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Nur ein kleiner Pieks: Blut spenden hilft Leben retten

Ein kleiner Pieks, und dann heißt es warten. Foto:jugendfotos.de/ zeno_pensky Ein kleiner Pieks, und dann heißt es warten. Foto:jugendfotos.de/ zeno_pensky

Eigentlich geht es nur um einen kleinen Pieks – der einem Menschen das Leben retten kann. „Es spenden nur etwa drei Prozent der Deutschen Blut“, weiß Klaus Flesch vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Landau. Um den Bedarf in Deutschland zu decken, ist es nötig, dass mindestens sechs Prozent der Deutschen regelmäßig Blut spenden. Auch am Campus gibt es Blutspende-Aktionen. UniBlog-Reporterin Sarah Ochs hat eine am Campus Landau besucht.

Wer noch nie Blut gespendet hat, dem kann die Prozedur zunächst befremdlich vorkommen: An der Anmeldung muss sich der Spender erst einmal ausweisen. Blut spenden darf fast jeder: Man muss zum Beispiel 18 Jahre alt sein und mindestens 50 Kilo wiegen. Man sollte sich gesund fühlen und genug getrunken haben – allerdings keinen Alkohol. Anschließend ist ein Fragebogen auszufüllen. So werden Vorerkrankungen erfasst. Auf diesen Fragebogen muss dann noch ein Strichcode aufgeklebt werden. Das nennt sich „Vertraulicher Selbstausschluss“. Wenn jemand Bedenken hat, seine Blutspende frei zu geben, klebt er den rot markierten Strichcode auf. Spenden mit grünem Strichcode können an Patienten weitergegeben werden.

Viele Spender sind nervös

Anschließend wird man von einem der Ärzte durchgecheckt. Auch das ist nur halb so wild: Während er den Blutdruck misst, erzählt der Arzt auch gern mal, wie man Koriander in der heimischen Küche pflanzt – und schafft so eine entspannte Atmosphäre. Danach wird die Körpertemperatur gemessen – mit Fieber darf man nicht spenden – und der Hämoglobinwert im Blut wird festgestellt. Danach kann es los gehen. Viele der Spender sind sichtlich nervös, denn es wuseln viele Studierende, Ärzte und ehrenamtlichen Helfer im Raum umher. Beim der vergangenen Aktion in Landau waren vier Ärzte, fünf Mitarbeiter vom Blutspendedienst und sechs Ehrenamtliche im Einsatz. Insgesamt ließen sich 73 Studierende und Beschäftigte der Uni Blut abzapfen.

Sobald man es sich dann auf der Liege gemütlich gemacht hat, gibt es nur einen kurzen Stich. Der Mitarbeiter unterhält sich mit den Studierenden, so dass sie fast nichts spüren. Während ein halber Liter Blut in die Konserve fließt – das dauert etwa zehn Minuten – wird man umsorgt: Die Stimmung ist locker, man bekommt Softgetränke oder Wasser direkt an die Liege gebracht. Sollte doch einmal der Kreislauf schlapp machen, ist sofort jemand zur Stelle.

Das Blutabzapfen wird fast zur Nebensache 

Die ganze Situation ist so interessant, dass man fast vergisst, dass gerade Blut abgezweigt wird. Man kann sich mit seinen Nachbarn unterhalten, die Ärzte beobachten oder auch nur auf das wippende Gerät schauen, in dem die immer voller werdende Konserve liegt. Ist der halbe Liter Blut in den Beutel geflossen, kommt der angenehmste Teil: Nachdem der Spender noch ein paar Minuten liegen geblieben ist, um seinen Kreislauf zu stabilisieren, nehmen ihn gut gelaunte Damen vom DRK unter ihre Fittiche. Denn das DRK bezahlt die Spender nicht. Dafür reichen einem die Mitarbeiter Kaffee und andere Getränke, Unmengen an Schokolade und Keksen, belegte Brötchen und frisches Obst.

Aber warum überhaupt Blut spenden? „Es gibt so viele Unfälle und Krankheiten“, weiß Klaus Flesch vom DRK Landau. „Ein Mensch, der heute noch gesund ist, benötigt vielleicht schon morgen selbst eine Spende.“ Er untermauert seine Aussage mit einer Zahl: „80 Prozent aller Bundesbürger benötigen mindestens einmal in ihrem Leben eine Blutkonserve. Wir wünschen uns, dass die Zahl der Spender noch ansteigt“, sagt Flesch. Nachdem die Spender dann gegessen und getrunken haben, werden sie wieder in den Uni-Alltag entlassen.

Sarah Ochs

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