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Politische Diskussion auf Augenhöhe

Außerhalb ihres Studiums der Sozial- und Kommunikationswissenschaften arbeitet Caroline Zielbauer bei der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg, Foto: Philipp Sittinger

Außerhalb ihres Studiums der Sozial- und Kommunikationswissenschaften arbeitet Caroline Zielbauer bei der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg, Foto: Philipp Sittinger

Caroline Zielbauer studiert am Campus Landau Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Außerhalb des Uni-Alltags arbeitet sie bei der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg und macht in Schulen Demokratie erlebbar.

Wie läuft eigentlich eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates ab und welche Aufgaben übernimmt die World Trade Organisation? Solche Fragen möchte die Landeszentrale für Politische Bildung (LPB) nicht nur anschaulich beantworten, sondern auch mit Schülern gemeinsam erarbeiten. Dazu führen sogenannte Multiplikatoren an Schulen Aktionstage durch und behandeln mit ganzen Klassen ein politisches Thema.

Caroline Zielbauer ist so eine Multiplikatorin. Seit vier Jahren ist sie für die LPB tätig und fährt drei bis vier Mal im Monat an Schulen im Karlsruher Raum. “Ich finde, politische Bildungsarbeit ist eine gute Sache. Es ist wichtig, dass wir über Demokratie reden und miteinander diskutieren”, erzählt sie. Dabei achtet sie darauf, nicht ihre eigene Meinung vorzugeben. “Wenn in Diskussionen Ansichten aufkommen, die ich nicht teile, gebe ich das erstmal zurück an die Klasse und frage, was sie dazu sagt”.

Der Austausch mit den Jugendlichen ist für sie sowohl Bereicherung als auch Herausforderung. “Durch die Uni bin ich gewöhnt, mich wissenschaftlich auszudrücken. Darum muss ich meine Sprache so anpassen, dass mich die Schülerinnen und Schüler verstehen.” Die Aktionstage gibt es für alle Schulformen und fast alle Altersgruppen. Dabei will Zielbauer die Themen nicht zu komplex besprechen, aber auch niemanden unterfordern.

Eigene und andere Meinungen reflektieren

Das Schöne an dem Ansatz der LPB sei, dass die Themen erlebbar gemacht werden. In Planspielen stellen die Schüler zum Beispiel Sitzungen des UN-Sicherheitsrates nach. Dabei bekommen sie Rollen zugeteilt, deren Wertesysteme und Meinungen sie annehmen und vertreten müssen. Dadurch lernen sie andere Standpunkte einzunehmen, aber auch, wie eine Sitzung abläuft. Dass Abstimmungen nicht immer fair und reibungslos verlaufen, können die Schüler danach reflektierter einschätzen.

Zielbauers Aufgabe besteht vor allem darin, diese Planspiele und Aktionstage zu moderieren. Sie bereitet die Unterlagen und Materialien vor und leitet den Ablauf. Inhaltlich ist sie mit den Themen schon vertraut, generelles Interesse an Politik ist eine Voraussetzung für die Tätigkeit. Ein tieferes Verständnis für die zugrundeliegenden Prozesse hat sie in ihrem  Studiumsschwerpunkt Politische Kommunikation erlangt. Doch vor allem sollten Multiplikatoren Glauben an die Demokratie mitbringen und Lust darauf haben, sich mit Menschen auseinander zu setzen.

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