wurde das ehemalige Militär- und Flughafengelände als Naturschutzgebiet anerkannt und bietet seitdem nicht nur den Pflanzen und Tieren genügend Platz zum Erholen. Das Ausmaß der Pflanzen- und Tiervielfalt nimmt man spätestens mit einem Blick auf die Informationstafeln wahr, denn bisher wurden hier unter anderem rund 280 verschiedene Pflanzenarten und 80 verschiedene Vogelarten entdeckt.

Im Naturschutzgebiet Alter Flugplatz kann man seltene Pflanzenarten, wie der Frühe Schmielenhafer und Bauernsenf sowie vom Aussterben bedrohte Vogelarten, wie die Haupenlerche oder der Steinschmätzer entdecken.

Im Naturschutzgebiet Alter Flugplatz kann man seltene Pflanzenarten und vom Aussterben bedrohte Vogelarten, wie die Haupenlerche oder den Steinschmätzer entdecken.

 

Station 3: Botanischer Garten

Der Botanische Garten, auch die grüne Oase von Karlsruhe genannt, ist zu jeder Jahreszeit ein Hingucker. Im 18. Jahrhundert wuchsen hier rund 40.000 verschiedene Pflanzenarten. Heutzutage ist er im streng wissenschaftlichen Sinne kein echter botanischer Garten mehr, doch erfreut sich immer noch größter Beliebtheit. Neben Schauhäusern mit Kakteen und Gewächshäusern mit tropischen Pflanzen kann man im Botanischen Garten zwanzig besondere Baumarten aus verschiedenen Kontinenten bestaunen. Wer dabei Lust auf ein Getränk oder ein Stück Kuchen bekommt, sollte unbedingt auf der kleinen Café-Terrasse unter dem Wintergestell einkehren und die beeindruckende Aussicht genießen.

Der großherzogliche Hofbaudirektor Heinrich Hübsch entwarf zwischen 1853 und 1863 die malerischen Gebäude am Botanischen Garten.

Der großherzogliche Hofbaudirektor Heinrich Hübsch entwarf die malerischen Gebäude am Botanischen Garten, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurden.

Station 4: Schloss und Schlossgarten

Vom Botanischen Garten ist man in wenigen Metern beim Schloss und dem angrenzenden Schlossgarten, dem Mittelpunkt der „Fächerstadt“. Wenn man von der Spitze des Schlossturms über Karlsruhe blickt, sieht der Grundriss der Stadt aus wie ein Fächer: 32 Alleen laufen als sogenannte „Schlossstrahlen“ vom Schloss aus in Richtung der Stadt, daher der Beiname „Fächerstadt“. Früher war das Schloss der Wohn- und Regierungssitz der Markgrafen, Kurfürsten und Großherzöge von Baden. Heute befindet sich im Gebäude das Badische Landesmuseum. Auf dem Schlossplatz werden zu jeder Jahreszeit Events veranstaltet, wie Schlittschuhlaufen im Winter oder die berühmten Karlsruher Schlosslichtspiele im Herbst. Hinter dem Schloss befindet sich der weitläufige Schlossgarten. Ein Highlight ist die Schlossgartenbahn, die in 20 Minuten eine Runde durch den Garten dreht und dabei besonders Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Das Karlsruher Schloss, im Zentrum der Fächerstadt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Schlossgarten wurde 1967 anlässlich der Bundesgartenschau im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt.

Das Karlsruher Schloss, im Zentrum der Fächerstadt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Schlossgarten wurde 1967 anlässlich der Bundesgartenschau im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt.

Station 5: Durlacher Turmberg

Der Durlacher Hausberg ist der nordwestlichste Gipfel des Schwarzwalds und lädt mit dem Aussichtspunkt der Turmbergterrasse zum Entspannen und Verweilen ein.

Der Durlacher Hausberg ist der nordwestlichste Gipfel des Schwarzwalds und lädt mit dem Aussichtspunkt der Turmbergterrasse zum Entspannen und Verweilen ein.

Die nächste Station führt uns zum östlichsten und größten Stadtteil von Karlsruhe – der ehemaligen badischen Residenzstadt Durlach. Der hier gelegene Turmberg ist 256 Meter hoch und das Ausflugsziel schlechthin, wenn man Karlsruhe einmal von ganz oben bestaunen möchte. Wer die 528 Stufen nicht nehmen möchte, fährt mit der Turmbergbahn, der ältesten noch fahrbereiten Standseilbahn Deutschlands. Auf der Turmbergterrasse angekommen kann man einen wunderschönen Ausblick auf die Rheinebene und das Stadtgebiet genießen.

Station 6: Alter Schlachthof

Das alte Schlachthofgelände in der Oststadt lässt seit der Stilllegung des Schlachthofs 2006 besonders die Herzen der Kreativen und Kulturliebhabenden höherschlagen. Neben eindrucksvoller Handwerkskunst sowie Musik- und Theaterprojekten hat das Gelände Restaurants, Cafés und Bars zu bieten. Auch das Menschenrechtszentrum und einige Bürogebäude sind im alten Schlachthof zu finden. In den Büros siedeln sich immer wieder innovative Start-ups und Projekte an.

Das Gelände des heutigen Kreativparks ist insgesamt sieben Hektar groß. Links im Bild ist die alte Fleischmarkthalle des alten Schlachthofes zu sehen.

Das Gelände des heutigen Kreativparks ist insgesamt sieben Hektar groß. Links im Bild ist die alte Fleischmarkthalle des alten Schlachthofes zu sehen.

Station 7: Lidellplatz

Von der Oststadt geht es nun zurück in die Innenstadt, zum Lidellplatz. Der Platz, auch Quartier Lidell genannt, ist ein kleiner, dreieckiger Platz mitten in der Innenstadt. Trotz der zentralen Lage erlaubt er mit seinen gemütlichen Cafés, kleinen Restaurants und Lädchen eine Auszeit vom hektischen Stadttrubel. Besonders Menschen mit Kindern treffen sich häufig an dem angrenzenden Spielplatz und genießen die ruhige Lage. Wer hier zu Besuch ist, sollte unbedingt einen Blick in das „Krempel-Tempelchen“ werfen. Der nostalgische Laden mit vielen Antiquitäten und seltenen Stücken ist ein Muss für Retro-Fans.

Auf dem Lidellplatz befindet sich neben dem Spielplatz und dem Lidellbrunnen ein offener Bücherschrank, der von den Karlsruher Anwohnern gerne genutzt wird.

Auf dem Lidellplatz befindet sich neben dem Spielplatz und dem Lidellbrunnen ein offener Bücherschrank, der von den Karlsruher Anwohnern gerne genutzt wird.

 

Ende: Ludwigsplatz

Die letzte Station der Stadttour ist der Ludwigsplatz in der Innenstadt, der auch liebevoll als „kleines Italien von Karlsruhe“ bezeichnet wird. Ob für einen Restaurantbesuch, einen Kaffee oder einen Cocktail, der Ludwigsplatz ist besonders am Wochenende und in den Sommermonaten gut besucht. Wer keinen freien Sitz in den Lokalen findet, holt sich ein Getränk beim kleinen Kiosk am Eck und zieht weiter durch die Straßen. In wenigen Minuten erreicht man vom Ludwigsplatz andere beliebte Plätze in der Innenstadt, wie den Friedrichsplatz oder den Marktplatz, wo im Winter die beliebten Weihnachtsmärkte stattfinden. Egal wo man am Ende landet, man verbringt bestimmt einen gelungenen Abend in Karlsruhe.

„La Dolce Vita“ in Karlsruhe: Der Ludwigsplatz ist besonders am Abend und am Wochenende der Hotspot in der Innenstadt. Bekannte Lokalitäten sind Café Ludwig's, Lehner's, Aposto sowie das Enchilada.

Der Ludwigsplatz ist besonders am Abend und am Wochenende ein Hotspot in der Innenstadt. Beliebte Lokalitäten sind Ludwigs, Lehners, Aposto sowie das Enchilada.

Anne Papenfuß

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